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Prävention und wirtschaftliche Entwicklung


Montag, 16. November 2015

Rechnet sich Prävention? Neue Studie für Baden-Württemberg gibt Antworten


Taschenrechner und RotstiftDie BASYS Beratungsgesellschaft für angewandte Systemforschung mbH, Augsburg, hat in einem Gutachten die „Bedeutung der Prävention und Gesundheitsförderung für die wirtschaftliche Entwicklung Baden-Württembergs“ untersucht – mit dem Ergebnis: Prävention rechnet sich!

Leitidee der Autoren der Studie ist: "Die Gesundheit der Bevölkerung ist zusammen mit dem Bildungsniveau ein zentraler Wirtschaftsfaktor. Beide Faktoren bestimmen gemeinsam das Humanvermögen einer Region. Ausgaben, die der Erhaltung und der Verbesserung der Gesundheit der Bevölkerung (...) dienen, können daher als Investitionen in den Wirtschaftsstandort betrachtet werden." (Schneider et al. 2015, S. 1). 

Vor diesem Hintergrund gehen sie in ihrer Arbeit vier Fragestellungen nach:

  1. Wie unterscheiden sich Gesundheit und Wirtschaftswachstum auf kommunaler Ebene in Baden-Württemberg (BW)?
  2. Wie hoch sind die Ausgaben für Prävention und Gesundheitsförderung in BW und wie werden sie finanziert?
  3. Welche Wertschöpfungseffekte sind mit den Maßnahmen der Prävention und Gesundheitsförderung verbunden?
  4. Welche Handlungsempfehlungen ergeben sich zur Prävention und Gesundheitsförderung in BW auf kommunaler Ebene? 

In Abstimmung mit den gesundheitsbezogenen Rechenwerken des Statistischen Bundesamtes, der Gesundheitswirtschaftlichen Gesamtrechnung und entsprechender Daten auf Landesebene werden elf Leistungsbereiche der Prävention und Gesundheitsförderung unterschieden. Diese werden in der Folge differenziert betrachtet. 

Regionale Gesundheitsunterschiede auf Ebene der 44 Stadt- und Landkreise werden anhand eines Regionalen Gesundheitsbarometers quantifiziert, das auf einem Ansatz der Universität von Wisconsin aufbaut (Link...). Dadurch wird der Bogen zur Gesundheitsversorgung und einzelnen Settings geschlagen. Als zentraler Indikator für die Gesundheit einer Region wird ferner das "Gesundheitsvermögen" ermittelt (S. 87f), das eine grundlegende Größe in gesundheitsökonomischen Analysen darstellt (Cutler et al. 1997) und ermöglicht, die gesundheitliche Entwicklung von Stadt- und Landkreisen zu beobachten, abzubilden und zu vergleichen. 

Die entsprechenden Analysen der Studie führen zu dem Ergebnis: Im nationalen Vergleich ist BW im Hinblick auf die Wirtschaft insgesamt und auf das Gesundheitssystem und die Gesundheitswirtschaft bezogen gut aufgestellt (S. 19). Jedoch: "Die regionalen Unterschiede im Gesundheitsvermögen sind beachtlich. (...) Für BW kann ein enger Zusammenhang zwischen dem Gesundheitsvermögen der Erwerbstätigen und der Wirtschaftskraft gezeigt werden: Regionen mit höherem (Gesundheits-)Vermögen haben ein höheres Wirtschaftswachstum." 

Auch die Untersuchung der Kosten-Effektivität von Präventionsmaßnahmen an den Beispielen "Kindergesundheit", "Erwerbstätige", "Vermeidung von Pflegebedürftigkeit" und "Soziale Brennpunkte" bringt jeweils positive Ergebnisse (S. 62) - allerdings warnen die Autoren: "Die alleinige Betrachtung von Kostenersparnissen wird den Präventionsmöglichkeiten nicht gerecht"! 

Gefördert wurde die 120 Seiten umfassende Studie von der Robert Bosch Stiftung und dem Ministerium für Arbeit und Sozialordnung, Familie, Frauen und Gesundheit Baden-Württemberg (Schneider et al. 2015). 

 

 

Weiterführende Informationen zur Studie erhalten Sie hier.

 

 

Quellen

Schneider, M., Hofmann, U., Köse, A., Krauss, T., Brecht, J. G. (2015), Die Bedeutung der Prävention und Gesundheitsförderung für die wirtschaftliche Entwicklung Baden-Württembergs - Eine Argumentationshilfe auf Landes- und Kreisebene -, Studie gefördert vom Ministerium für Arbeit und Sozialordnung, Familie, Frauen und Senioren und der Robert Bosch Stiftung, BASYS, Augsburg.

Cutler, D. M., Richardson, E. (1997), Measuring the Health of the U. S. Population, Brookings Papers on Economic Activity, in: Microeconomics, Vol. 1997. (1997), Harvard University: 217-282

 

 


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Seite erstellt am: 16.11.2015 14:01:00
Autor/-in der Seite: Dr. Uwe Prümel-Philippsen, BVPG