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Prävalenz von kardiovaskulären Risikofaktoren


Mittwoch, 15. November 2017

Inaktivität, Adipositas, Diabetes – Kardiovaskuläre Risikofaktoren ungleich verteilt


Lupe auf StadtkarteSportliche Inaktivität, ein hoher Alkoholkonsum, Rauchen, Bluthochdruck und Diabetes zählen zu den Risikofaktoren kardiovaskulärer Erkrankungen. Dass diese in Deutschland ungleich verteilt sind und auch geschlechtsspezifisch variieren, zeigt eine Analyse von Forscherinnen und Forschern um Dr. Claudia Diederichs.

Erkrankungen des Herz-Kreislauf-Systems stellen in Deutschland mit 39,7 Prozent die häufigste Todesursache dar. Etwa die Hälfte der kardiovaskulär bedingten Todesfälle wird durch acht Risikofaktoren begünstigt. Unterscheiden lässt sich hier zwischen verhaltensbezogenen und krankheitsnahen Risikofaktoren:

  • Verhaltensbezogene Risikofaktoren: sportliche Inaktivität, hoher Alkoholkonsum, Rauchen, geringer Obst- und Gemüseverzehr
  • Krankheitsnahe Risikofaktoren: Adipositas, Hypertonie, Diabetes, Fettstoffwechselstörungen

Für die Prävalenz und Mortalität von Herz-Kreislauf-Erkrankungen konnten bereits regionale und geschlechtsspezifische Unterschiede identifiziert werden. Inwiefern diese auch für die Prävalenz von kardiovaskulären Risikofaktoren vorliegen, untersuchten Dr. Claudia Diederichs et al. nun im Rahmen einer Analyse der bevölkerungsbezogenen Studie „Gesundheit in Deutschland aktuell (GEDA)".

 

Regionale und geschlechtsspezifische Unterschiede

„In Deutschland gibt es nach wie vor Ost-West-Unterschiede mit einer höheren Prävalenz kardiovaskulärer Risikofaktoren in den ostdeutschen Ländern mit Ausnahme von Berlin" (S. 161) – so das Fazit der Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler um Dr. Claudia Diederichs. Insbesondere der Anteil der Bevölkerung mit Adipositas, Hypertonie, Diabetes und sportlicher Inaktivität war bei beiden Geschlechtern im Osten (mit Ausnahme von Berlin) deutlich höher als in den westdeutschen Bundesländern. Bei den Männern galt dies ebenso für einen riskanten Alkoholkonsum.

Drei oder mehr Risikofaktoren wiesen im Bundesdurchschnitt 36,0 Prozent der Männer und 26,6 Prozent der Frauen auf. Ein ungünstigeres Risikoprofil der männlichen Bevölkerung konnten die Forschenden v.a. im Hinblick auf den Alkoholkonsum, den Obst- und Gemüseverzehr sowie das Rauchen nachweisen.

Der Anteil der rauchenden Bevölkerung war in den Stadtstaaten Berlin, Bremen und Hamburg am höchsten. Der Anteil der Bevölkerung, die am Tag weniger als eine Portion Obst, Gemüse oder Saft konsumierten, war sowohl bei Männern als auch bei Frauen im Saarland am höchsten und in Sachsen am niedrigsten.

 

Prävention notwendig

Wie die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler in ihrem abschließenden Fazit herausstellten, gibt es in Deutschland „kein Bundesland, für das nicht ein erheblicher Bedarf hinsichtlich der Prävention kardiovaskulärer Risikofaktoren bei Männern und Frauen zu konstatieren wäre" (S. 161). In diesem Zusammenhang machten sie auch auf den Bedarf an verhältnispräventiven und zielgruppenspezifischen Maßnahmen zum Abbau gesundheitlicher Chancenungleichheit aufmerksam.   

 

Quelle

Diederichs C et al. (2017): Regionale Unterschiede in der Prävalenz von kardiovaskulären Risikofaktoren bei Männern und Frauen in Deutschland. In: Bundesgesundheitsblatt 2017, 61: 151-162.

 

 

 

 



Seite zuletzt geändert am: 15.11.2017 09:35:00, ursprünglich angelegt am: 20.10.2017 09:35:00
Autor/-in der Seite: Ann-Cathrin Hellwig






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