Gesunde Kita für alle!


Freitag, 19. März 2010

Gesunde Kita für alle!


Kind klettert auf Spielgerät„Gesunde Kita für alle!“ ist der Titel eines neuen Leitfadens zur Gesundheitsförderung in Kindertagesstätten. Herausgegeben wurde die Broschüre von der Landesvereinigung Gesundheit und Akademie für Sozialmedizin Niedersachsen e.V. (LVGAFS). In einer optisch ansprechenden und gut strukturierten Aufmachung zeigt der Leitfaden Möglichkeiten der Gesundheitsförderung in Kindertagesstätten auf. Hervorzuheben ist, dass nicht nur die Kleinen, sondern auch die Eltern und die ErzieherInnen als wesentliche Akteure einer gesunden Lebens- und Arbeitswelt wahrgenommen werden. Das Setting Kita bietet die Möglichkeit, schon frühzeitig eine gesunde Entwicklung zu fördern. Doch auch als Arbeitsplatz mit diversen Belastungen gibt es dort ein großes Entwicklungspotenzial.

Als Verbesserungspotenziale identifizieren die Autoren des Heftes klassische Bereiche der Gesundheitsförderung, wie Ernährung und Bewegung, aber auch neuere Ansätze, wie Teambuilding und Empowerment. Durch eine ganzheitliche gesundheitliche Förderung der Kinder können soziale Ungleichheiten verringert werden. So kann die Förderung der körperlichen Aktivität und der Freude an gesunder Ernährung dazu beitragen, individuelle Entwicklungsdefizite auszugleichen. Die Einbindung der Mitarbeiter ist aber genauso wichtig. Die Verringerung von Lärm, Fehlhaltungen des Körpers und anderen Belastungen verbessert das Arbeitsklima und hat damit auch Einfluss auf die Zusammenarbeit mit Eltern und Kindern. Zudem sollten die Beschäftigten auf Grund ihrer Vorbildfunktion eingebunden werden.

In vielen Kindertagesstätten gibt es bereits Projekte zu einzelnen Aspekten der Gesundheitsförderung. Die zeitliche Begrenzung der Angebote führt jedoch oft dazu, dass es keine nachhaltigen Effekte gibt. Außerdem werden häufig nur einzelne Dimensionen der Gesundheit angesprochen - wie Ernährung oder Bewegung. Andere Aspekte, beispielsweise Stressbewältigung oder ergonomisches Arbeiten, bleiben meist unberücksichtigt. Es fehlt an ganzheitlichen und überreifenden Strukturen. Zudem ist Projektarbeit in der Regel mit einem hohen zeitlichen Aufwand für Vor- und Nachbereitungen verbunden. 

Ein ganzheitlich ausgerichtetes Konzept zur Gesundheitsförderung sollte die verschiedenen Akteure und deren individuellen Belastungen und Ressourcen berücksichtigen. Dazu gehört auch, das Umfeld einer Kita einzubinden. So können Kooperationen mit lokalen Sportvereinen, Kultureinrichtungen und Beratungseinrichtungen sinnvoll sein, um das fachliche Profil der Einrichtung zu erweitern. Ebenso müssen die Eltern aktiv eingebunden werden. Der Leitfaden schildert, auf welche Weise die Eltern an der Arbeit in der Kita beteiligt werden können. Zugleich werden aber auch die damit verbundenen Problemlagen aufgezeigt.

Der Leitfaden "Gesunde Kita für alle!" richtet sich an Praktiker in den Kindertagesstätten. Durch die Beschreibung einzelner Projekte, als Beispiele für "good practice", werden Hinweise für die Umsetzung eines Konzeptes zur Gesundheitsförderung gegeben. Ebenfalls eine praktische Unterstützung bieten die Empfehlungen zur Vermeidung "typischer Fehler" sowie die Darstellung der ersten Schritte zur Planung und Implementation eines neuen Konzeptes. Ein "Werkzeugkasten" am Ende der Broschüre gibt weitere Anregungen, wie beispielsweise Vorlagen zur Maßnahmenplanung und Steckbriefe gelungener Projekte. Ergänzt werden diese Informationen durch eine Linksammlung und Literaturhinweise. 


Die Broschüre ist hier als Download verfügbar.




Seite erstellt am: 19.03.2010 12:30:00
Autor der Seite: Felix Lüken
Quelle: Landesvereinigung für Gesundheit und Akademie für Sozialmedizin Niedersachsen e.V. (Hrsg.) (2010): „Gesunde Kita für alle! - Leitfaden zur Gesundheitsförderung im Setting Kindertagesstätte“