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Überwiegend positive Einstellungen zu Alter und Gesundheit


Donnerstag, 20. August 2009

Hamburger Seniorenbefragung: Positive Einstellungen zu Alter und Gesundheit überwiegen


Gesund alternWelche Einstellung haben ältere Menschen zu ihrem Älterwerden und ihrer Gesundheit? Wie aufgeschlossen sehen sie Gesundheitsförderung? Antworten auf diese Fragen liefert eine repräsentative Hamburger Seniorenbefragung. Die Mehrheit der 950 Teilnehmerinnen und Teilnehmer der standardisierten Befragung äußert positive Einstellungen zu Alter und Gesundheit. Basis der Studie war eine repräsentative Zufallsstichprobe von über dreitausend 60-jährigen und älteren Personen eines Hamburger Stadtbezirks. Auftraggeber und potenzieller Nutzer der Ergebnisse ist die mit dem Hamburger Landespflegegesetz ins Leben gerufene bezirkliche Gesundheits- und Pflegekonferenz.

Im Einzelnen fühlten sich die durchschnittlich 71,5 Jahre alten Befragten zu 69% „jung“ oder „noch nicht alt“ und das gewünschte kalendarische Lebensalter betrug im Durchschnitt 88 Jahre. 58% der befragten Personen waren Frauen, 34% lebten allein, 5% waren bereits pflegebedürftige Menschen.

Zwei Drittel der Gesamtgruppe bezeichneten ihren gesundheitlichen Allgemeinzustand als gut (59%) oder auch ausgezeichnet (8%).

Trotzdem sorgten sich 85% um ihre zukünftige Autonomie, 75% um ihre künftige Gesundheit und jeweils rund ein Drittel der Befragten hatte Sorgen vor Gewalt, finanziellen Problemen oder einem Umzug ins Pflegeheim. Mit Terror- und Vereinsamungsängsten hatte jeder oder jede Vierte bis Fünfte der befragten Seniorinnen und Senioren zu ringen.

Bei den Fragen zu gesundheitsförderlichen Verhaltensweisen ergab sich ein durchwachsenes Bild: Zwar fühlte sich die Mehrheit der Befragten hierzu gut informiert, aber bei einigen Fragen war der Anteil der Unentschlossenen oder der Personen, die z.B. gezielte Fragen nach ihrem Essverhalten nicht beantworteten, mit bis zu einem Drittel sehr hoch. Zusätzlich gab es eine Reihe von Einstellungen, die als „änderungsbedürftig“ eingestuft werden könnten. 42% verneinten, sich zum Schutz ihrer Gesundheit auszuruhen oder antworteten dazu gar nicht, und 46% nahmen nicht die jährliche Grippeschutzimpfung in Anspruch. Je nach Fragestellung besaßen auch relativ viele Befragte eine fatalistische Lebensweise: 63% bejahten, ihre Krankenkasse solle für ihre Gesundheit zahlen und 48% waren der Ansicht, das Schicksal entscheide über ihre Zukunft und sie könnten nichts tun.

Die Einstellung zu Seniorentreffs war zurückhaltend und die Inanspruchnahme eher gering: So kannten oder nutzten sie 51% der Befragten nicht. Gründe für die Nichtnutzung waren, dass sie sich als zu aktiv (51%) oder jung einschätzten (42%) oder keine Zeit hatten (21%).

Die Wissenschaftler sehen mit ihrer Befragung eine Reihe von Informationslücken für kommunale Einrichtungen geschlossen und halten sie für eine wichtige Planungsgrundlage – u.a. auch für eine Befragung der gesamten älteren Bevölkerung Hamburgs.

Die Anonymität der Befragung führte zu zwei Mängeln, die zu inhaltlichen Verzerrungen geführt haben könnten: Es gab keine Möglichkeit, die angeschriebenen Personen noch einmal zu erinnern, ihren Fragebogen auszufüllen, und außerdem keine Möglichkeit, die Gründe der eher geringen Teilnahme (Rücklaufquote  29%) zu hinterfragen.

Zum Aufsatz „Im Alter aktiv und gesund leben – Ergebnisse einer repräsentativen Seniorenbefragung in Hamburg“ von Ulrike Dapp et al., erschienen in der Zeitschrift für Gerontologie und Geriatrie, Volume 42, Number 3 / Juni 2009, gibt es kostenlos lediglich ein Abstrakt: http://springerlink.metapress.com/content/q067n14403666172/?p=289b56ccf399460088221d8c7009f09c&pi=8

 



Seite erstellt am: 20.08.2009 14:07:00
Autor der Seite: Bettina Berg
Quelle: siehe Link; Autoren: Gerd Marstedt, Bernhard Braun