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Arbeitszeit – Wie viel ist zu viel?


Donnerstag, 4. Mai 2017

Arbeitszeit verkürzen – Gesundheit verbessern?!


Kollegen im BüroDass zu viel Arbeit der Gesundheit schadet, spüren die meisten Menschen intuitiv. Doch wie viel ist zu viel? Eine Obergrenze haben nun australische Forscherinnen und Forscher aufgezeigt: Demnach geht ein Arbeitspensum von mehr als 39 Wochenstunden mit Beeinträchtigungen der psychischen Gesundheit einher.

Grundlage der Untersuchung stellen Daten des repräsentativen Surveys "Household Income Labour Dynamics of Australia" dar. Hier wurden 3.828 Männer und 4.062 Frauen im Alter von 24 bis 65 Jahren einbezogen.

In Übereinstimmung mit vorhergehenden Studienergebnissen zeigen die Surveydaten einen Zusammenhang zwischen hoher Arbeitsbelastung und psychischen Beeinträchtigen wie gesteigerte Nervosität oder Depression auf. Mit ihren Analysen gingen die Forschenden jedoch noch einen Schritt weiter; sie stellten fest, dass gesundheitliche Beeinträchtigungen schon bei einem Arbeitspensum von 40 Stunden oder mehr auftreten.

 

Wochenarbeitszeit: Gendern empfohlen!

Auf Grundlage weiterer genderspezifischer Analysen sprachen die Forschenden zudem arbeitszeitbezogene Empfehlungen aus. Demnach sollten Männer höchstens 43,4 und Frauen maximal 38 Stunden pro Woche arbeiten. Dieser Unterschied resultiere aus einer höheren Belastung von Frauen - zum Beispiel durch Kindererziehung und Hausarbeit.

 

Realität an deutschen Arbeitsplätzen - vereinbar mit australischen Empfehlungen?

Wie der Arbeitszeitreport 2016 zeigt, sieht die Realität an deutschen Arbeitsplätzen jedoch häufig anders aus, als von den australischen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern empfohlen. Demnach arbeiten Vollzeitbeschäftigte in Deutschland im Durchschnitt 43,5 Stunden pro Woche. Von 48 Wochenstunden und mehr berichten 17 Prozent der Beschäftigten; hiervon sind deutlich mehr Männer als Frauen betroffen.

Um Aussagen darüber treffen zu können, ob lange Arbeitszeiten ein gesundheitliches Risiko darstellen, sind den Autorinnen und Autoren des Arbeitszeitreports zufolge jedoch noch weitere Faktoren zu berücksichtigen. Können Beschäftigte Einfluss auf ihre Arbeitszeitgestaltung, die Planbarkeit und Vorhersehbarkeit der Arbeitszeit nehmen, wirke sich dies beispielsweise positiv auf Gesundheit und Work-Life-Balance aus. 

 

Quellen

Dinh H, Strazdins L, Welsh J (2017): Hour-glass ceilings: Work-hour thresholds, gendered health inequities. Social Science & Medicine, Volume 176, 42-51. Link...

Wöhrmann A. et al. (2016): Arbeitszeitreport Deutschland 2016; Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin; 2016; 187 Seiten, ISBN 978-3-88261-206-6. Link...

Pressemitteilung der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin 38/16 vom 10. Oktober 2016. Link...  

 

 

 

 


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Seite zuletzt geändert am: 04.05.2017 10:35:00, ursprünglich angelegt am: 27.04.2017 10:35:00
Autor/-in der Seite: Ann-Cathrin Hellwig






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