Mittwoch, 17. März 2010
Nationales Gesundheitsziel für Kinder und Jugendliche
Das nationale Gesundheitsziel „Gesund aufwachsen“ hat eine Überarbeitung erfahren. Bereits mit der ersten Auflage, die 2003 erarbeitet wurde, rückte das Gesundheitsziel die Gesundheitsförderung und Prävention von Kindern und Jugendlichen in den Blickpunkt. Die im Januar 2010 erschienene Neuauflage trägt aktuellen wissenschaftlichen Erkenntnissen Rechnung und soll in stärkerem Maße kulturelle und Geschlechter-Aspekte in der Zielgestaltung berücksichtigen. Zudem wurde das Spektrum der betrachteten Risiken und Vorsorgemöglichkeiten erweitert. So wurden beispielsweise Aspekte wie Unfallprävention, psychische Auffälligkeiten und Impfungen neu aufgenommen.
Die drei Schwerpunktbereiche des aktuellen Gesundheitsziels "Gesund aufwachsen" sind Ernährung, Bewegung und Lebenskompetenz. Der Handlungsschwerpunkt "Stressbewältigung" wurde in der Neuauflage des Ziels in den Bereich "Lebenskompetenz" überführt. Damit wird ein breiteres Spektrum an Fördermaßnahmen für die psychische Gesundheit angesprochen, als dies im Ziel von 2003 der Fall war. Durch die Ausweitung werden zudem Aspekte der Gewalt- und Suchtprävention abgedeckt.
Auch die Wahl der Settings ist verändert worden. Wie bisher gehören Kindertagesstätten und Schulen zu den wichtigsten Umfeldern für die gesundheitliche Förderung von Kindern und Jugendlichen. Mit der neuen Bezeichnung des dritten Handlungsfeldes, "Familie und Umfeld", soll ein weiteres Verständnis der Lebensrealität von Kindern und Jugendlichen zum Ausdruck gebracht werden. Das in der Auflage von 2003 aufgeführte Setting "Familie und Freizeit" greift nach Ansicht der Arbeitsgruppe zu kurz. Zusätzlich müssen auch die Nachbarschaft, der Stadtteil und das soziale Umfeld der Kinder berücksichtigt werden.
Die Zielkonzeption berücksichtigt gegenwärtige Defizite in der Strategie- und Programmentwicklung und versucht bestehende Strukturen miteinander zu vernetzen. Dazu wurden zehn Ziele entwickelt, aus denen beispielhaft Teilziele abgeleitet wurden. Alle Ziele sind auf die drei genannten Settings aufgeteilt. Darauf folgend erarbeitete die Arbeitsgruppe exemplarisch Strategien und Maßnahmen zur Zielerreichung. Durch den Ausweis der Zuständigkeiten zur Erfüllung der Zielvorgaben werden die Adressaten konkretisiert.
Alle vorgeschlagenen Ziele und Maßnahmen sollen Querschnittsanforderungen genügen. Dabei handelt es sich um Aspekte der sozialen und Geschlechtergleichstellung, um die Partizipation und das Empowerment von Bürgern und Patienten und um die Evidenzbasierung. Hinzu kommt die Prävention bei krankheitsbezogenen Zielen und die "intersektorale Verzahnung und Integration".
Die Auflistung von Startermaßnahmen zeigt, wie Gesundheitsförderung bei Kindern und Jugendlichen zeitnah, realistisch und praktisch umgesetzt werden kann. Dazu gehört etwa ein Verbot von Lebensmittelwerbung, die sich gezielt an Kinder richtet, oder die Bereitstellung von kostenlosen Mahlzeiten in Kindergärten.
Die Publikation "Nationales Gesundheitsziel - Gesund aufwachsen" steht als Download zur Verfügung. Sie finden sie hier.
Seite erstellt am: 17.03.2010 15:50:00
Autor der Seite: Felix Lüken
Quelle: Bundesministerium für Gesundheit (Hrsg.) (2010): „Nationales Gesundheitsziel – Gesund aufwachsen: Lebenskompetenz, Bewegung, Ernährung“.