| Direkt zum Inhalt springen |

Logo und Funktionslinks:

Slogan der BVPG: Gemeinsam Gesundheit foerdern

Volltextsuche:


Horizontale Navigation:


Brotkruemelnavigation:

Startseite : Gesund altern : Lebenserwartung vor Ort


Vertikale Navigation:


Inhalte:

Verhältnis von gesunden und kranken Lebensjahren


Montag, 14. August 2017

Rüstiger Rentner oder Pflegefall?


StadtpanoramaDie Lebenserwartung steigt; doch wie verbringen wir diese hinzugewonnenen Jahre? Eher gesund oder eher krank? Dieser Frage sind Daniel Kreft und Gabriele Doblhammer vom Rostocker Zentrum zur Erforschung des Demografischen Wandels nachgegangen und stellten dabei die besondere Bedeutung des Wohnorts heraus.

Auskunft über die Anzahl Pflegebedürftiger in Deutschland gibt die Pflegestatistik. Dieser zufolge ist die Zahl der Langzeitpflegebedürftigen im Zeitraum 2001 bis 2009 von 2,04 auf 2,34 Millionen gestiegen. Dieser Anstieg wird in erster Linie auf die älter werdende Babyboomer-Generation zurückgeführt, sagt jedoch noch nichts über das Verhältnis von gesunden und kranken Lebensjahren aus.

Hierfür beschreiben die Forscherinnen und Forscher des Rostocker Zentrums zur Erforschung des Demografischen Wandels fünf Gesundheitsszenarien:

  • Absolute Abnahme der Pflegebedürftigkeit: In diesem Szenario nimmt die absolute Zahl der in Gesundheit verbrachten Lebensjahre zu, parallel nehmen die durch Pflegebedürftigkeit geprägten Jahre ab. Dies ist in 97 Kreisen und kreisfreien Städten der Fall.
  • Relative Abnahme/Zunahme der Pflegebedürftigkeit: Dieses Szenario ist geprägt durch eine Zunahme von in Gesundheit verbrachten Lebensjahren und einer parallelen Zunahme der Pflegebedürftigkeit. Je nachdem, ob die gesunden oder kranken Lebensjahre stärker ins Gewicht fallen, wird dies als relative Abnahme (21 Kreise) oder relative Zunahme der Pflegebedürftigkeit (263 Kreise) bezeichnet.
  • Absolute Zunahme der Pflegebedürftigkeit: In diesem Szenario sinkt die Zahl der in Gesundheit verbrachten Lebensjahre, während die Zeit der Pflegebedürftigkeit zunimmt. Dies ist in vier deutschen Kreisen und kreisfreien Städten der Fall.
  • Nimmt die Zahl der in Gesundheit verbrachten Lebensjahre gleich stark zu wie die Pflegebedürftigkeit, bleibt der Gesundheitsquotient unverändert.

Für das gesamte Bundesgebiet konnten Kreft und Doblhammer im Zeitraum 2001 bis 2009 eine Zunahme der gesunden und kranken Lebensjahre feststellen. Die kranken Lebensjahre stiegen bei den Männern von 1,58 auf 1,83 Jahre an, bei den Frauen von 3,05 auf 3,38 Jahre. Dies führten die Autorin und der Autor vor allem auf die zunehmende Zahl an Menschen zurück, die in Pflegestufe 1 eingruppiert wurden und damit vergleichsweise wenig Hilfe benötigten. Die ohne Pflege verbrachten Jahre stiegen bei den Männern stärker an als bei den Frauen.  

 

Quellen

Kreft D (2017): Gesunde Zeiten, kranke Zeiten. Demografische Forschung aus erster Hand. Max-Planck-Institut für Demografische Forschung, Rostock

Kreft D, Doblhammer G (2016): Expansion or compression of long-term care in Germany between 2001 and 2009? A small-area decomposition study based on administrative health data. Population Health Metrics 14(2016)24.

 

 


Dieser Beitrag gefällt 1 Person(en)


Seite zuletzt geändert am: 14.08.2017 14:47:00, ursprünglich angelegt am: 03.08.2017 14:47:00
Autor/-in der Seite: Ann-Cathrin Hellwig






Termine und Ankuendigungen: