Der Verlust der Gemeinnützigkeit als Folge eines Projektstransfers kann für Organisationen Existenz bedrohend sein. Daher sollten Projektgeber und -nehmer vor einem Transfer der Projektinhalte die rechtlichen Rahmenbedingungen kennen. Beide sollten sich zunächst einen Überblick über die Möglichkeiten der Verbreitung verschaffen. Denn je nach Kooperationsform – offene Verbreitung, Social Franchising oder Filialbildung – ergeben sich unterschiedliche rechtliche Konsequenzen. Der Ratgeber „Auf der sicheren Seite“ gibt wichtige Hinweise und praktische Tipps für einen reibungslosen Transfer. Die Publikation ist im Rahmen des Projektes „Effekt hoch n“ entstanden, einem Kooperationsprojekt des Bundesverbandes Deutscher Stiftungen und der Bertelsmann Stiftung.
Wieso gibt es in der Prävention und Gesundheitsförderung immer wieder erfolgreiche Projekte, aber selten eine flächendeckende Umsetzung? Liegt das an den lokalen Besonderheiten der Projekte oder an einem mangelnden Transfer von Wissen? Nicht allen Projektleitern dürften die Möglichkeiten, die ein Projekttransfer eröffnet, bewusst sein. Aber auch die Methoden zur Verbreitung von Projektwissen sind nicht immer bekannt. Eine offene Verbreitung von Projektwissen – über Publikationen, Homepages und Vorträge – ist nur eine von mehreren Möglichkeiten. Eine Publikation der Bertelsmann Stiftung und des Bundesverbandes Deutscher Stiftungen e.V. beschreibt detailliert, welche Arten von Projekttransfer es gibt und welche Rahmenbedingungen für eine erfolgreiche Zusammenarbeit zwischen Projektgeber und Projektnehmer erfüllt sein müssen.
Auf 60 Jahre Prävention, Information und Weiterbildung blickt aus Anlass seiner Gründung im Jahr 1950 der Bundesverband der Ärztinnen und Ärzte des Öffentlichen Gesundheitsdienstes e.V. (BVÖGD) zurück. Der Bundesverband versteht sich einerseits als wissenschaftliche Fachgesellschaft für die Medizinerinnen und Mediziner des Gesundheitsdienstes. Andererseits nimmt er auch gewerkschaftliche Aufgaben wahr. Die lange Geschichte des BVÖGD, seine Entstehung und Entwicklung, sowie besondere Tätigkeitsschwerpunkte werden nun in der Jubiläumspublikation „Engagement für die Gesundheit der Bevölkerung“ beschrieben.
Die wissenschaftliche Fundierung von Maßnahmen der primären Prävention und Gesundheitsförderung muss gestärkt werden. Aus diesem Grund richtete das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) den Förderschwerpunkt Präventionsforschung (2004 bis 2012) ein. In den bisher rund 60 geförderten Forschungsprojekten stehen praxisnahe Fragestellungen im Mittelpunkt: Wie (kosten-)effektiv sind einzelne Programme? Über welche Ansprachewege sind bestimmte Zielgruppen besonders gut zu erreichen? Wie kann die Qualität einer Maßnahme fortwährend gesichert werden? Damit die Ergebnisse dieser Forschungsansätze eine noch breitere Anwendung finden, hat das BMBF im letzten Jahr zusätzlich die „Kooperation für nachhaltige Präventionsforschung“ (KNP) initiiert. Diese geht nun mit einer Internetplattform ins Netz.
Regelmäßige körperliche Bewegung gilt neben einer "vernünftigen" Ernährung als ein wichtiger Einflussfaktor, um das Körpergewicht langfristig im Normalbereich zu halten und als Garant für einen substantiellen gesundheitlichen Nutzen. Mehrere Leitlinien empfehlen, sich dafür wenigstens 150 Minuten pro Woche moderat bis intensiv zu bewegen - dies entspricht 7,5 sogenannter „metabolic equivalents" ("MET") Stunden pro Woche. Reichen aber etwas mehr als täglich 20 Minuten dauerndes Walking, strammes Spazierengehen oder Joggen wirklich für den genannten Nutzen aus? Eine der ernüchternden Antworten aus einer gerade abgeschlossenen Studie in den USA lautet: Nein - es bedarf weiterer Voraussetzungen für den Erfolg.
