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OECD-Studie "Fit not Fat"


Mittwoch, 26. Januar 2011

Fit not Fat: OECD-Studie zu Fettleibigkeit und ihrer Prävention


Familie auf FahrradFettleibigkeit hat in den 34 Mitgliedsstaaten der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) das Ausmaß einer Volkskrankheit angenommen: Jede/r Zweite ist übergewichtig und jede/r Sechste fettleibig. Auch Kinder sind zunehmend betroffen – jedes dritte ist inzwischen übergewichtig. Diese Entwicklung geht mit enormen Gesundheitskosten einher. Das zentrale Ergebnis der OECD-Studie: Durch eine abgestimmte Präventionsstrategie könnte bei moderaten Kosten Fettleibigkeit wirksam bekämpft werden.

Die Studie "Obesity and the Economics of Prevention: Fit not fat" (deutsch etwa: "Fettleibigkeit und die Wirtschaftlichkeit der Prävention: Fit nicht fett"), die am 23. September 2010 in Paris veröffentlicht wurde, stellt eine umfassende Analyse der gesundheitspolitischen und wirtschaftlichen Auswirkungen von Initiativen gegen Fettleibigkeit in fünf Ländern dar.

Fettleibigkeit hat in allen Staaten der OECD ein alarmierendes Ausmaß angenommen. Dabei gibt es regionale und soziale Unterschiede. Die meisten Übergewichtigen leben prozentual gesehen in den USA und Mexico, die wenigsten gibt es in Japan und Korea. Deutschland steht  an fünfthöchster Stelle.

Auch wenn der Anteil der übergewichtigen und fettleibigen Menschen zwischen den Staaten der OECD zum Teil erheblich variiert, so ist er dennoch in den letzten drei Jahrzehnten überall kontinuierlich gestiegen. Für diese weltweite "Epidemie", mit weiterhin steigender Tendenz, sind der Analyse zufolge wachsende Nahrungsmittelangebote, sich ändernde Ernährungsgewohnheiten und zugleich nachlassende körperlicher Aktivität verantwortlich.

Stark fettleibige Menschen (BMI von 40-45) haben laut Studie eine höhere Wahrscheinlichkeit, schwerwiegende Krankheiten wie Diabetes, Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Krebs zu entwickeln. Ihre Lebenserwartung ist um bis zu acht bis zehn Jahre geringer und sie verursachen 25 Prozent höhere Gesundheitskosten als normalgewichtige Patienten.

Der zentrale Fokus des Buches liegt auf der Frage, wie entscheidende Veränderungen in diesem Trend zur Fettleibigkeit angestoßen werden können. Zusammengefasst lautet die Antwort: durch breit angelegte Präventionsstrategien, die vielfältige Gesundheitsfaktoren in den Blick nehmen. Der Autor schlägt als effektive Präventionsstrategie - auch unter Kosten-Nutzen Aspekten - ein gemeinsames Vorgehen von Regierungen und Wirtschaft vor. Durch eine Kombination von Kampagnen zur Gesundheitsförderung, staatlichen Regulierungen und hausärztlicher Betreuung fettleibiger Patienten könnten Hunderttausende vor dem Tod in Folge chronischer Erkrankungen gerettet werden. Die Kosten beziffert er je nach Land auf jährlich 10 bis 30 US Dollar pro Person.  


Auf der Homepage der OECD Berlin Centre kann die Studie bestellt oder als PDF heruntergeladen werden.


Quelle:

OECD (2010): "Obesity and the Economics of Prevention: Fit not Fat", OECD Publishing; doi: 10.1787/9789264084865-en; ISBN 987-92-64-06367-9.



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Seite erstellt am: 26.01.2011 11:59:00
Autor der Seite: Inga Jesinghaus
Quelle: www.oecd.org