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Zusammenhang zwischen sitzendem Lebensstil und Adipositas?!


Mittwoch, 27. Dezember 2017

Sitzender Lebensstil – verantwortlich für Adipositas im Jugendalter?


Jugendliche beim ComputerspielenStudien geben immer wieder Hinweise auf einen vermeintlichen Zusammenhang zwischen sitzendem Lebensstil und Adipositas im Jugendalter. Eine klare Assoziation konnten jedoch zumindest die australischen Wissenschaftler um Stuart J.H. Biddle im Rahmen ihrer Übersichtsarbeit nicht nachweisen.

Dass regelmäßige körperliche Aktivität einen positiven Einfluss auf die Gesundheit nimmt, ist hinlänglich bekannt.Der Weltgesundheitsorganisation (WHO) zufolge sollten Erwachsene 150 Minuten pro Woche moderat-intensiv körperlich aktiv sein, für Kinder werden täglich 60 Minuten Bewegung empfohlen. Wie Studien zeigen, werden diese Empfehlungen jedoch von einem Großteil der Kinder und Erwachsenen nicht erreicht.

Bereits in den 1980er Jahren rückte ein sitzender Lebensstil bei Kindern und Jugendlichen vermehrt in den Blick gesundheitsbezogener Forschung. Dabei wurde insbesondere der Zusammenhang zwischen der Zeit vor dem Fernseher - oder später am Computer - und die Entwicklung von Adipositas untersucht. Die Literatur zu diesem Thema liefert jedoch inkonsistente Ergebnisse.

Vor diesem Hintergrund haben Stuart J.H. Biddle von der Victoria Universität in Melbourne und seine australischen Kollegen die vorliegende Literatur systematisch untersucht. Im Rahmen eines Reviews haben sie 29 Überblicksarbeiten zusammengeführt, um die aktuelle Evidenzlage abzubilden. Dabei gingen die Wissenschaftler u.a. der Frage nach, ob ein (kausaler) Zusammenhang zwischen sitzendem Lebensstil und Adipositas bei Heranwachsenden vorliegt.

Wie die Auswertungen der einbezogenen Übersichtsarbeiten zeigen, liegt nur eine geringe Assoziation zwischen der Bildschirmzeit und Adipositas im Jugendalter vor; insbesondere die Ergebnisse von Längsschnittstudien weisen hier wenig konsistente Ergebnisse auf. Wurde das Bewegungsverhalten im Rahmen von Studien mit Hilfe von Beschleunigungsmessern erhoben, konnte überhaupt kein Zusammenhang mehr nachgewiesen werden.

Zur Untersuchung der Kausalität zogen die Wissenschaftler die sogenannten Bradford-Hill-Kriterien heran. Hierbei handelt es sich um neun Merksätze, die dazu dienen, eine vermutete Ursache-Wirkung-Beziehung bspw. in der Medizin oder Epidemiologie zu prüfen. Die Analyse der Ergebnisse anhand der Kriterien legt nahe, dass keine Evidenz für einen kausalen Zusammenhang zwischen sitzendem Lebensstil und Adipositas im Jugendalter vorliegt; lediglich konnte eine geringe Dosis-Wirkungs-Beziehung nachgewiesen werden.

Entsprechend diesen Ergebnissen kommen die Wissenschaftler zu dem Schluss, dass der Zusammenhang zwischen sitzendem Verhalten und Adipositas im Jugendalter  als gering einzustufen ist; eine Kausalität liege nach bisherigem Stand der Forschung nicht vor. Schwierigkeiten bei der Untersuchung des Zusammenhangs bereiteten den Wissenschaftlern v.a. unterschiedliche Methoden zur Messung von Exposition und Outcome sowie schwer vergleichbare Forschungsdesigns.  

 

Weitere Studienergebnisse zum Thema "Bewegungsarmer Lebensstil" finden Sie auch auf der BVPG-Website:

  • Mit Bewegung sitzenden Lebensstil kompensieren? Link...
  • Sitzen - ein gesundheitsgefährdendes Verhalten?! Link...
  • Körperliche Inaktivität als bedeutendes Public-Health Problem des 21. Jahrhunderts. Link...

Quelle

Biddle SJH et al. (2017): Sedentary behaviour and adiposity in youth: a systematic review of reviews and analysis of causality. In: International Journal of Behavioral Nutrition and Physical Activity 14:43.

 

 


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Seite zuletzt geändert am: 27.12.2017 13:47:00, ursprünglich angelegt am: 11.12.2017 13:47:00
Autor/-in der Seite: Ann-Cathrin Hellwig






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