Startseite : Psychische Gesundheit : Prävention von Depression

Prävention von Depression


Montag, 20. März 2017

Mit Prävention gegen Depressionen


Arzt mit PatientOb kognitive Verhaltenstherapie oder Online-Training – dass sich Präventionsprogramme, zumindest kurzfristig, positiv auf Menschen mit erhöhtem Depressionsrisiko auswirken können, legen nun zwei wissenschaftliche Studien nahe.

Wie jüngst amerikanische und deutsche Forschende im Rahmen zweier Studien belegten, können Programme zur Prävention von Depressionen sowohl bei Jugendlichen als auch bei Erwachsenen positive Wirkungen erzielen.

So zeigten die WissenschaftlerInnen um C. Buntrock, dass gefährdete Menschen Depressionen mit einem Online-Training vorbeugen können. Dazu wurden 406 Probandinnen und Probanden, die ein erhöhtes Depressionsrisiko aufwiesen, jedoch nicht an einer Depression erkrankt waren, nach dem Zufallsprinzip einer Interventions- und einer Kontrollgruppe zugeordnet. Während die Teilnehmenden der Kontrollgruppe mit üblichen Informationen zur Vorbeugung von Depressionen versorgt wurden, absolvierten die Teilnehmenden der Interventionsgruppe ein sechswöchiges Online-Trainingsprogramm. Dieses basierte auf Therapiemethoden der Verhaltensaktivierung und des systematischen Problemlösens, die im Alltag erprobt werden sollten.

Wie die Forschenden feststellten, erkrankten im Verlauf eines Jahres nach der Intervention 41 Prozent der Teilnehmenden aus der Kontrollgruppe; in der Interventionsgruppe lag der Anteil der an einer Depression Erkrankten bei 27 Prozent. Demnach könne bei einer von sechs Personen, die am Präventionsprogramm teilnimmt, eine neue depressive Erkrankung verhindert werden - so das Resümee der Wissenschaftler. 

 

Langzeiteffekte in den Blick nehmen

Ähnlich positive Effekte konnten auch WissenschaftlerInnen der Universität Pittsburgh mit einem Präventionsprogramm zur kognitiven Verhaltenstherapie bei Jugendlichen aufzeigen. Dieses trug den Studienergebnissen zufolge über drei Jahre zu einer Senkung der Depressionsinzidenz bei.

Wie sich jedoch im Rahmen der Nachbeobachtung - im Durchschnitt sechs Jahre nach Studienbeginn - herausstellte, war die Depressionsinzidenz sowohl in der Interventions- als auch in der Kontrollgruppe auf 62 bzw. 71 Prozent angestiegen. Ein positiver Effekt konnte v.a. in den ersten neun Monaten nach Interventionsbeginn festgestellt werden. Diesen begründeten die WissenschaftlerInnen insbesondere mit dem Angebot von Auffrischungssitzungen, an denen die Jugendlichen noch über ein halbes Jahr nach Ende der Intervention monatlich teilnehmen konnten. 

 

Quellen

Beardslee WR, Brent DA, et al. (2013): Prevention of Depression in At-Risk AdolescentsLonger-term Effects. JAMA Psychiatry. 2013;70(11):1161-1170. Link...

Brent DA et al. (2015): Effect of a Cognitive-Behavioral Prevention Program on Depression 6 Years After Implementation Among At-Risk AdolescentsA Randomized Clinical Trial. JAMA Psychiatry. 2015;72(11):1110-1118. Link...

Buntrock C/ Ebert DD/Lehr D (2016): Effect of a Web-Based Guided Self-help Intervention for Prevention of Major Depression in Adults With Subthreshold DepressionA Randomized Clinical Trial. JAMA. 2016;315(17):1854-1863. Link...

Ärzte Zeitung (2016): Verhaltenstherapie als Prävention wirkt! Beitrag vom 02.05.2016.2016. Link...

Pressemitteilung der Friedrich-Alexander Universität Erlangen-Nürnberg vom 3. Mai 2016 "FAU-Psychologe maßgeblich am Interventionsprojekt GET.ON beteiligt". Link...

 

 


Dieser Beitrag gefällt 30 Person(en)


Seite zuletzt geändert am: 20.03.2017 16:30:00, ursprünglich angelegt am: 06.03.2017 16:30:00
Autor/-in der Seite: Ann-Cathrin Hellwig