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Zusammenhang von Schichtarbeit und Depression


Dienstag, 8. August 2017

Depression - durch Nachtschichtarbeit begünstigt?!


Mann an MaschineZahlreiche Studien zeigen, dass Schichtarbeit - zumindest kurzfristig - mit affektiven Auswirkungen wie gedrückter Stimmung einhergehen kann. Ob diese Form der Arbeitsgestaltung jedoch das Risiko für Depressionen erhöht, wurde bisher unzureichend untersucht. Mit ihrem systematischen Review wollen Prof. Angerer et al. diese Forschungslücke nun schließen.

Dazu analysierten die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler nach umfangreicher Literaturrecherche elf prospektive Studien zum Einfluss von Schichtarbeit auf das Auftreten und den Verlauf von Depressionen. Diese lieferten sowohl Hinweise für als auch gegen einen Zusammenhang.

 

Uneinheitliche Studienlage

Ein erhöhtes Depressionsrisiko unter Schichtarbeitenden legten insbesondere fünf Studien nahe. Diese bezogen ihre Stichproben aus der gesamten Bevölkerung und nahmen damit Beschäftigte aus unterschiedlichsten Branchen in den Blick. Anders verhielt es sich bei Untersuchungen mit Pflegepersonal. Bei dieser Berufsgruppe konnten drei von vier einbezogenen Studien keinen Zusammenhang zwischen Nachtschichtarbeit und Depression aufzeigen.

Aufgrund der uneinheitlichen Studienlage bleibt den Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern zufolge unklar, ob Nachtschichtarbeit das Auftreten oder den Verlauf von Depressionen beeinflusst. Zudem begrenzen die geringe Anzahl der einbezogenen Studien sowie deren Heterogenität im Hinblick auf Berufsgruppen, Fallzahlen, Länge des Beobachtungszeitraums und Messung der Endzeitpunkte die Aussagekraft der Metaanalyse.

 

Berücksichtigung psychosozialer Belastungen im Arbeitsalltag

Obwohl einige Studien Hinweise für ein erhöhtes Risiko depressiver Erkrankungen nach mehrjähriger Nachtschichtarbeit nahelegten, konnten die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aufgrund der uneinheitlichen Studienlage nur eine schwache Evidenz nachweisen. Entsprechend kann auf Grundlage bisheriger Forschung keine Empfehlung gegen Nachtschichtarbeit für Beschäftigte mit depressiven Erkrankungen ausgesprochen werden. Vielmehr sollten diese engmaschig ärztlich begleitet werden, so der Rat des Forscherteams um Prof. Angerer.   

 

Quelle

Angerer P. Schmook R, Elfantl I, Li J (2017): Night work and the risk of depression – a systematic review. In Deutsches Ärzteblatt Jg. 114, Heft 24, 404-411.

 

 


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Seite zuletzt geändert am: 08.08.2017 10:39:00, ursprünglich angelegt am: 03.08.2017 14:39:00
Autor/-in der Seite: Ann-Cathrin Hellwig






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