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Wie kann Stress vermieden werden?


Montag, 11. September 2017

Rezension zum Titel „Risikofaktor ‚Stress’“ von Habermann-Horstmaier


Gestresster Mann„Risikofaktor ‚Stress’“ (2017) ist ein aktuelles Grundlagenwerk, das etablierte Konzepte und Methoden zu Stress und Stressbewältigung zusammenfasst. Es dient sowohl der Einführung in die Thematik als auch der Prüfungsvorbereitung.

Das Fachbuch von Habermann-Horstmaier richtet sich an ein breites Publikum im deutschsprachigen Raum, insbesondere an Studierende gesundheitsbezogener Studiengänge, aber auch an Fachkräfte, die sich beruflich mit dem Thema "Stress" befassen. Folgende Leitfragen werden behandelt:

  • Was ist Stress?
  • Was sind Ursachen und Symptome von Stress?
  • Was sind biologische, psychologische und sozioökonomische Folgen von Stress?
  • Wie kann Stress vermieden werden? 
 
Was ist Stress? 

Die Autorin beginnt mit der Begriffsklärung und zeigt Stress als Missverhältnis zwischen den Anforderungen auf, mit denen eine Person konfrontiert ist, und ihren Möglichkeiten, diese zu bewältigen (S. 14). Mithilfe epidemiologischer Daten wird die Häufigkeit von Stresserleben in der Bundesrepublik deutlich (S. 16-22).  

 

Was sind Ursachen und Symptome von Stress? 

Die Darstellung der Stressursachen erfolgt entlang der gängigen Klassifizierung von physiologischen Stressoren (z.B. Hunger), von sozialen Stressoren (z.B. Mobbing) sowie von persönlichkeitsbedingten Stressoren (z.B. Perfektionismus) (S. 34). Habermann-Horstmaier hebt einen ungesunden Lebensstil als Stressverstärker hervor, der nicht nur ein Symptom von Belastungen sein kann, sondern ebenso selbst Stress induziert (S. 38).

 

Was sind biologische, psychologische und sozioökonomische Folgen von Stress? 

In dem Teil des Buches, der sich mit den Folgen von Stress befasst, wird aufgezeigt, dass sich u.a. aufgrund eines anhaltenden körperlichen Erregungszustandes und einer geschwächten Immunfunktion bei anhaltendem Stress eine Reihe von gesundheitlichen Folgen, wie Herz-Kreislau-Erkrankungen, sexuelle Störungen, Verdauungsprobleme, Rückenschmerzen oder depressive Verstimmungen, entwickeln können (S. 43-52). Die Autorin widmet Burnout ein eigenes Unterkapitel (S. 52-59).  

Entlang der Beispiele von Langzeitarbeitslosigkeit und Frühverrentung werden die volkswirtschaftlichen Kosten thematisiert, die aufgrund stressinduzierter Erkrankungen entstehen (S. 61-69). Es wird deutlich, dass entsprechende Kostenaufstellungen immer auch kritisch zu hinterfragen sind, da nicht bis zuletzt nachvollzogen werden kann, welchen Anteil Stress im Krankheitsgeschehen tatsächlich hat (S. 68f.).

 

Wie kann Stress vermieden werden? 

Das Grundlagenwerk "Risikofaktor ‚Stress’" macht deutlich, dass  es nach wie vor die verhaltensbezogenen Ansätze zur Stressprävention sind, die dominieren. Maßnahmen der Verhältnisprävention werden kaum diskutiert und angewandt, so die Autorin (S. 71). Um Möglichkeiten der Stressvermeidung und Stressreduktion aufzuzeigen, wählt Habermann-Horstmaier dann u.a. Progressive Muskelentspannung, Entwicklung von Problemlösekompetenzen und Selbstmanagement aus (S. 71ff.). Maßnahmen speziell im betrieblichen Kontext werden ebenfalls thematisiert (S. 79). 

 

Gesamtbeurteilung: 

Inzwischen liegen eine Reihe von Grundlagenwerken zum Thema "Stress" vor (z.B. Kaluza, 2015, Rensing, 2006). Der Titel "Risikofaktor ‚Stress’" von Habermann-Horstmaier ist das aktuellste Buch. Es erfüllt den ausgewiesenen Zweck, in die Thematik einzuführen. Die dargelegten Grundlagen sind dabei vergleichbar mit denen anderer Fachbücher, wobei - entsprechend dem Ziel der Einführung - der Fokus eher auf einem Überblick, als auf einer tiefgründigen Ausarbeitung liegt. Dem Anspruch, als Prüfungsvorbereitung zu dienen, wird das Buch gerecht, da es praxisbezogene Übungsaufgaben integriert, die eine selbstständige Auseinandersetzung unterstützen sollen. Im Schlussteil finden sich Lösungsvorschläge (S. 95-118), was das Buch auch für die Unterrichtsvorbereitung von Lehrkräften nützlich macht.  

Auch wenn die Grobstruktur des Buches nachvollziehbar ist, kann es für den Lesenden herausfordernd sein, das Kapitel "Stress im Bereich Gesundheitsförderung und Prävention", das speziell die betriebliche Gesundheitsförderung in den Blick nimmt, vom vorangegangenen Kapitel "Umgang mit Stress" inhaltlich abzugrenzen. Darüber hinaus wird im Text z.T. auf Quellenverweise verzichtet. Weiterführende Literaturangaben werden dem Leser aber zugänglich gemacht (S. 144-149).   

Hilfreich ist das umfangreiche Glossar (S. 121-143), das Begriffsklärungen enthält, von "Adrenalin", über "Gesundheitsförderung" und "Prävention", bis hin zu "Zyklusstörungen". Dadurch wird ein intersubjektiv nachvollziehbares Textverstehen möglich. Das Einführungswerk kann so eine breite Leserschaft erreichen.  

 

Quellen:

Habermann-Horstmaier, L. (2017). Risikofaktor "Stress". Kompakte Einführung und Prüfungsvorbereitung für alle interdisziplinären Studienfächer. Hogrefe: Bern. 

Kaluza, G. (2015)3. Stressbewältigung. Trainingsmanual zur psychologischen Gesundheitsförderung: Mit 14 Tabellen. Berlin: Springer. 

Rensing, L. (2006). Mensch im Stress. Psyche, Körper, Moleküle. Heidelberg: Springer Spektrum.

 

 

 

 


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Seite zuletzt geändert am: 11.09.2017 13:49:00, ursprünglich angelegt am: 31.08.2017 13:49:00
Autor/-in der Seite: Dr. Martha Höfler






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