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Depression als Begleiterkrankung identifizieren


Montag, 20. März 2017

Depression – Auswirkungen auf Körper und Seele


Gestresste Frau am ArbeitsplatzDass sich Depressionen nicht nur auf den seelischen Zustand eines Menschen auswirken, sondern auch körperliche Prozesse beeinträchtigen, haben nun deutsche Forschende bestätigt. Demnach gehen von Depressionen ähnliche Risiken für tödliche Herzkreislauf-Erkrankungen aus wie von Übergewicht und Cholesterin.

Rauchen, hohe Cholesterinwerte, Fettleibigkeit, Diabetes und Bluthochdruck zählen ebenso wie Depressionen zu den Risikofaktoren für Erkrankungen des Herzkreislauf-Systems. Doch in welchem Verhältnis steht Depression zu diesen Risikofaktoren und welcher Faktor wiegt wie schwer? Diesen Fragen sind deutsche Forschende um Karl-Heinz Ladwig vom Helmholtz Zentrum München nachgegangen.

Dafür zogen die Wissenschaftler Daten der prospektiven bevölkerungsbezogenen MONICA/KORA-Studie (Link...) heran. Über einen Zeitraum von zehn Jahren untersuchten sie die Daten von 3.428 männlichen Patienten im Alter von 45 bis 74 Jahren und verglichen die Auswirkungen von Depressionen auf die Sterblichkeit mit denen der anderen Risikofaktoren.

Wie Ladwig et al. feststellten, nimmt der Anteil der durch Depression verursachten Herzkreislauf-Tode etwa 15 Prozent ein und ist damit vergleichbar mit dem Risiko eines zu hohen Cholesterinwertes oder Fettleibigkeit. Mit einem höheren Risiko stehen den Auswertungen zufolge nur noch Rauchen, Diabetes und Bluthochdruck in Verbindung.

Entsprechend sollte den Forschenden zufolge insbesondere bei Hochrisikopatienten eine diagnostische Abklärung erfolgen, um eine Depression als Begleiterkrankung identifizieren und wirksam behandeln zu können. 

 

Quellen

Ladwig, KH. et al. (2016): Room for depressed and exhausted mood as a risk predictor for all-cause and cardiovascular mortality beyond the contribution of the classical somatic risk factors in men. Atherosclerosis, doi: 10.1016/j.atherosclerosis.2016.12.003. Link...

Pressemitteilung des Helmholtz Zentrums München – Deutsches Forschungszentrum für Gesundheit und Umwelt vom 12.01.2017 „Depressionen schlagen auf das Herz wie Übergewicht und Cholesterin". Link...   

 

 


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Seite zuletzt geändert am: 20.03.2017 09:19:00, ursprünglich angelegt am: 09.03.2017 09:19:00
Autor/-in der Seite: Ann-Cathrin Hellwig