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Fitness als Schutz vor Stress?


Montag, 2. Januar 2017

Bewegung statt Sofa: Körperliche Fitness schützt vor stressbedingten Herzerkrankungen


Frau auf dem LaufbandNoch immer stellen Herz-Kreislauf-Erkrankungen die häufigste Todesursache in Industriestaaten dar, wobei viele dieser Erkrankungen durch beruflichen Stress bedingt sind. Einer Kooperationsstudie aus der Schweiz und Schweden zufolge kann körperliche Fitness vor allem bei chronischem Stress vor den Risiken einer Herzerkrankung schützen.

Psychosozialer und berufsbedingter Stress können neben eingeschränktem Wohlbefinden auch mit ernstzunehmenden gesundheitlichen Konsequenzen einhergehen. Mit einem erhöhten Stresslevel steigt auch die Wahrscheinlichkeit für Bluthochdruck und gesundheitsschädliche Blutfettwerte, die auf lange Sicht zu Herzerkrankungen führen können. Auch die seelische Gesundheit leidet unter Stress am Arbeitsplatz. Immer öfter fehlt den Betroffenen jedoch nach Feierabend der Antrieb für Sport, der nicht selten als zusätzlicher Stress empfunden wird. Einer kürzlich veröffentlichten Studie zufolge ist die selbst verordnete Ruhepause jedoch meistens genau der falsche Ansatz, um sich vor Herz-Kreislauf-Erkrankungen zu schützen.  

 

Fitness als Schutz vor Stress?

Bereits seit den 1980er Jahren wird vermutet, dass körperliche Fitness als Schutz vor negativen Auswirkungen von chronischem Stress dienen kann. Bisher gab es dafür allerdings kaum empirische Evidenz. Nun hat eine länderübergreifende Kooperationsstudie der Universität Basel und einiger schwedischer Universitäten den Zusammenhang zwischen Stress und kardiovaskulären Risikofaktoren erneut untersucht und die Vermutung bestätigt.  

An der Studie teilgenommen haben knapp 6.000 Angestellte aus dem Gesundheitswesen, von denen schließlich 100 Frauen sowie 100 Männer in die Bewertung einbezogen wurden. Für die Teilnahme wurden ProbandInnen im Alter von 25 bis 50 Jahren mit einem Body-Mass-Index (BMI) zwischen 18.5 und 30 ausgewählt, die sich während der Studie unter keinerlei Medikamenteneinfluss befanden. Des Weiteren wurde darauf geachtet, dass bei den ProbandInnen weder Stoffwechselerkrankungen wie Diabetes noch temporäre Infektionen vorlagen, um mögliche Einflüsse auf die Gesundheit ausschließen zu können. Im weiteren Verlauf wurden die Teilnehmenden nach ihrem subjektiven Stressempfinden befragt und anschließend in zwei Gruppen mit jeweils überdurchschnittlich hohem oder niedrigem Stresslevel eingeteilt.  

Beide Gruppen mussten für die Studie einen Fahrradergometer-Test absolvieren, der Aussagen zur maximalen Sauerstoffaufnahme sowie zur allgemeinen Fitness ermöglichte. Besonders bei geringer Ausprägung können diese Faktoren Durchblutungsstörungen oder andere Herz-Kreislauf-Erkrankungen begünstigen. Unmittelbar nach dem Fitness-Test wurden die TeilnehmerInnen schließlich gebeten, Auskunft über ihr aktuelles Stresslevel zu geben. In der Gruppe der TeilnehmerInnen, die im Vorfeld angaben, allgemein unter wenig Stress zu leiden, konnten keine signifikanten Veränderungen des Stressempfindens durch sportliche Betätigung festgestellt werden. Im Gegensatz dazu ergaben sich nach dem Test wesentliche Verbesserungen bei den ProbandInnen, die nach eigenen Angaben unter einem chronisch erhöhten Stresslevel am Arbeitsplatz leiden: In diesem Fall wirkte sich die physische Aktivität positiv auf kardiovaskuläre Risikofaktoren aus.  

 

Bewegung statt Sofa!

Auf körperliche Betätigung sollte somit vor allem dann nicht verzichtet werden, wenn das Stresslevel als besonders hoch empfunden wird. Um gesundheitlichen Langzeitschäden durch chronischen Stress frühzeitig entgegenzuwirken, empfiehlt es sich also, nach Feierabend körperlich aktiv zu bleiben, anstatt die Füße hochzulegen.   

 

Quelle:  

Gerber, Markus/Börjesson, Mats et al.: Fitness Moderates the Relationship between Stress and Cardiovascular Risk Factors, in: Medicine & Science in Sports & Exercise, No. 48(11), November 2016, S. 2075-2081.

 

 


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Seite zuletzt geändert am: 02.01.2017 09:03:00, ursprünglich angelegt am: 28.11.2016 14:03:00
Autor/-in der Seite: Hannah Rüdiger