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Startseite : IN FORM : Beiträge - 2009 : Alltagsmobilität und Infrastruktur

Alltagsmobilität und Infrastruktur



Mittwoch, 5. August 2009

Australische Studie zeigt: Ob man viel zu Fuß geht, hängt auch von der Infrastruktur einer Wohngegend ab


Zu Fuß zum Einkaufen!Maßnahmen zur Stadtentwicklung können direkt der Gesundheitsförderung dienen. Eine australische Studie hat jetzt gezeigt: In Wohngegenden, in denen Einrichtungen wie Bushaltestellen, Briefkästen, Postämter oder Geschäfte häufig vorhanden und zu Fuß gut zu erreichen sind, gehen Bürgerinnen und Bürger auch sehr viel häufiger zu Fuß als in Stadtteilen mit einer schlecht ausgestatteten Infrastruktur.

Die Motivierung der Bevölkerung zu mehr Sport und körperlicher Bewegung gilt als ein Schlüsselkonzept der Gesundheitsförderung und als wesentliche Voraussetzung zur Bekämpfung der Übergewichts- und Adipositas-Problematik. Die dazu vorgelegten Interventions-Konzepte beschränken sich häufig auf Informationskampagnen, Appelle ("3000 Schritte extra", "Fit statt fett") oder bewusst aus dem Alltag herausgehobene Aktivitäten. Dass die individuelle Motivation zu mehr körperlicher Bewegung ganz wesentlich auch von städtebaulichen Rahmenbedingungen und kommunalen Angeboten abhängt, hat jetzt erneut eine Studie deutlich gemacht.

Die in der Zeitschrift "Preventive Medicine" veröffentlichte australische Studie hat untersucht, von welchen infrastrukturellen Rahmenbedingungen am Wohnort das Bewegungsverhalten der Bürger abhängt. Das Ausmaß körperlicher Bewegung wurde anhand einer Befragung ermittelt, an der 1.394 erwachsene Westaustralier teilnahmen. Erfasst wurde dabei auch die genaue Lage ihrer Wohnung.

Diese Daten wurden anschließend verknüpft mit Angaben aus einem geografischen Informationssystem (GIS), aus denen das Vorhandensein und die genaue Lage unterschiedlicher Einrichtungen hervorgeht: Postämter, Briefkästen, Geschäfte, Einkaufszentren, Bushaltestellen und Bahnhöfe, Schulen usw. Für die Datenanalyse wurden dann für jeden Studienteilnehmer die Art und Anzahl der Einrichtungen klassifiziert, die sich in einem Umkreis von 400 Metern oder 1.500 Metern zu seiner Wohnung befanden.

Als Ergebnis zeigte sich: Je mehr Einrichtungen in der näheren Umgebung vorhanden waren, desto häufiger erledigten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer die anfallenden Wege zu Fuß. In Bezirken mit besonders vielen fußläufig erreichbaren Postkästen, Bushaltestellen, Zeitungsständen, Einkaufszentren und Haltestellen im Umkreis von 400 Metern war das Ausmaß körperlicher Bewegung zwischen 1.63- und 5-mal höher als in eher schlecht ausgestatteten Wohngegenden. Waren dieselben Einrichtungen in einem Umkreis von bis zu 1.500 Metern vorhanden, lag das Ausmaß der körperlichen Aktivität immer noch 1,75- bis 2,38-mal höher als in einer von solchen Einrichtungen freien Gegend.

Der Zusammenhang war so eindeutig und eng, dass in der Studie sogar eine Dosis-Wirkungs-Abhängigkeit zwischen dem Mix der Einrichtungen und dem zu Fuß Gehen nachgewiesen werden konnte: Jede zusätzliche Einrichtung innerhalb von 400 bis 1.500 Metern um den Wohnort führte zu einem zusätzlichen 12- bzw. 11-Minuten-Gang innerhalb von zwei Wochen.

Quelle: McCormack Gavin R. u.a.: The relationship between destination proximity, destination mix and physical activity behaviors (Preventive Medicine Volume 46, Issue 1, January 2008, Pages 33-40)
Hier gibt es ein kostenloses Abstract der Studie: http://www.sciencedirect.com

 

 


Seite erstellt am: 24.07.2009 10:26:00, zuletzt geändert am: 05.08.2009 10:26:00
Redaktion der Seite: Bettina Berg
Quelle: siehe Link; Autoren: Gerd Marstedt, Bernhard Braun


 

 



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