Lebenserwartung wird von vielen Faktoren beeinflusst


Montag, 22. August 2016

Berufswahl nimmt Einfluss auf Lebenserwartung


AzubisDass Rauchen, Ernährung oder Bewegung Einfluss auf die Lebenserwartung nehmen, ist hinlänglich bekannt. Doch wie verhält es sich mit dem Beruf, dem Einkommen oder dem Bildungsstand? Dieser Frage sind nun WissenschaftlerInnen aus Wien nachgegangen.

Die Lebenserwartung wird von vielen Faktoren beeinflusst. Inwiefern der Beruf, das Einkommen und das Bildungsniveau damit zusammenhängen, untersuchte eine Forschergruppe um Marc Luy, Vienna Institute of Demography. Dazu wurden Daten des Lebenserwartungssurveys des Bundesinstitutes für Bevölkerungsforschung herangezogen.  

 

Lebenserwartung in Abhängigkeit vom Beruf

Wie die Daten verdeutlichen, hat ein 40-jähriger Bergarbeiter eine weitere Lebenserwartung von 26 Jahren, wohingegen Beschäftigte im Dienstleistungsbereich noch durchschnittlich 35 Jahre leben. LehrerInnen und DozentInnen werden durchschnittlich 80 Jahre alt und leben damit 14 Jahre länger als Beschäftigte im Bergbau.  

 
Lebenserwartung in Abhängigkeit vom Einkommen

Auswirkungen auf die Lebenserwartung lassen sich auch in Abhängigkeit vom Einkommen nachweisen: Die Unterschiede in der Lebenserwartung zwischen dem höchsten und niedrigsten Einkommensquartil liegen bei den Männern bei fünfeinhalb, bei den Frauen bei vier Jahren. So können 40-jährige Männer, die sich der höchsten Einkommensgruppe zuordnen lassen, eine verbleibende Lebenszeit von knapp 37 Jahren erwarten; Männern der niedrigsten Einkommensgruppe stehen noch etwa 31 Jahre bevor. 40-jährige Frauen, die der höchsten Einkommensgruppe zugeordnet werden können, leben durchschnittlich noch 43 Jahre; Frauen der niedrigsten Einkommensgruppe weisen eine fernere Lebenserwartung von etwa 39 Jahren auf. 

 
Lebenserwartung in Abhängigkeit vom Bildungsniveau

Ebenso verspricht eine höhere Bildung eine längere Lebenserwartung. Männliche Akademiker haben mit 40 Jahren noch eine Lebenszeit von 38 Jahren vor sich, Männer mit Realschulabschluss jedoch nur 32 Jahre. Frauen mit Studium leben im Schnitt zwei Jahre länger als weniger gebildete Frauen. Damit zeigt die Studie "wie unerwartet groß die Schere in der Lebenserwartung selbst in einem so hoch entwickelten Land wie Deutschland ist und wie sehr einige Bevölkerungsgruppen hier benachteiligt sind", so das Resümee der AutorInnen.   

 

Quelle:

Luy M et al. (2016): Die ungleiche Verteilung von Lebensjahren. In: Demografische Forschung. Aus erster Hand. Jg. 13, 2. Quartal. Link (PDF)...

 

 


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Seite zuletzt geändert am: 22.08.2016 09:14:00, ursprünglich angelegt am: 09.08.2016 09:14:00
Autor/-in der Seite: Ann-Cathrin Hellwig, Timo Haas