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Startseite : Prävention allgemein : Beiträge - 2014 : Quartiersbezogene Gesundheitsförderung


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Erkenntnisse zur Umsetzung und Evaluation


Montag, 11. August 2014

Gesundheit fördern im Quartier


WohnblöckeGesundheitsförderung in Städten und Gemeinden rückt derzeit verstärkt in den Blick der Gesundheitspolitik. Praxis- und forschungsrelevante Erkenntnisse zur Umsetzung und Evaluation eines solchen Ansatzes liefert nun die Publikation „Quartiersbezogene Gesundheitsförderung“.

In der Hamburger Lenzsiedlung - einem Hochhauskomplex in Hamburg-Eimsbüttel - leben nahezu 3.100 Menschen. Über 60 Prozent der Bewohnerinnen und Bewohner weisen einen Migrationshintergrund auf, etwa jede/r Ditte bezieht Sozialleistungen. Auch der Anteil Alleinerziehender ist im Vergleich zum Hamburger Durchschnitt deutlich erhöht. Die Lenzsiedlung ist ein "junges Quartier" und weist zugleich einen hohen Anteil an Jugendlichen ohne Schulabschluss auf.

"Lenzgesund" heißt das Programm, im Rahmen dessen seit 2001 in diesem Stadtteil Angebote der Gesundheitsförderung und Prävention vom Gesundheitsamt Hamburg-Eimsbüttel aufgebaut werden. Der Umsetzung und Evaluation dieser Angebote widmet sich nun die aktuelle Publikation "Quartiersbezogene Gesundheitsförderung".

Der 427-seitige Sammelband stellt Prozesse und Ergebnisse der quartiersbezogenen Gesundheitsförderung umfassend vor und "präsentiert übertragbares Wissen sowohl für die Praxis als auch für die Evaluation kommunaler Gesundheitsförderung" (S. 9). Dieser im Vorwort aufgestellten Behauptung kommen die Autorinnen und Autoren der Veröffentlichung anschaulich nach. Praktikerinnen und Praktiker finden sowohl detaillierte Darstellungen des Handlungskonzepts als auch Ausführungen zu dessen Umsetzung. Darüber hinaus verweist die Publikation auf ein öffentlich zugängliches Web-Archiv, das Materialien zum Projektverlauf und zur Umsetzung vorhält. (Link)

Qualität und Wirkungen des Interventionsansatzes werden in drei weiteren Kapiteln durch die Darstellung wissenschaftlicher Bewertungsinstrumente ergänzt. Anzumerken ist hier, dass weniger die Evaluation von Gesundheitswirkungen, als vielmehr die der Prozess- und Konzeptqualität im Vordergrund stehen.

Kernstück des Evaluations-Teils bildet das im Kapitel 5 beschriebene Instrument der "Kapazitätsentwicklung im Quartier" (KEQ). Dieses erfasst mit Hilfe von 51 Items und 15 offenen Fragen Aspekte der Bürgerbeteiligung, Gesundheitsversorgung, Vernetzung und Kooperation sowie vorhandene Ressourcen und lokale Verantwortlichkeiten.

Darüber hinaus betonen die Autorinnen und Autoren die Bedeutung einer partizipativen Vorgehensweise und zeigen auf, wie diese in der Hamburger Lenzsiedlung umgesetzt wurde.

Abschließend kann festgehalten werden, dass die vorgestellte Publikation - zusammen mit den ergänzenden Materialen im Web-Archiv - eine breite Wissensbasis darstellt und damit sowohl für PraktikerInnen als auch für WissenschaftlerInnen von Relevanz ist. Positiv hervorzuheben sind zum einen die thematischen Schwerpunktsetzungen einzelner Kapitel, die eine gezielte Lektüre spezifischer Inhalte ermöglichen; zum anderen die (selbst-)kritischen Reflexionen in einigen Kapiteln, die sowohl Methodik als auch Ergebnisse hinterfragen.


Zum Programm "Lenzgesund"

Das Präventions- und Gesundheitsförderungsprogramm "Lenzgesund - Vernetzte frühe Hilfe rund um Schwangerschaft, Geburt und erste Lebensjahre" ist seit 2007 ein bundesweit anerkanntes Modell. Es lief über zwölf Jahre in einem benachteiligten Hamburger Quartier mit ca. 3.000 Einwohnern. Wissenschaftlich begleitet und evaluiert wurde das Projekt vom Institut für Medizin-Soziologie am Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf.


Weiterführende Informationen zum Programm "Lenzgesund - Vernetzte frühe Hilfe rund um Schwangerschaft, Geburt und erste Lebensjahre" finden Sie hier.


Zur Publikation

Trojan A, Süß W, Lorentz C, Nickel S, Wolf K (2013): Quartiersbezogene Gesundheitsförderung. Umsetzung und Evaluation eines integrierten lebensweltbezogenen Handlungsansatzes. Beltz Juventa, Weinheim und Basel. 427 Seiten, Preis: 31,99 Euro.




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Seite erstellt am: 11.08.2014 11:49:00
Autor/-in der Seite: Ann-Cathrin Hellwig






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