Montag, 31. Mai 2010
Strategiepapier zur Gesundheitsförderung
Kommunale Fonds, eine Gemeinwohlsteuer und ein eigenes Sozialgesetzbuch für Prävention und Gesundheitsförderung – das sind die Mittel für eine nachhaltige Förderung der Gesundheit. So schlägt es zumindest die Studiengruppe „Gesundheitsförderung und -management in Europa“ der Hochschule Magdeburg-Stendal in einem gerade erschienenen Strategiepapier vor. Der demografische Wandel und die zunehmende soziale Ungleichheit der Gesundheitschancen erfordern eine Wende in der Sozialpolitik. Die Magdeburger machen konkrete Vorschläge, wie diese Wende aussehen könnte.
Im Zentrum des Entwurfs steht die kommunale Gesundheitsförderung.
Die Nähe zur Lebenswelt der Menschen und die Möglichkeit, sie aktiv in die
Gestaltung von Präventionsmaßnahmen einzubinden, sind Stärken der Kommunen, die
in der Gesundheitsförderung genutzt werden müssen. Finanziert werden soll das
kommunale Engagement beispielsweise durch die Umwidmung eines Teils der Einkommenssteuer-Einnahmen.
Die Gelder sollen in einen Fonds für Gesundheitsförderung fließen, aus dem dann
der Ausbau gemeinwohlorientierter Infrastrukturen und die Gesundheitsförderung
in lokalen Gemeinschaftsbereichen gefördert wird. Auch Sonderabgaben auf Tabak
und andere gesundheitsschädliche Produkte könnten in den Fonds fließen.
Zur Stärkung der Prävention und Gesundheitsförderung
schlagen die Autoren des Strategiepapiers die Verankerung der entsprechenden
Aufgaben in einem eigenen Sozialgesetzbuch vor, in dem die jeweiligen Verantwortungsbereiche
von Bund, Ländern und Kommunen festgeschrieben werden. Landesgesundheitsziele
und die Erweiterung bzw. Konkretisierung dieser Ziele durch die Kommunen sollen
den lokal sehr unterschiedlichen Bedürfnissen Rechnung tragen. Die Einrichtung
von kommunalen Gesundheitskonferenzen, Landeskoordinierungsstellen und einer
Bundeskoordinierungsstelle dienen dem Erfahrungsaustausch und der Abstimmung:
Wer macht was? Welche Beispiele guter Praxis gibt es? Wie kann Qualität
gewährleistet werden?
Das Strategiepapier mit seinen Forderungen nach einer
finanziellen und organisatorischen Neuausrichtung der Präventionspolitik möchte
dazu dienen, die Kommunen beim Aufbau einer nachhaltigen Gesundheitsförderung
zu unterstützen und das bürgerschaftliche Engagement für gesündere Lebenswelten
zu stärken.
Das Magdeburger Strategiepapier zur Gesundheitsförderung
"Gesundheit nachhaltig fördern, gesellschaftliche Verantwortung übernehmen"
können sie hier herunterladen.
Seite erstellt am: 31.05.2010 12:14:00
Autor der Seite: Felix Lüken
Quelle: Studiengruppe „Gesundheitsförderung und -management in Europa“ (Hrsg.) (2010): „Gesundheit nachhaltig fördern, gesellschaftliche Verantwortung übernehmen - Forderungen an Bund, Länder und Kommunen“.