Fauja Singh, der mit 100 Jahren älteste Marathonläufer, ist sicher ein Extrem. Aber: Es gibt zahlreiche Ansatzpunkte, das körperliche, geistige und soziale Wohlbefinden auch bis ins hohe Alter zu fördern. Auf der diesjährigen Jahrestagung der Kooperation für Nachhaltige Präventionsforschung (KNP) wurden Projekte zum aktiven und gesunden Altern an der Schnittstelle von Wissenschaft und Praxis vorgestellt.
In den letzten 25 Jahren sind vielfältige Organisationen und Praxis-Netzwerke der Gesundheitsförderung auf der Grundlage der Ottawa-Charta der WHO in Deutschland, Österreich und der Schweiz entstanden. Durch das „D|A|CH – Netzwerk für Gesundheitsförderung“ sollen der fachliche Austausch und die fachliche Weiterentwicklung im Be-reich der Gesundheitsförderung unterstützt werden. Nun gibt es dafür eine Website: www.dach-gf.net.
Prioritäre Maßnahmen der Prävention und Gesundheitsförderung und deren Umsetzung müssen verbindlich festgelegt und strukturell verankert werden. Dafür sprachen sich kürzlich die Bundesvereinigung Prävention und Gesundheitsförderung e.V. (BVPG) und die Landesvereinigungen für Gesundheit (LV) auf ihrem Kooperationstreffen in Mainz aus. Noch fehlt auf Bundesebene eine entsprechende Präventionsstrategie – doch es tut sich etwas: Für Ende Juni kündigt die CDU/CSU-Bundestagsfraktion eine Veranstaltung unter der Überschrift „Prävention in Deutschland - Zwischen Eigenverantwortung und gesellschaftlicher Aufgabe“ an.
„Wirksame Maßnahmen zur Alkoholprävention bei Jugendlichen gesucht“ – so lässt sich der bundesweite Wettbewerb umschreiben, den die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) und der Verband der Privaten Krankenversicherung (PKV) seit dem 15. Mai 2012 ausgeschrieben haben.
Innovativ umgesetzte und nachhaltige Projekte können mit bis zu 10.000 € unterstützt werden.
Das Motto des Welt-Nichtrauchertags (WNRT) 2012: „Lass Dich nicht einwickeln!“ richtet sich an die Bevölkerung – vor allem an junge Menschen. Die zentrale Botschaft lautet: Lass Dich nicht von den Versprechungen der Tabakindustrie verführen, denn Rauchen ist kein Symbol für Freiheit und Genuss, sondern macht abhängig und krank. Das Aktionsbündnis Nichtrauchen will deshalb zum diesjährigen WNRT darauf aufmerksam machen, dass vom Rauchen letztlich nur die Tabakindustrie profitiert.
„Die Kooperation der unterschiedlichen Berufe dient dem Endverbraucher wie dem System.“ Davon ist Doris Steinkamp, Präsidentin des Verbandes der Diätassistenten – Deutscher Bundesverband e. V. (VDD), fest überzeugt. Und sie sieht die Politik in der Verantwortung zu handeln und die Rahmenbedingungen für mehr Kooperation zu verändern. Welchen Handlungsbedarf der VDD, eine Mitgliedsorganisation der Bundesvereinigung Prävention und Gesundheitsförderung e.V. (BVPG), sieht und was bislang schon erreicht werden konnte, dazu mehr im nachfolgenden Interview.
Die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) hat gemeinsam mit Experten einen Leitfaden mit Qualitätskriterien für gesundheitsfördernde Maßnahmen im Bereich Ernährung, Bewegung und Stressregulation entwickelt. Die 20 Kriterien sollen Fachkräften – etwa in Kindertagesstätten, Schulen, Betrieben oder anderen Einrichtungen – helfen, qualitätsgesicherte Angebote zu entwickeln oder die Qualität bestehender Angebote zu verbessern.
Im Koalitionsvertrag hatten sich CDU, CSU und FDP auf eine übergreifende Demografiepolitik geeinigt, die drei Elemente enthält: ein Handlungskonzept zur Daseinsvorsorge für die neuen Länder, einen Demografiebericht zur Lage in ganz Deutschland und schließlich eine Demografiestrategie. Der Demografiebericht, der einen Überblick über die zu erwartende Bevölkerungsentwicklung und die bislang ergriffenen Maßnahmen zur Gestaltung des demografischen Wandels gibt, erschien im Oktober 2011. Die von Bundesinnenminister Dr. Hans-Peter Friedrich am 25. April 2012 im Kabinett vorgelegte "Demografiestrategie der Bundesregierung ‚Jedes Alter zählt’" ist nunmehr der vorläufige Schlusspunkt des "Dreischritts".
Antibiotikaresistente Erregerstämme stellen eine potenzielle Gefährdung der Bevölkerungsgesundheit dar – und diese Gefährdung ist im Rahmen einer Nutzen-Schadens-Bilanz umso gravierender, je geringer der individuelle Nutzen ist. Deshalb sollten Antibiotika in der ersten Woche einer milden oder mäßigen Sinusitis bzw. Nasennebenhöhlenentzündung nicht verordnet werden. Dies ist die Kernerkenntnis eines Reviews wissenschaftlicher Studien zum Nutzen und Schaden einer Antibiotika-Therapie der daran Erkrankten im Rahmen des Projektes „Promoting Good Stewardship in Clinical Practice“ der „National Physicians Alliance (NPA)“ in den USA.
Die stellv. Geschäftsführerin der Bundesvereinigung Prävention und Gesundheitsförderung e.V., Dr. Beate Grossmann, wurde auf der Mitgliederversammlung 2012 der BVPG am 17. April in Berlin durch die Präsidentin der BVPG, Helga Kühn-Mengel, für ihr 25jähriges Dienstjubiläum geehrt.
Die promovierte Soziologin trat am 01. Juli 1986 als Referentin für Öffentlichkeit in die damalige Bundesvereinigung für Gesundheitserziehung e.V. ein und blickt nunmehr auf eine durchaus wechselhafte 25jährige Geschichte der Prävention und Gesundheitsförderung in Deutschland zurück, die sie selbst an vielen Stellen aktiv, kreativ und erfolgreich mitgestaltet hat.
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Autor der Seite: Bettina Berg