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Vielfältige gesundheitliche Belastungen pflegender Angehöriger


Montag, 11. Mai 2015

Pflege – ein Kraftakt für Angehörige?!


Ältere Frau und TochterTrotz vielfältiger (gesundheitlicher) Belastungen nehmen die meisten pflegenden Angehörigen keine professionelle Unterstützung in Anspruch – so ein Ergebnis der Pflegestudie der Techniker Krankenkasse (TK), für die das Meinungsforschungsinstitut Forsa mehr als 1.000 pflegende Angehörige befragt hat.

Lediglich 41 Prozent der Pflegenden nehmen professionelle Unterstützung in Anspruch, acht Prozent nutzen zeitweise die Unterstützung von professionellen Einrichtungen wie Tages-, Nacht- oder Kurzzeitpflege. Wie die Auswertungen der TK-Pflegestudie zeigen, sind entsprechende Entlastungsangebote sowie die Möglichkeit, individuelle Beratungsangebote wahrzunehmen, zahlreichen Pflegenden nicht bekannt.

Eine Herausforderung stellt für viele Pflegende zudem die Vereinbarkeit von Beruf und Pflegetätigkeit dar. Den Auswertungen zufolge hat nahezu jede/r Dritte die Arbeitszeit aufgrund der Pflegesituation reduziert. Darüber hinaus ist fast jede/r zweite Pflegende nicht berufstätig - dies ist bei 19 Prozent der Befragten auf die Pflegetätigkeit zurückzuführen.

Pflegende Angehörige schätzen ihren eigenen Gesundheitszustand im Vergleich zur Gesamtbevölkerung weniger positiv ein. Insbesondere Muskelverspannungen, Rückenschmerzen, Erschöpfung, Stress und Schlafprobleme zählen zu den am häufigsten genannten Belastungen. Personen, die Pflegebedürftige mit Demenz pflegen, sind zudem signifikant stärker belastet.


Pflege als Risikofaktor für psychische und körperliche Erkrankungen

Dass pflegende Angehörige in besonderer Weise gesundheitlich belastet sind, belegt auch eine aktuelle Studie der Universität Rotterdam. Forscherinnen und Forscher untersuchten mithilfe der Daten von 8.000 Seniorinnen und Senioren in Europa, wie sich die Pflegetätigkeit auf die Gesundheit von pflegenden Angehörigen auswirkt. Die Analyse ergab, dass ihr Risiko für eine psychische oder körperliche Erkrankung um rund 20 Prozent höher war als bei nicht-pflegenden Personen. Vor diesem Hintergrund warnen die WissenschaftlerInnen, dass mehr Pflege durch Angehörige das Gesundheitssystem eher be- als entlasten könnte.


Pflege als Ressource

Dass Pflege hingegen auch mit positiven Aspekten assoziiert sein kann, belegen die Ergebnisse der TK-Pflegestudie: Demnach schöpft die große Mehrheit der pflegenden Angehörigen (81 Prozent) auch Kraft aus dem Wissen, dass der/die Pflegebedürftige weiterhin zuhause wohnen kann. Für knapp die Hälfte der pflegenden Angehörigen wird die Pflegetätigkeit auch als Bereicherung des eigenen Lebens empfunden und 64 Prozent der Befragten geben an, dass die Pflegetätigkeit sogar das Verhältnis zum Pflegebedürftigen verbessert habe.


Die Zukunft der Pflege

"Künftig müsse Pflege anders als heute organisiert werden", so das Fazit der TK-Pflegestudie. Berufstätigkeit habe heute insbesondere bei den jüngeren Frauen einen anderen Stellenwert. Darüber hinaus fordere die moderne Arbeitswelt stärker als früher Mobilität. Unterstützungsleistungen der professionellen Pflege würden daher immer wichtiger.

Quellen
  • TK-Pflegestudie 2015
  • Zur Studie "Pflegen: Belastung und sozialer Zusammenhalt. Eine Befragung zur Situation von pflegenden Angehörigen" gelangen Sie hier.
  • Zur TK-Pressemitteilung vom 10.03.2015 "TK-Pflegestudie zeigt: Die Mehrheit der pflegenden Angehörigen verzichtet auf professionelle Unterstützung" gelangen Sie hier.
  • Hiel L. et al. (2015): Providing personal informal care to older European adults: Should we care about the caregivers’ health? Link...



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Seite erstellt am: 11.05.2015 09:01:00
Autor/-in der Seite: Ann-Cathrin Hellwig






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