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Publikation „Psychische Erkrankungen in der Arbeitswelt“


Mittwoch, 4. Oktober 2017

Unterstützung im Betrieb bei psychischer Belastung?


Arbeit im BüroPsychische Gesundheit am Arbeitsplatz wird von formellen und informellen Beziehungen zwischen Mitarbeitenden und Vorgesetzten beeinflusst. Die Ausprägung sozialer Unterstützung kann psychische Gesundheit entweder fördern oder beeinträchtigen.

Im aktuellen Werk „Psychische Erkrankungen in der Arbeitswelt" setzt sich Haubl (2017) mit sozialer Unterstützung von psychisch belasteten Personen im betrieblichen Umfeld auseinander. Diese beeinflusst die psychische Gesundheit von Beschäftigten maßgeblich. So haben z.B. Arbeitnehmende, die sich von ihren Vorgesetzten hinreichend sozial unterstützt fühlen, nachweisbar ein geringeres Burn-out-Risiko, als diejenigen, denen es an einer solchen Unterstützung mangelt.  

Allerdings wissen Vorgesetzte und Mitarbeitende häufig nicht, wie sie Einfluss auf die psychische Gesundheit von Personen im Kollegenkreis nehmen können. Auch die Einschätzung des Bedarfs an sozialer Unterstützung ist schwierig. Denn wenn soziale Unterstützung gewünscht wird, wird diese selten erfolgreich eingefordert. 

Die Angst vor Stigmatisierung kann dazu führen, dass psychisch überlastete und kranke Personen ihre Situation so lange wie möglich für sich behalten. Diese Angst ist aus folgenden Gründen nicht unberechtigt: Schätzungsweise

  • 27 Prozent der psychisch Erkrankten werden durch Vorgesetzte und 31 Prozent durch Arbeitskolleginnen und -kollegen aufgrund ihrer Erkrankung stigmatisiert,
  • 23 Prozent werden gemobbt,
  • 18 Prozent werden gegen ihren Willen in eine andere Abteilung versetzt und
  • 39 Prozent der Vorgesetzten zeigen eine mangelnde Bereitschaft, die Arbeitsbedingungen an die momentane Belastbarkeit der Beschäftigten anzupassen. 

„In der Tat besteht ein Dilemma", so Haubl (2017, S. 156). „Die Überlastung offenzulegen kann entlasten, aber auch mehr belasten. Entlastung entsteht zum Beispiel dadurch, dass ein Verhalten, das als Leistungsverweigerung erscheint, nunmehr eine Erklärung findet, die soziale Unterstützung mobilisiert. Eine Offenlegung kann aber auch die psychische Belastung erhöhen, weil nunmehr die stigmatisierenden Vorurteile von Kollegen und Vorgesetzten greifen" (ebd.). Vor diesem Hintergrund kommt insbesondere der betrieblichen Gesundheitsförderung die Aufgabe zu, Vorurteile gegenüber psychischen Erkrankungen abzubauen und einen konstruktiven Umgang damit in Betrieben zu unterstützen.   

 

Quelle

Haubl, R. (2017). Soziale Unterstützung durch Vorgesetzte und Kollegen Anspruch und Wirklichkeit. In: Alsdorf, N, Engelbach, U., Flick, S., Haubl, R. & Voswinkel, S. (Hrsg.), Psychische Erkrankungen in der Arbeitswelt Analysen und Ansätze zur therapeutischen und betrieblichen Bewältigung. Bielefeld: transcript.

 

 


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Seite zuletzt geändert am: 04.10.2017 15:14:00, ursprünglich angelegt am: 02.10.2017 15:14:00
Autor/-in der Seite: Dr. Martha Höfler






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