Startseite : Gesunde Kinder und Jugendliche : Statuskonferenz Schule

Gesundheitsförderung an Schulen wird zunehmend wichtiger


Donnerstag, 26. November 2015

Schulen gesundheitsförderlich entwickeln und erhalten Nachlese zur BVPG-Statuskonferenz


GrundschülerInnenGesundheitsförderung an Schulen wird zunehmend wichtiger. Doch wie ist eigentlich der Status quo, welche Ansätze gibt es zur Entwicklung und Sicherung von Qualität und welche Perspektiven ergeben sich aus dem Präventionsgesetz? U.a. diese Fragen griff die Bundesvereinigung Prävention und Gesundheitsförderung e.V. (BVPG) mit der Statuskonferenz „Schulen gesundheitsförderlich entwickeln und erhalten“ Mitte November 2015 in Fulda auf.

Erste Impulse gaben Helga Kühn-Mengel, MdB und Präsidentin der Bundesvereinigung Prävention und Gesundheitsförderung e.V. (BVPG), und Maria Becker, Leiterin der Unterabteilung 42 Prävention im Bundesministerium für Gesundheit. Sie machten deutlich, dass die Anforderungen an Schulen in den letzten Jahren zugenommen haben. Längst sind diese nicht mehr nur Orte der Wissensvermittlung; vielmehr sind Schulen Sozial- und Lebensräume, in denen auch Gesundheitsförderung eine zunehmend wichtige Rolle spielt. Mit dem Präventionsgesetz wurden hier nun Möglichkeiten zur weiteren Ausgestaltung geschaffen.

Peter Paulus, Professor an der Leuphana Universität Lüneburg, gab anschließend einen Überblick über die Entwicklung der schulischen Gesundheitsförderung. Positiv hob der Referent hervor, dass hier ein Perspektivwechsel stattgefunden habe. Statt "Schule im Dienst der Gesundheit" gelte nun das Motto "Gesundheit im Dienst der Schule". Demnach stellt die Schule mit ihren pädagogischen Bildungs- und Erziehungsaufträgen den Ausgangspunkt dar; der Aspekt der Gesundheit trägt dann dazu bei, diesem Auftrag effektiver nachkommen zu können.

 
Qualität und Wirksamkeit von Programmen

Die Aspekte Qualität und Wirksamkeit standen im Fokus des anschließenden Impulsforums. Mit den Programmen "Klasse2000" (Link...), "Landesprogramm NRW: Bildung und Gesundheit" (Link...), "Gesund leben lernen - Gesundheitsmanagement in Schulen" (Link...) und "Schule und Gesundheit in Hessen - Zertifikat gesundheitsfördernde Schule" (Link...) stellten die Referentinnen und Referenten Beispiele guter Praxis vor und machten deutlich, dass eine gesundheitsförderliche Schulentwicklung sowohl verhältnis- als auch verhaltenspräventiver Maßnahmen bedarf und die Gesundheit aller am System "Schule" Beteiligten in den Blick nehmen muss.

 
Schulen gesundheitsförderlich entwickeln - Bilanz und Ausblick (auch) vor dem Hintergrund des Präventionsgesetzes

In der nachfolgenden Podiums- und Plenumsdiskussion griffen Beate Proll, Ständige Konferenz der Kultusminister der Länder der Bundesrepublik Deutschland, Thomas Holm, Techniker Krankenkasse, Andrew Orrie, Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung e.V., sowie Martina Kolbe, Landesvereinigung für Gesundheit Sachsen-Anhalt e.V., das Handlungsfeld "Schulen gesundheitsförderlich entwickeln" auf und diskutierten Bilanz und Ausblick - (auch) vor dem Hintergrund des Präventionsgesetzes.

Die Diskussions-Teilnehmerinnen und -Teilnehmer sprachen sich dafür aus, dass mit dem Präventionsgesetz zunächst eine Bestandsaufnahme vorhandener Programme und Angebote erfolgen müsse. Diese sei notwendig, um gegenwärtige Parallelstrukturen aufzudecken und eine sinnhafte Steuerung zu ermöglichen. Erforderlich sei es hier, einen gemeinsamen Konsens der Beteiligten herzustellen, um die zur Verfügung stehenden finanziellen Mittel in die richtigen Bahnen zu lenken.

Ebenfalls wurde in der Diskussion der Aspekt der Nachhaltigkeit thematisiert. Diese lässt sich nach Meinung der Teilnehmenden am ehesten über die Qualifizierung von Lehrkräften sichern. Verwiesen wurde in diesem Zusammenhang auch auf die Notwendigkeit einer "Kümmerers" an Schulen, der gesundheitsförderliche Maßnahmen koordiniert und umsetzt. Die Diskussionsteilnehmerinnen und -teilnehmer stellten zudem die Vielfalt der Schulformen und -typen heraus. Standardisierte Programme können dieser nicht in vollem Umfang gerecht werden; vielmehr bedarf es spezifischer Konzepte, die diese Vielfalt aufgreifen - insbesondere vor dem Hintergrund der geforderten Inklusion gewinnen hier auch kultursensible Parameter an Bedeutung.

 
Weiterentwicklungsbedarf in der schulischen Gesundheitsförderung

Mit der Frage "Welcher Weiterentwicklungsbedarf besteht darüber hinaus?" setzten sich abschließend Prof. Dr. Birgit Babitsch, Universität Osnabrück, und Dr. Janine Neuhaus, Universität Potsdam, auseinander.

Mit den Anti-Gewalt-Veranstaltungen der Polizei Berlin stellte Dr. Janine Neuhaus ein evaluiertes Präventionsprogramm vor. Hierbei handelt es sich um ein 180-minütiges Training zur Deeskalation von Konflikten im Kindes- und Jugendalter. Das von Frau Prof. Babitsch geleitete Projekt "Grundgesund - die Grundschul-Gesundheitsuntersuchung für Drittklässler" (Link...) kombiniert eine individuelle schulärztliche Untersuchung mit Aktivitäten im Bereich der Gesundheitsförderung. Ziel ist es, Kinder bei ihrer schulischen Entwicklung und die Schule bei der langfristigen Etablierung einer gesunden Lebenswelt zu unterstützen.

Wie anhand der vorgestellten Programme deutlich wurde, sollten Konzepte nach wissenschaftlich belegten Wirksamkeitskriterien erstellt werden. Ebenfalls ist es den Erfahrungen der Referentinnen zufolge sinnvoll, für eine strukturelle Einbettung von Einzelmaßnahmen zu sorgen sowie außerschulische Partner mit ihren jeweiligen Stärken einzubinden und mit diesen gemeinsame Ziele und Strategien zu entwickeln. 

  

Die Erstellung einer Veranstaltungsdokumentation ist vorgesehen. Diese steht Ihnen in Kürze hier zur Verfügung. 

 

 

Aktivitäten von BVPG-Mitgliedern im Setting "Schule"

 

 


Dieser Beitrag gefällt 59 Person(en)


Seite erstellt am: 26.11.2015 13:50:00
Autor/-in der Seite: Ann-Cathrin Hellwig