Aktuelle Veröffentlichung: „Resilienz“


Montag, 18. August 2014

Stärkung der Widerstandskraft


Frau entspannt auf BalkonResilienz als Stärkung der seelischen Widerstandskraft gewinnt in Forschung und Praxis zunehmend an Bedeutung. Mit ihrer aktuellen Veröffentlichung „Resilienz“ geben Prof. Dr. Klaus Fröhlich-Gildhoff und Prof. Dr. Maike Rönnau-Böse einen Einblick in das Themenfeld und stellen – auch für Prävention und Gesundheitsförderung – relevante Konzepte vor.

"Wenn sich Personen trotz gravierender Belastungen oder widriger Lebensumstände psychisch gesund entwickeln, spricht man von Resilienz. Damit ist keine angeborene Eigenschaft gemeint, sondern ein variabler und kontextabhängiger Prozess" (S.9) - mit dieser Definition leiten Prof. Dr. Klaus Fröhlich-Gildhoff und Prof. Dr. Maike Rönnau-Böse, beide tätig an der Evangelischen Hochschule Freiburg, in ihr Buch "Resilienz" ein.

Nach einer Zusammenschau der Merkmale von Resilienz und einem Überblick über relevante Studien, stellen die Autoren den Wechselwirkungsprozess zwischen Risiko- und Schutzfaktoren in den Mittelpunkt ihrer Ausführungen. Sie legen Merkmale beider Konzepte dar und verdeutlichen anhand eines Fallbeispiels, dass Resilienz keine anhaltende Persönlichkeitseigenschaft ist, sondern sich im Kontext alltäglicher Anforderungen und Ressourcen verändert (S.33).

Anschließend widmen sich Fröhlich-Gildhoff und Rönnau-Böse den sog. Resilienzfaktoren. Diese werden als Eigenschaften definiert, die vor allem während der Kindheit in der Interaktion mit der Umwelt sowie durch die erfolgreiche Bewältigung von altersspezifischen Entwicklungsaufgaben erworben werden. Sechs als besonders wichtig eingeschätzte Schutzfaktoren (Selbstwahrnehmung, Selbststeuerung, Selbstwirksamkeit, soziale Kompetenz, adaptive Bewältigungskompetenz, Problemlösen) werden herausgegriffen und ausführlicher vorgestellt.

Dass frühzeitige Unterstützung und Förderung dazu beitragen, die Entwicklung von Kindern positiv zu beeinflussen, zeigt das Autorenteam anhand ausgewählter Ergebnisse der Resilienzforschung auf und hebt in diesem Zusammenhang die Bedeutung von Prävention hervor. Es folgen ein Überblick zum aktuellen Forschungsstand präventiver Programme, allgemeine Anforderungen an diese sowie ein abschließendes Kapitel zu resilienzorientierten Präventionsprogrammen.


Abschließend lässt sich festhalten, dass das Ziel des Buches "die grundlegenden Konzepte der Resilienz und der Resilienzförderung verständlich darzustellen" (S.8) erreicht wurde. Eine verständliche Sprache, ein weiterführendes Glossar, grafische Aufbereitungen und kurze Merksätze ermöglichen einen schnellen Zugang zum Themenfeld; die Publikation ist damit insbesondere für StudienanfängerInnen und interessierte Laien geeignet. Die aufgeführten Literaturhinweise machen die Veröffentlichung zudem zu einer geeigneten Grundlage zur weiteren Auseinandersetzung mit der Thematik.

Vergleichsweise knapp abgehandelt wird jedoch die Einordnung des Resilienzkonzepts in die Forschungslandschaft. Insbesondere die Abgrenzung zwischen Prävention und Resilienz bleibt eher oberflächlicher Natur. Einen vertieften Einblick in die Resilienzforschung aus der Perspektive der systemischen Präventionstheorie bietet demgegenüber der Beitrag "Resilienz aus präventionstheoretischer Perspektive" von Dr. Martin Hafen, Dozent am Institut für Sozialmanagement, Sozialpolitik und Prävention der Hochschule Luzern. Dieser Beitrag kann online kostenfrei als PDF-Dokument heruntergeladen werden (Link...).

Zur Publikation

Rönnau-Böse M, Fröhlich-Gildhoff K (2014): Resilienz. 3. Auflage. Ernst Reinhardt Verlag München Basel; 99 Seiten; Preis: 12,90 Euro.




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Seite erstellt am: 18.08.2014 14:28:00
Autor/-in der Seite: Ann-Cathrin Hellwig