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Bedeutung von Schlafstörungen im Arbeitsunfähigkeitsgeschehen


Mittwoch, 24. Mai 2017

Schlafstörungen nehmen deutlich zu


Junge Frau beim SchlafenNahezu 80 Prozent der Erwerbstätigen im Alter von 35 bis 65 Jahren schlafen schlecht. Jeder Zehnte leidet unter der schweren Schlafstörung Insomnie. Trotz der starken Zunahme spiegelt sich die Bedeutung von Schlafstörungen im Arbeitsunfähigkeitsgeschehen nur bedingt wider, wie aus dem DAK-Gesundheitsreport 2017 hervorgeht.

Im Rahmen der DAK-Studie wurden krankheitsbedingte Ausfalltage, ärztliche Behandlungen bei Schlafstörungen sowie Ursachen und Risikofaktoren untersucht. Bei der Analyse des Krankenstandes wurden Daten von 2,6 Millionen erwerbstätigen Versicherten der DAK-Gesundheit ausgewertet. Teil der Studie ist zudem eine Erwerbstätigenbefragung von 5.200 Frauen und Männer im Alter von 18 bis 65 Jahren.  

Die Ergebnisse der Reportbefragung zeigen, dass aktuell insgesamt fast 80 Prozent der Erwerbstätigen von Schlafstörungen betroffen sind. Seit 2010 hat v.a. der Anteil der an Ein- und Durchschlafproblemen Betroffenen bei den 35- bis 65-Jährigen zugenommen - insgesamt um 66 Prozent. Bei der schweren Schlafstörung Insomnie ist ein Anstieg um 60 Prozent zu verzeichnen.  

Trotz dieser Entwicklungen spielen Schlafprobleme im Arbeitsunfähigkeitsgeschehen nur eine geringe Rolle. Laut Statistik sind aktuell lediglich 0,29 Prozent der Erwerbstätigen pro Jahr aufgrund von Schlafstörungen krankgeschrieben. Dass der statistische Wert so gering ausfällt, liege daran, dass Schlafstörungen nur selten als diagnostizierte Ursache einer Arbeitsunfähigkeit auf der ärztlichen Krankschreibung dokumentiert werden. Die repräsentative Erwerbstätigenbefragung konnte zeigen, dass tatsächlich 3,7 Prozent der Erwerbstätigen pro Jahr sich wegen einer Schlafstörung krank melden. Die Betroffenenquote ist damit 13-mal höher als in der Arbeitsunfähigkeitsstatistik sichtbar. 

 

Ursachen liegen in Arbeitsbedingungen und im Verhalten 

Laut DAK-Studie können Arbeitsbedingungen, wie z.B. hohe Leistungsanforderungen oder Schichtarbeit, einen gesunden Schlaf beeinträchtigen. Aber auch im Verhalten der Arbeitnehmenden liegen Ursachen. So erledigt jeder achte Beschäftigte zuhause noch dienstliche E-Mails oder die Planung des nächsten Arbeitstages, was Schlafprobleme fördert. 

 

Betroffene meiden professionelle Hilfe 

Trotz Schlafstörungen suchen nur wenige Betroffene professionelle Hilfe auf, wie aus der Erwerbstätigenbefragung der DAK-Studie hervorgeht. Lediglich 4,8 Prozent der Betroffenen waren im letzten Jahr aufgrund ihrer Schlafprobleme in ärztlicher Behandlung. Selbst bei den an Insomnie leidenden Beschäftigten gaben 70 Prozent an, noch nie professionelle Unterstützung in Anspruch genommen zu haben. Stattdessen wird häufig zur Selbstmedikation gegriffen. Jeder Zweite kauft Schlafmittel ohne Rezept in der Apotheke oder Drogerie.  

Der DAK-Report zeigt damit Handlungsbedarf auf. Arbeitnehmende und Betriebe müssen über die Ursachen von Schlafstörungen, über Möglichkeiten ihrer Vermeidung und Reduktion sowie über professionelle Unterstützungsangebote aufgeklärt werden.  


Quelle

DAK-Gesundheit (Hrsg.) (2017). Gesundheitsreport 2017. Heidelberg: medhochzwei Verlag GmbH. Link...

 

 


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Seite zuletzt geändert am: 24.05.2017 14:55:00, ursprünglich angelegt am: 16.05.2017 14:55:00
Autor/-in der Seite: Timo Neunaber, Dr. Martha Höfler






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