„Methusalem ruiniert die Sozialkassen nicht“ – so fasste jüngst die Ärzte Zeitung eine Studie des Statistischen Bundesamtes zusammen. Auf der Grundlage von Krankenhausstatistiken geht die Studie der Frage nach, wie sich die Gesundheitsausgaben bis 2030 entwickeln werden. Ergebnis: die Kostenzuwächse sind vergleichsweise moderat, von einer Kostenexplosion könne keine Rede sein. Ein wichtiger Faktor, die bis 2030 vermutlich sinkende Zahl sozialversicherungspflichtiger Beschäftigter, wurde dabei allerdings nicht berücksichtigt.
Mit insgesamt 20.000 Euro zeichnet der Verband der Ersatzkassen e.V. (vdek) in diesem Jahr Initiativen und Einzelpersonen zum Thema „Bürgerschaftliches Engagement für Gesundheit und Pflege“ aus. Bereits zum zweiten Mal sollen mit dem Zukunftspreis innovative Ansätze und Beispiele guter Praxis bekannt gemacht werden.
Ein Forscherteam des Max-Planck-Instituts für demografische Forschung kommt zu dem Ergebnis, dass bisherige Schätzungen der durchschnittlichen Geburtenrate pro Frau zu niedrig lagen. So berücksichtigten gängige Schätzungen nicht, dass Frauen die Geburt ihrer Kinder zunehmend in spätere Lebensjahre verlagerten.
Bildung und Gesundheit sind untrennbar miteinander verknüpft. Der Verein „anschub.de – Programm für die gute gesunde Schule“ hat es sich zum Ziel gesetzt, beides zu fördern. Gesundheit ist in den Schulen unerlässliche Voraussetzung für Lernen und Lehren – Bildung eröffnet den Zugang zu Gesundheitswissen und vergrößert die Chancen für gesundheitsförderliches Verhalten. Um die Umsetzung dieser Ziele intensiv voranzutreiben, hat der Verein die „Berliner Erklärung zu Schule, Gesundheit und Bildung“ verabschiedet. Damit appelliert er an alle Verantwortlichen in Deutschland, die für Bildung und Gesundheit Sorge tragen, dass das Konzept der guten gesunden Schule weiter entwickelt und flächendeckend verbreitet wird. Die BVPG sprach mit dem anschub.de-Vorstandsmitglied Dr. Rüdiger Meierjürgen.
Seit seiner Gründung in 2003 entwickelt das Aktionsforum Gesundheitsinformationssystem e.V., kurz „afgis“ genannt, Qualitätsstandards für Informationen im Internet – auch die Bundesvereinigung Prävention und Gesundheitsförderung erfüllt die „afgis-Transparenzkriterien“ in ihrer geltenden Fassung von 2011 und weist dies auf ihrer Homepage aus.
Nun hat afgis sich auch mit der Frage beschäftigt, wie soziale Netzwerke im Internet Strukturen entwickeln können, die den aktuellen Qualitätsstandards entsprechen. Das Ergebnis dieser Überlegungen sind „10 Regeln der Partnerschaft für soziale Netzwerke“, die der Verein für die Ausgestaltung kommunikativer Plattformen im Web empfiehlt.
Stadtteile und sogenannte Quartiere werden zunehmend als Interventionsorte für Gesundheitsförderung wahrgenommen. Im Vergleich zu „klassischen“ Settings, wie Kindergärten, Schulen, Betriebe, ist der Lebensraum „Stadtteil“ jedoch deutlich komplexer: Die Kommunikationsstrukturen sind diffuser, häufig sind Stadtteile in sich heterogen bzgl. Sozialstruktur und Problemlagen, Verantwortlichkeiten sind auf verschiedenste Akteure aufgeteilt. Möglichkeiten, wie die Gesundheitsförderung auf Quartiersebene aussehen kann und wie derartige Ansätze evaluiert werden können, zeigt die Publikation „Mehr Gesundheit im Quartier“ des Deutschen Institutes für Urbanistik (Difu) auf.
Sind psychische und körperliche Beschwerden Ursachen oder Folgen von Erwerbslosigkeit? Diese Frage ist nicht einfach zu beantworten – und möglicherweise ist sie sogar falsch gestellt. Erwerbslose befinden sich oftmals in einem Teufelskreis: Die Erwerbslosigkeit macht sie krank und als Kranke werden sie nicht eingestellt. Den Zusammenhang von Erwerbslosigkeit und Gesundheit beschreibt eine vom Gesundheitswissenschaftler Alfons Hollederer verfasste Publikation, die auf Ergebnissen des Mikrozensus’ 2005 aufbaut. Auch das Landesinstitut für Gesundheit und Arbeit NRW (LIGA.NRW) befasst sich in einem neu erschienenen Leitfaden mit der Gesundheit von Erwerbslosen und zeigt auf, welche Möglichkeiten zur Förderung der psychischen Gesundheit von Arbeitslosen ergriffen werden können.
„Gesundheit“ spielt auch bei Reisen und im Urlaub eine immer wichtigere Rolle. Doch mit den damit verbundenen Chancen für den Tourismus wachsen auch die Herausforderungen. Wie sehen erfolgreiche Angebote im Gesundheitstourismus aus? Welche Neuerungen gibt es auf dem Markt? Wie funktionieren Innovationen und wie lassen sie sich umsetzen? Diese Fragen wurden jetzt im Rahmen des Projektes „Innovativer Gesundheitstourismus in Deutschland“ gestellt und beantwortet.
Anfang Juli – kurz vor der parlamentarischen Sommerpause – beschäftigte sich der Bundestag mit dem Thema Prävention und Gesundheitsvorsorge. In erster Lesung ging es um die Anträge der Oppositionsfraktionen, die sich für eine deutliche Aufwertung der Vorsorge in der Gesundheitsversorgung stark machen und ein Präventionsgesetz verlangen. So fordert die SPD-Fraktion die Bundesregierung auf, eine umfassende Präventionsstrategie für den Bund zu entwickeln. Diese müsse unter anderem Gesundheitsförderung als vierte Säule neben Kuration, Pflege und Reha etablieren. Die Linke fordert, die Potenziale der Prävention zu erkennen und zu nutzen und Prävention und Gesundheitsförderung über die gesamte Lebensspanne zu stärken.
In vielen öffentlichen Darstellungen wirken die Ursachen der raschen Zunahme der Zahl übergewichtiger bis fettsüchtiger BürgerInnen ziemlich unkompliziert. Die Menschen essen zu viel und bewegen sich zu wenig. Obwohl beide Faktoren mit Sicherheit eine Rolle spielen, sind aber sowohl das Erklärungsmodell als auch das daraus folgende Handlungsbündel viel komplexer. Welche Faktoren für eine erfolgreiche Verhinderung von Übergewicht und Fettsucht noch zu berücksichtigen sind und was dies für die Art und Anzahl der hierfür zu mobilisierenden Akteure und die Organisation von präventiven Kampagnen bedeutet, fasst eine Publikation der Unternehmungsberatung McKinsey knapp und verständlich zusammen.
Seite zuletzt geändert am: 13.09.2011 06:03:00, ursprünglich angelegt am: 22.12.2009 14:10:00
Autor der Seite: Dr. Beate Robertz-Grossmann