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Bedeutungswandel grundständiger Begrifflichkeiten


Montag, 3. Juli 2017

„Plastikwörter“ in Pflege und sozialer Arbeit?!


Pflegerin schiebt Mann im RollstuhlUnter dem Titel „Entprofessionalisieren wir uns!“ legen Prof. Reimer Gronemeyer und Dr. Charlotte Jurk ein kritisches Wörterbuch über die Sprache in der Pflege und sozialen Arbeit vor und thematisieren dabei auch den Begriff der „Prävention“.

Mit ihrer aktuellen Publikation machen Prof. Reimer Gronemeyer und Dr. Charlotte Jurk auf Entfremdungsprozesse in Pflege und sozialer Arbeit aufmerksam und zeigen auf, dass sich diese auch in der Sprache wiederspiegeln.

Dazu verdeutlichen die Autorinnen und Autoren anhand von 32 Beispielen den Bedeutungswandel grundständiger Begrifflichkeiten aus den Bereichen Gesundheit, Pflege und soziale Arbeit.

Das Werk versteht sich dabei nicht als klassisches Wörterbuch im Sinne von Begriffsdefinitionen und -analysen – im Mittelpunkt stehen vielmehr subjektive Äußerungen unterschiedlicher Autorinnen und Autoren aus vielfältigen Fachbereichen.

So legt bspw. Reimer Gronemeyer im Kapitel „Prävention"  Gesundheit als Produkt des eigenen Handelns aus; entsprechend gehen – so der Autor – mit dem Prinzip der Prävention Vereinzelungstendenzen einher, die zu einer Verunsicherung in der Gesellschaft beitragen können (S. 147 ff).

Das Buch stellt kein wissenschaftlich fundiertes Grundlagenwerk dar, sondern nimmt eine kritische und zuweilen provokante Perspektive ein. Einzelne Beiträge regen damit zur (Selbst-)Reflexion an – sowohl im Hinblick auf die „Verdinglichung mitmenschlicher Zuwendung" als auch zum Gebrauch von Begrifflichkeiten im gesundheitsbezogenen Kontext.   

 

Publikation

Gronemeyer R, Jurk C (2017): Entprofessionalisieren wir uns! Ein kritisches Wörterbuch über die Sprache in Pflege und sozialer Arbeit. Transcript Verlag, Bielefeld.

 

 




Seite erstellt am: 03.07.2017 10:11:00
Autor/-in der Seite: Ann-Cathrin Hellwig