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Studien verzeichnen einen Rückgang der Kariesprävalenz


Donnerstag, 18. September 2014

Zahngesundheit von Kindern und Jugendlichen: „Soziale Schieflage des Kariesbefalls“


Kinder auf RutscheStudien verzeichnen einen Rückgang der Kariesprävalenz in Deutschland – dieser trifft jedoch nicht gleichermaßen auf alle Kinder und Jugendlichen zu. Notwendig ist es somit, spezifische Risikogruppen zu identifizieren und diesen adressatengerechte Präventionsmaßnahmen anzubieten. Grundlage dafür bilden u.a. die Auswertungen der KIGGS-Studie.

Für die Zahngesundheit von Kindern und Jugendlichen lässt sich ein überwiegend positiver Trend feststellen: Während ein 12-jähriges Kind Mitte der 90er Jahre noch 2,44 wegen Karies zerstörte, gefüllte oder entfernte Zähne aufwies, sind es heute durchschnittlich 0,7.

Zurückgeführt wird diese positive Entwicklung sowohl auf die wissenschaftlich abgesicherte Kenntnis des Entstehungsprinzips von Karies sowie die daraus abgeleiteten Präventionsaktivitäten. Zugleich jedoch zeigen wissenschaftliche Studien, dass eine immer kleinere Gruppe den größten Teil erkrankter Zähne auf sich vereint. Vordringliche Aufgabe ist es vor diesem Hintergrund, spezifische Risikogruppen zu identifizieren und diesen adressatengerechte Präventionsmaßnahmen anzubieten.

Eine Datengrundlage dafür bilden die Auswertungen des Kinder- und Jugendgesundheitssurveys (KiGGS). Diese zeigen u.a. alters- und geschlechtsabhängige Unterschiede im Zahnputzverhalten. Ein unzureichendes Zahnputzverhalten weisen vor allem Jungen auf; Verbesserungsbedarf besteht insbesondere in der Altersgruppe der 14- bis 17-Jährigen - hier weicht etwa jeder Dritte von der empfohlenen Zahnputzfrequenz (zwei Mal täglich) ab.

Als entscheidend für eine frühzeitige Entdeckung von Zahnerkrankungen gilt die Inanspruchnahme zahnärztlicher Kontrolluntersuchungen. Während 92,3 Prozent der befragten Kinder und Jugendlichen angeben, mindestens ein Mal jährlich zum Zahnarzt/zur Zahnärztin zu gehen, berichten lediglich 73,7 Prozent der Befragten, tatsächlich in den vergangenen 12 Monaten einen Zahnarzt/eine Zahnärztin aufgesucht zu haben. Der Anteil derer, die nach eigenen Angaben (noch) nicht bzw. seltener als ein Mal im Jahr zum Zahnarzt/zur Zahnärztin gehen, fällt unter den 3- bis 6-Jährigen mit 16,2 Prozent besonders hoch aus.

Besonderen Einfluss auf die Mundhygiene nehmen den Auswertungen der KiGGS-Studie zufolge der soziale Status der Familie sowie das Vorliegen eines Migrationshintergrunds. So putzen sich 35 Prozent der Mädchen und Jungen, die aus einer Familie mit niedrigem Sozialstatus stammen, seltener die Zähne als empfohlen; dies gilt ebenso für 24 Prozent der Kinder aus Familien mit mittleren und 17 Prozent der Kinder aus Familien mit hohem Sozialstatus. Auch weisen Mädchen und Jungen aus Familien mit Migrationshintergrund mit 42 Prozent häufiger eine unzureichende Putzfrequenz auf, als jene ohne Migrationshintergrund (22 Prozent). Ebenso werden zahnärztlichen Kontrolluntersuchungen von Kindern mit Migrationshintergrund sowie von Mädchen und Jungen aus Familien mit niedrigem sozialen Status seltener wahrgenommen.


Handlungsbedarf und Handlungsempfehlungen

Handlungsbedarf besteht vor dem Hintergrund dieser Ergebnisse vor allem bei Kleinkindern, bei Mädchen und Jungen aus sozial schwachen Familien und bei Kindern mit Migrationshintergrund.

Zur Förderung der Mundgesundheit wird insbesondere der verstärkte Einsatz aufsuchender Angebote (z.B. durch Hebammen, Kinderkrankenpflegepersonal) diskutiert; ebenfalls erscheint es sinnvoll, im Rahmen von Eltern-Cafés sowie Familien- und Jugendzentren das Thema "Zahngesundheit" intensiver aufzugreifen. Darüber hinaus hat sich für die Arbeit mit Migrantinnen/Migranten der Multiplikator-Ansatz als wirkungsvoll erwiesen.

Zur Förderung der Mund- und Zahngesundheit sollten weiterhin verhältnispräventive Maßnahmen berücksichtigt werden. Diese umfassen bspw. ein gesundes Angebot am Schulkiosk und in Schüler-Cafés sowie die Bereitstellung geeigneter Toiletten- und Waschräume in Kitas und Schulen, um eine tägliche Zahnpflege zu ermöglichen.


Quellen
  • Mundgesundheitsverhalten von Kindern und Jugendlichen in Deutschland - Erste Ergebnisse aus dem Kinder- und Jugendgesundheitssurvey (KiGGS). Link...
  • Mundhygiene - Daten des KiGGS zum Karies-präventiven Verhalten. Link...
  • Mundgesundheit, Heft 47 des RKI. Link...
  • Mundhygiene und Kariesprophylaxe. Link...

Weiterführende Informationen

Anlässlich des Tags der Zahngesundheit hat die Deutsche Arbeitsgemeinschaft für Jugendzahnpflege e.V. (DAJ) zahlreiche Informationen mit dem Fokus auf Gruppenprophylaxe zusammengestellt. Diese finden Sie hier.

Weitere Beiträge zum Thema "Zahngesundheit" finden Sie auf der Homepage der BVPG:

  • Interview zum Tag der Zahngesundheit. Link...
  • Zahngesundheit in Deutschland. Link...
  • Welchen Einfluss hat das Geschlecht auf die Mundgesundheit? Link...



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Seite erstellt am: 18.09.2014 13:06:00
Autor/-in der Seite: Ann-Cathrin Hellwig






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