Tragen körperbezogene Konditionsprogramme für Erwerbstätige mit akuten, subakuten oder chronischen Rückenschmerzen im Vergleich zur normalen, überwiegend symptomatischen medizinischen Behandlung dazu bei, dass diese Beschäftigten weniger oder kürzer krank sind? Diese Frage konnte auch durch die jetzt veröffentlichte, bis 2008 reichende Aktualisierung eines erstmals 2003 erarbeiteten Cochrane-Reviews nicht eindeutig und fundiert beantwortet werden. In den dafür zu Rate gezogenen 23 randomisierten Kontrollstudien fanden die Wissenschaftler bei Erwerbstätigen mit akuten Rückschmerzen keine Wirkung der Konditionsprogramme. Bei Personen mit subakuten Rückenschmerzen war das Wirkungsbild nicht einheitlich. Gab es aber positive Wirkungen, dann nur geringe und auch erst dann, wenn Arbeitsplatzbedingungen mitberücksichtigt wurden. Kombinationen von Körpertrainingsprogrammen mit einer kognitiven Verhaltenstherapie erhöhten deren Wirksamkeit nicht.
Der im § 20 SGB V Abs. 2 festgelegte Richtwert für Ausgaben zur Prävention und Gesundheitsförderung von derzeit 2,86 Euro pro Versichertem pro Jahr sei „vom Grundsatz entbehrlich“, erklärt Birgit Fischer, Vorstandsvorsitzende der BARMER GEK gegenüber der Bundesvereinigung Prävention und Gesundheitsförderung e.V. (BVPG). Die Gründe für die einstige Einführung des Richtwerts bestünden heute nicht mehr. „Heute betreiben Krankenkassen Prävention und Gesundheitsförderung auf einem hohen Niveau.“
Wie gut sind Informationen zu Gesundheit und Medizin? Im Internet sind die Herkunft und der Wahrheitsgehalt von Informationen oft schwer zu überprüfen. Gerade für Diagnosen und Therapien sind zuverlässige Aussagen jedoch unerlässlich. Das Aktionsforum Gesundheitsinformationssystem e.V. (afgis) stellt Transparenz für die Nutzer von Gesundheitsportalen her. Die Entstehung des afgis-Projektes und seine Entwicklung werden nun in einem Buch geschildert.
Arbeitslosigkeit erhöht das Sterblichkeitsrisiko. Nach Angaben der Bundesagentur für Arbeit (BA) haben Personen, die mehr als zwei Jahre arbeitslos sind, ein 3,4-fach höheres Risiko zu sterben, als der Durchschnitt der Bevölkerung. Diese Gefahr drückt sich bereits in der gesteigerten Anzahl an Arbeitsunfähigkeits-Tagen und dem erhöhten Krankenstand aus. Für die BA ergeben sich aus der schlechteren Gesundheit der Hilfeempfänger Schwierigkeiten bei der Arbeitsvermittlung. Daher hat sie nun ermöglicht, Elemente der Gesundheitsförderung in die Arbeitsförderung zu integrieren.
Bei Drogenkonsum denkt man meist nicht an die Generation der eigenen Eltern oder Großeltern. Doch 1,7 bis 2,8 Mio. Frauen und Männer über 60 Jahren haben einen problematischen Medikamentenkonsum. Der Übergang von einer medizinisch begründeten Einnahme von Schmerzmitteln hin zu einem missbräuchlichen Verhalten ist fließend, so die Deutsche Hauptstelle für Suchtfragen e.V. (DHS). Die übermäßige Einnahme von Schmerzmitteln steigert das Risiko psychotischer und depressiver Zustände. Auch demenzähnliche Ausfälle sind wahrscheinlich.
Seite zuletzt geändert am: 26.05.2010 11:25:00, ursprünglich angelegt am: 08.08.2006 15:50:00
Autor der Seite: Dr. Beate Grossmann