Dienstag, 16. November 2010
BVPG-Präsidentin fordert verbindliche politische Regelungen zur Stärkung von Prävention und Gesundheitsförderung
Drei Schritte sind zur Verbesserung der Prävention und Gesundheitsförderung in Deutschland grundlegend, so Helga Kühn-Mengel, Präsidentin der Bundesvereinigung Prävention und Gesundheitsförderung e.V. (BVPG): 1. Verankerung des Themas als durchgängiges Prinzip in allen Politikbereichen, 2. verbindliche Regelungen von Verantwortlichkeiten und Finanzierungen und 3. eine aktive Unterstützung seitens der Öffentlichen Hand und weiterer Beteiligter in Fragen der Qualitätsentwicklung von Prävention und Gesundheitsförderung. In diesem Zusammenhang seien auch die Parlamentarier gefordert, das Thema auf die Tagesordnung zu setzen. Im gemeinsamen Interview mit Marion Caspers-Merk, Präsidentin des Kneipp-Bundes e.V., sprachen sich beide außerdem für mehr koordinierte, langfristig und nachhaltig betriebene Gesundheitsförderungsprogramme statt einer bloß bunten Vielfalt kurzfristiger Projektaktivitäten aus.
Die frühere Staatssekretärin im Bundesministerium für
Gesundheit, Marion Caspers-Merk, hält es nach wie vor für unverzichtbar, die
Prävention in Deutschland zur einer vollwertigen vierten Säule des
Gesundheitssystems auszubauen. Außerdem sei eine stärkere wissenschaftliche
Fundierung der Prävention und Gesundheitsförderung notwendig. Der Aufbau eines
nationalen Public Health-Institutes wäre ihres Erachtens nach hierfür ein deutliches
Zeichen.
Die Präsidentin der Bundesvereinigung Prävention und
Gesundheitsförderung e.V sieht als vorrangige Aufgabe die weitere Stärkung der Qualitätsentwicklung
in Prävention und Gesundheitsförderung. Hier sei die Öffentliche Hand ebenso
gefordert wie andere Akteurinnen und Akteure der Prävention. Der 2008 begonnene
verbandsinterne Diskussionsprozess habe deutlich gemacht, dass viele
Mitgliedsorganisationen der Bundesvereinigung bereits über eigene Instrumente,
Maßnahmen und Systeme der Qualitätsentwicklung und -sicherung verfügen, die
auch für andere nutzbar gemacht werden könnten. Anders als in der Medizin, in
der die Evidenzbasierung und die Entwicklung von Leitlinien in der
Vergangenheit von staatlicher Seite massiv und langfristig gefördert worden seien,
fehlten vergleichbare Aktionen im und für den Arbeitsbereich Prävention und
Gesundheitsförderung bislang fast völlig.
Um der Prävention eine größere Schlagkraft zu geben, sei es außerdem
erforderlich, so Kühn-Mengel, auch von Seiten des Parlamentes eine stärkere
Unterstützung zu erfahren. Nach wie vor fehle es an einer intensiven und
zukunftsweisenden Befassung des Deutschen Bundestages mit diesem Thema.
Das vollständige Interview der BVPG-Geschäftsführung mit
Helga Kühn-Mengel und Marion Caspers-Merk können Sie hier nachlesen.
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Seite erstellt am: 16.11.2010 10:13:00
Autor der Seite: Felix Lüken
Quelle: eigene Darstellung