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Nachlese zur BVPG-Statuskonferenz 'Pflege'


Freitag, 10. November 2017

Nachlese zur BVPG-Statuskonferenz „Gesundheitsförderung und Prävention in der stationären Pflege“


Foto der Statuskonferenz Am 2. November 2017 fand in Berlin die 16. Statuskonferenz der Bundesvereinigung Prävention und Gesundheitsförderung (BVPG) statt. Akteurinnen und Akteure aus den Sektoren der Sozialversicherung, Wissenschaft, Politik, Zivilgesellschaft und Wirtschaft erörterten dort den Status quo zur Prävention in der stationären Pflege aus unterschiedlichen Perspektiven.

Die Konferenz, die von der BVPG und vom Verband der Ersatzkassen e.V. (vdek) gemeinsam durchgeführt wurde, zielte darauf ab, die Fragen, die sich aus dem 7. Präventionskongress [1] "Prävention und Pflege" am 22.06.2015 ergeben hatten (PDF-Datei) - etwa zur Wirksamkeit von präventiven Maßnahmen - weiterzubearbeiten und den Ist-Stand im Feld der stationären Pflege einzufangen.


Einführung in die Statuskonferenz

Nach der Begrüßung durch Herrn Oliver Blatt (vdek) und Frau Regina Kraushaar (Bundesministerium für Gesundheit) führten drei Beiträge in das Handlungsfeld ein.

Herr Dr. Christian Berringer zeigte Prävention in der stationären Pflege aus Sicht des Bundesgesundheitsministeriums (BMG) auf. Er hob hervor, dass das BMG in den letzten Jahren bedeutende Maßnahmen zur Weiterentwicklung der Pflege angestoßen hat, z.B. die neuen Pflegestärkungsgesetze, die nun die gesamte Lebenslage von Pflegebedürftigen sowie auch die Pflegekräfte und pflegenden Angehörigen stärker in den Blick nehmen. Prävention müsse in diesem Kontext in einem  sinnvollen Zusammenspiel mit der medizinischen Versorgung und Rehabilitation stehen.

Herr Jörg Schemann, der die Perspektive der Gesetzlichen Pflegeversicherung vertrat, gab an, dass es derzeit noch keine systematischen Erkenntnisse zum Stand der Umsetzung des "Leitfadens Prävention in stationären Pflegeeinrichtungen" in die Praxis gibt. Ein Berichtssystem, welches zukünftig solche Erkenntnisse liefern kann, wurde aber bereits implementiert.

Anschließend legte Herr Oliver Blatt Herausforderungen und Handlungsansätze zur Prävention in der Pflege aus Sicht des vdek dar. Der Verband hat eine Reihe von Projekten ins Leben gerufen, z.B. einen Ideenwettbewerb, um gute Praxisbeispiele zu sammeln und deren Weiterentwicklung und Verstetigung anzustoßen. Der Referent legte nahe, dass zukünftig ggf. auch die Gesetze noch "nachgezogen" werden müssen.


Aktuelle Themen der Gesundheitsförderung und Prävention in der stationären Pflege

Im weiteren Verlauf der Konferenz wurde zu aktuellen Themen und Fragen der Gesundheitsförderung und Prävention in der stationären Pflege referiert.

Frau Prof. Dr. Beate Blättner von der Hochschule Fulda stellte eine kürzlich veröffentlichte Studie zur Sicht der Leitungskräfte von Pflegeeinrichtungen auf die Neuerungen des Präventionsgesetzes vor. Diese Studie zeigte, dass der Nutzen von Prävention in der Pflege von den befragten Leitungskräften eher bezweifelt wurde. Darüber hinaus gab es bei den Befragten Unklarheiten darüber, welche Rolle Pflegekassen in Pflegeeinrichtungen spielen können.

Frau Prof. Dr. Julia Lademann von der Frankfurt University of Applied Science sprach über die Bedeutung der Beteiligung von Pflegebedürftigen und pflegenden Angehörigen bei Gestaltungsfragen in der Pflege. Dabei wurde deutlich, dass Partizipation insbesondere auf einem Aushandlungsprozess zwischen Pflegebedürftigen und Pflegekräften beruht. Eine entsprechende Qualifikation von Pflegekräften sei deshalb bedeutsam.

Herr Dr. Sven Reuter, Deutsches Zentrum für Neurodegenerative Erkrankungen, und Simone Richter, Hochschule Fulda, präsentierten aktuelle wissenschaftliche Erkenntnisse zur Wirksamkeit von präventiven Maßnahmen im Pflegesetting. Beide verwiesen darauf, dass einzelne Maßnahmen direkte und indirekte Effekte gezeigt haben. Die Studienlage sei jedoch sehr heterogen und die Forschung müsse noch viel leisten, um systematisch und zielgruppenspezifisch Evidenz zur Wirksamkeit von Prävention in der Pflege zu generieren.

Frau Anke Franke, Leiterin des Pflegeheims "Maria-Martha Stift" in Lindau, betonte insbesondere die Bedeutung der Gesundheit von Pflegekräften für die Gesundheit Pflegebedürftiger und zeigte entsprechende Wechselwirkungen auf. Dass eine positive Einflussnahme möglich ist, verdeutlichte sie am Beispiel des Maria-Martha-Stifts. Hier konnte u.a. eine Verringerung des Medikamentenbedarfs sowie des Krankenstandes innerhalb der Belegschaft erreicht werden.


Zusammenfassung

Zum Abschluss der Konferenz hielt Frau Prof. Dr. Corinna Petersen Ewert, Hochschule für Angewandte Wissenschaften in Hamburg, fest, dass in den letzten Jahren wichtige Maßnahmen auf den Weg gebracht worden sind, z.B. der "Leitfaden Prävention in stationären Pflegeeinrichtungen" im Jahr 2016. Weitere Schritte seien jedoch notwendig, um die Potenziale der Prävention in der Pflege auszuschöpfen. So müssen z.B. der Leitfaden weiterentwickelt und die Forschung zur Wirksamkeit präventiver Handlungen vorangetrieben werden.

Aktuell wird eine ausführliche Dokumentation zu den Inhalten der Veranstaltung erstellt. Diese wird demnächst im Internetauftritt der BVPG zu finden sein.

 

[1] Der Präventionskongress 2015 wurde damals vom Bundesministerium für Gesundheit und von der BVPG zusammen umgesetzt.






Seite erstellt am: 10.11.2017 13:09:00
Autor/-in der Seite: Dr. Martha Höfler






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