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Soziale Integration bewirkt positive Gesundheitseffekte


Dienstag, 22. Dezember 2015

Vorzeitige Sterblichkeit durch Einsamkeit?!


FamilieUm gesund zu bleiben, setzen einer GfK-Umfrage zufolge 71 Prozent der Deutschen auf gemeinsame Unternehmungen mit Familie oder Freunden. Dass soziale Integration tatsächlich mit positiven Gesundheitseffekten einhergeht und sogar lebensverlängernd wirkt, belegt nun eine aktuelle Studie eines WissenschaftlerInnenteams der Brigham Young University in Utah.

In ihre Metaanalyse bezogen die WissenschafterInnen um Julianne Holt-Lunstad 70 Studien ein, die Daten von mehr als 3,4 Millionen Menschen umfassen. Fokus der berücksichtigten Studien war jeweils der Zusammenhang zwischen den Faktoren Einsamkeit, soziale Isolation, Alleinleben und Sterblichkeit.

Wie die WissenschaftlerInnen anhand ihrer Auswertungen aufzeigten, gehen soziale Isolation, Einsamkeit und Alleinleben mit einem erhöhten Mortalitätsrisiko einher: Fühlen sich Menschen einsam, erhöht dies das Risiko einer vorzeitigen Sterblichkeit um 26 Prozent; die fehlende Integration in eine Gemeinschaft (soziale Isolation) erhöht das Sterblichkeitsrisiko um 29 Prozent; der Faktor Alleinleben steigert diese sogar um 32 Prozent.

Statistisch gesehen bedrohen diese Faktoren die Langlebigkeit eines Menschen in einem ähnlich hohen Ausmaß wie Rauchen oder Adipositas, so die Wissenschaftlerinnen.

 

Protektiver Effekt sozialer Beziehungen

Während der Mangel an sozialen Beziehungen ein zusätzliches Gesundheitsrisiko darstellt, zeigte sich jedoch umgekehrt, dass Menschen, die sozial eingebunden sind, höhere Überlebensraten aufweisen. Vor diesem Hintergrund ist es aus Public Health-Perspektive wichtig, sich dem Problem der wachsenden Zahl von Alleinlebenden zu stellen, so die Autorinnen und Autoren. Diese Herausforderung müsse auf die Agenda von Public Health-Initiativen gesetzt werden, damit Einsamkeit und soziale Isolation als Risikofaktoren mehr Beachtung finden.  

 

 

Quellen

Holt-Lunstad J et al. (2015): Loneliness and Social Isolation as Risk Factors for Mortality: A Meta-Analytic Review. In: Perspectives on Psychological Science, Vol 10 (2), 227-237.

GfK-Pressemitteilung (2015): Familie, Freunde und Haustiere halten Deutsche gesund. Globale GfK-Studie zur Erhaltung der physischen Gesundheit. Link...

 

 


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Seite zuletzt geändert am: 22.12.2015 15:22:00, ursprünglich angelegt am: 09.12.2015 15:22:00
Autor/-in der Seite: Ann-Cathrin Hellwig