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Wandel der Bewegungskulturen gesellschaftstheoretisch verortet


Dienstag, 5. September 2017

Bewegungskulturen im Wandel


Älterer Mann beim TischtennisDas Werk "Bewegungskulturen im Wandel" stellt Mitherausgeber Prof. Volker Schürmann zufolge eine Einladung dar, den Sport gesellschaftstheoretisch zu verorten. Dazu werden im Rahmen der Publikation empirische Analysen und gesellschaftstheoretische Erwägungen aus den Bereichen Vereinssport, Schulsport und Mediensport zusammengeführt.

Sport- und Bewegungskulturen unterliegen einem Wandel: Der klassische Vereinssport verliert an Attraktivität, insbesondere Kinder und Jugendliche betätigen sich lieber entsprechend ihrer individuellen Motivation und unabhängig von Ausübungszeit und -ort. Individuelle Sportarten wie Joggen oder Skaten gewinnen vor diesem Hintergrund an Bedeutung.

Wie dieser Wandel in den Sport- und Bewegungskulturen gesellschaftstheoretisch zu verorten ist und inwieweit er eine seismographische Funktion für gesellschaftliche Prozesse aufweist, untersuchen die Autorinnen und Autoren der Publikation "Bewegungskulturen im Wandel", die nun im transcript Verlag erschienen ist.

 

Die Beiträge des Buches lassen sich dabei vier Schwerpunkten zuordnen:

  • Unter der Überschrift "Sportphilosophie" werden relevante Gesellschaftstheorien vorgestellt und begründet. Aufgezeigt wird u.a., dass es nicht primär an Wissen zum Wandel von Bewegungskulturen mangelt, sondern an Kenntnissen, wie vorhandenes Wissen aufeinander bezogen werden kann.
  • Die Beiträge zum Thema "Vereinssport", stellen sowohl die Kontinuität als auch den Wandel von Sportvereinen in den Fokus und gehen der Frage nach, welche Rolle Sportvereinen als Institutionen (zivil-)gesellschaftlichen Handelns zukommt.
  • Unter der Überschrift "Mediensport" werden Wandlungsprozesse bezogen auf das Verhältnis von Sport und Medien beleuchtet. Thematisiert werden u.a. die Unterhaltungsorientierung der sportbezogenen Medienberichterstattung sowie die Skandalisierung im Rahmen der Sportberichterstattung.
  • Im letzten thematischen Abschnitt zum Thema "Schulsport" werden Veränderungen im Handlungsfeld anhand von Lehrplänen untersucht. Deutlich wird dabei zum Beispiel, dass noch vor der Jahrtausendwende die Funktionalisierung des Körpers für sportliche Anliegen im Vordergrund stand; heute treten Gesundheit und Wettbewerbsfähigkeit vermehrt in den Fokus.

Das Buch schließt mit einer theoretischen Einordnung. Die hier aufgeführten Kapitel dienen der Bestandsaufnahme und Evaluation und werfen weiterführende Fragen auf.

 

Insgesamt werden die Herausgeber dem eigenen Anspruch gerecht, empirische Analysen aus den Bereichen Vereinssport, Schulsport und Mediensport mit gesellschaftstheoretischen Erwägungen zu verbinden. Hervorzuheben sind dabei die zahlreichen reflexiven Momente, die den fachkundigen Leser/die fachkundige Leserin zum Nachdenken anregen können. Das Buch endet mit einer theoretischen Einordnung; ein zusätzliches Fazit, das die wesentlichen Erkenntnisse des Bandes überblicksartig zusammenfasst, wäre jedoch angesichts der komplexen Thematik wünschenswert.

 

 

Publikation

Schürmann V, Mittag J, Stibbe G, Niewald JW, Haut J (Hg.) (2017): Bewegungskulturen im Wandel. Der Sport der medialen Moderne. Gesellschaftstheoretische Verortungen. Transcript Verlag, 394 Seiten. Link...

 

 

 

 


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Seite zuletzt geändert am: 05.09.2017 15:38:00, ursprünglich angelegt am: 16.08.2017 15:38:00
Autor/-in der Seite: Ann-Cathrin Hellwig






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