Nutzung von Smartphones und Tablets


Donnerstag, 8. Dezember 2016

Schmerzen und Entzündungen durch Smartphone und Co.


Notebook und MobiltelefonLängst sind Tablet-PCs und Smartphones nicht mehr nur Unterhaltungsmedien, sondern feste Bestandteile der Arbeitswelt. Einer Übersichtsstudie zufolge kann die permanente Nutzung von diesen sogenannten Smart Devices jedoch zu weitreichenden physischen Belastungen und schmerzhaften Beschwerden führen.

Die Übersichtsstudie mit dem Titel "Review zu physischer Beanspruchung bei der Nutzung von Smart Mobile Devices" wurde von der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) herausgegeben und basiert auf der Auswertung von insgesamt 41 Studien. Wie die Meta-Analyse zeigt, kann die Nutzung von Smartphones und Tablets sowohl zu motorischen als auch zu visuellen Beschwerden führen. Beeinträchtigt sind vor allem die Muskelgruppen im Schulter-Nacken-Bereich, die Ober- und Unterarme sowie die Handgelenke. Auch der Oberkörper und die Rückenmuskulatur leiden unter der ständigen Verwendung von Smart Devices. Grund dafür ist in erster Linie die schlechte Körperhaltung, die meist während der Nutzung eingenommen wird. Vor allem durch eine starke Neigung des Kopfes und des Nackens wird die dortige Muskulatur einer hohen Belastung ausgesetzt, die sich auch auf angrenzende Muskelgruppen auswirken und zu Schmerzen oder sogar Entzündungen führen kann.  

 

Belastungen durch Smart Devices

Zu einer einseitigen Belastung trägt insbesondere die einhändige Bedienung eines Touchscreens bei, die darüber hinaus mit ungewohnten Bewegungsmustern wie den kennzeichnenden Wischbewegungen der Daumen verbunden ist. Bei NutzerInnen, die ihr Smart Device nur in einer Hand halten und es dabei mit einem Daumen bedienen, ist die Belastung für den Hand-Arm-Schulter-Apparat besonders hoch.  

Je nach Lichtverhältnis und Dauer belastet die Arbeit an Tablets und Smartsphones auch die Augen. Dabei spielen sowohl die Bildschirmhelligkeit als auch die Reflektion des Displays für die subjektiv empfundene Belastung eine Rolle. Im ungünstigsten Falle wird zugunsten besserer Lesbarkeit zusätzlich eine korrigierende Körperhaltung eingenommen, sodass beispielsweise das Display durch eine starke Beugung des eigenen Körpers abgeschirmt wird. 

 

Schutzmaßnahmen am Arbeitsplatz

 Auf Basis der aktuellen Studienlage lassen sich noch keine Aussagen dazu treffen, ob die Nutzung von Smart Devices am Arbeitsplatz langfristige Schäden hinterlässt. Dennoch geben die in der Meta-Analyse einbezogenen Studien einige Hinweise, wie sich die physischen Auswirkungen eindämmen lassen. Bei längeren Einsätzen empfehlen sich beispielsweise eine externe Tastatur sowie eine Lehne für Arme und Rücken. Weiterhin sollte mit reflektionsmindernden Displays oder speziellen Folien die Sichtbarkeit des Bildschirms erhöht werden, um Augenschäden vorzubeugen. Grundsätzlich sollten gängige ergonomische Empfehlungen zur Optimierung der Körperhaltung am Arbeitsplatz berücksichtigt werden. Darüber hinaus bedarf es allerdings auch einer Anpassung des Arbeitsplatzes an die neuen, intelligenten Medien.   

 

 

Weiterführende Informationen 

Das Handlungsfeld "Digitalisierung in der Arbeitswelt" wurde auch im Rahmen der BVPG-Statuskonferenz "Gesundheitsförderung und Digitalisierung" aufgegriffen. Weitere Informationen zur Veranstaltung finden Sie hier.   

 

 

Quelle 

Tegtmeier, P.: Review zu physischer Beanspruchung bei der Nutzung von Smart Mobile Devices, in: Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (Hrsg.): baua: Bericht, Dortmund/Berlin/Dresden 2016.

 

 


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Seite erstellt am: 08.12.2016 14:13:00
Autor/-in der Seite: Hannah Rüdiger