| Direkt zum Inhalt springen |

Logo und Funktionslinks:

Slogan der BVPG: Gemeinsam Gesundheit foerdern

Volltextsuche:


Horizontale Navigation:


Brotkruemelnavigation:

Startseite : Psychische Gesundheit : Risikofaktoren Demenz


Vertikale Navigation:


Inhalte:

Neun Risikofaktoren für kognitive Einbußen


Montag, 21. August 2017

Neun Risikofaktoren für Demenz


Älteres Paar auf einer BankWissenschaftler des University College London haben Risikofaktoren für verschiedene Demenz-Krankheiten identifiziert und bewertet. Sie kommen zu dem Schluss, dass sich die Zahl der weltweiten Demenz-Fälle erheblich reduzieren ließe.

Einflussfaktoren auf Demenz 

Bis zum Jahr 2050 ist mit rund 131 Millionen Demenzkranken weltweit zu rechnen. 2015 lag die Zahl noch bei 47 Millionen. Die Londoner Forschergruppe um Livingston (2017) schätzt jedoch, dass über ein Drittel aller weltweiten Demenzerkrankungen durch eine Änderung bestimmter Risikofaktoren vermeidbar sind. Zwar seien die Zahlen vorsichtig zu interpretieren, da nicht alle potenziellen Einflussvariablen bei einer solchen Berechnung berücksichtigt werden können. Dennoch sei von einem erheblichen Präventionspotenzial auszugehen. 

Die Forscher decken insgesamt neun Risikofaktoren für kognitive Einbußen und Demenz auf: So sei mangelnde Bildung in der frühen Lebensphase einer der wesentlichen Risikofaktoren. Was als Kind an kognitiven Fähigkeiten erlernt und trainiert wird, erhöht lebenslang die Belastbarkeit des Gehirns. Hätten alle Kinder weltweit einen ausreichenden Zugang zu Bildung, ließe sich beinahe jeder zehnte Fall einer Demenz vermeiden. Im mittleren und höheren Lebensalter wirken sich dagegen v.a. Fettleibigkeit, hoher Blutdruck oder Hörverlust nachteilig aus. Wird letzterer durch Hörgeräte frühzeitig ausgeglichen, ist das Demenz-Risiko geringer. In einer späteren Lebensphase bergen soziale Isolation, Depression, Diabetes, Rauchen sowie mangelnde Bewegung Risiken für die Entwicklung von Demenz. 

 

Evidenz zu Präventionsmaßnahmen 

Der kürzlich im Auftrag des US National Institute on Aging (NIA) veröffentlichte Bericht "Preventing   Cognitive   Decline   and   Dementia: A Way Forward" (Kognitive Verluste und Demenz vorbeugen: Ein Weg in die Zukunft) (Leshner et al., 2017), der den aktuellen Wissensstand zur Demenzprävention zusammenfasst, ist jedoch zurückhaltend in der Empfehlung bestimmter Maßnahmen. Belegbar sei bislang nur die Wirksamkeit von Interventionen, die die kognitive Leistungsfähigkeit stärken. Diese haben zumindest für Teilbereiche der kognitiven Entwicklung Effekte. Für den positiven Einfluss körperlicher Aktivität gibt es der Studie zufolge lediglich ernstzunehmende Hinweise. Positive Effekte anderer Interventionen auf die Entwicklung von Demenz, z.B. durch die Behandlung von Depressionen oder Bluthochdruck, seien zwar plausibel, aber besonders hier fehlen noch aussagekräftige Daten.   

 
Quellen:

Livingston et al. (2017). Dementia prevention, intervention, and care. The Lancet Comissions. Elsevier Ltd.

Leshner, A., Landis, S., Stroud, C. & Downey, A. (2017). Preventing Cognitive Decline and Dementia. A Way Forward. Link...

 

 

 


Dieser Beitrag gefällt 29 Person(en)


Seite zuletzt geändert am: 21.08.2017 13:38:00, ursprünglich angelegt am: 16.08.2017 13:38:00
Autor/-in der Seite: Dr. Martha Höfler






Termine und Ankuendigungen: