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Qualität von Gesundheitsinformationen im Internet
Gesundheitsinformationen im Internet – wie ist es um die Qualität bestellt?
1. Wie ist es aus Ihrer Sicht um die Qualität von Gesundheitsinformationen im Internet bestellt?
(GH): Gerade die Menschen, die im Internet auf der Suche nach verlässlichen und verständlichen Informationen sind, um für sich selbst oder ihre Angehörigen eine Entscheidungsgrundlage in Gesundheitsfragen zu finden, werden oft eher verwirrt und verunsichert statt gestärkt und handlungsfähig. Es fällt schwer, die Qualität der Informationen zu bewerten, weil die Kriterien dafür meist nicht bekannt oder in der Information selbst nicht auffindbar sind. Dies ist besonders dann wichtig, wenn der Anbieter oder Autor der Information kommerzielle Interessen damit verbindet, die den Leserinnen und Lesern verborgen bleiben - und sie damit getäuscht werden.
(AW): Es mangelt nicht an Informationen zu gesundheitlichen Themen. Die Qualität ist jedoch an vielen Stellen verbesserungswürdig. Nur ein eher geringer Teil der Informationen hat wirklich eine valide Evidenzbasis und berücksichtigt den aktuellen Stand der Wissenschaft. Viele Informationen sind außerdem sehr medizinisch-fachlich geprägt. Die Perspektive der Nutzerinnen und Nutzer wird oft nur wenig berücksichtigt. Dabei können deren Fragen und Ansprüche an eine Information deutlich von dem abweichen, was die Informationsersteller für relevant halten. Zudem tummelt sich im Netz auch viel Werbung und interessengeleitete Information.
(EH): Neben hochwertiger Gesundheitsinformation unabhängiger Anbieter finden Nutzer zahlreiche dubiose Gesundheitswebsites. Sie brauchen Vorkenntnisse, um verlässliche Information und seriöse Anbieter zu erkennen, Qualität ist nicht auf einen Blick sicher identifizierbar.
2. Was sind die wichtigsten Schritte, um zu einer Verbesserung zu gelangen?
(GH):Eine leicht verständliche und kurze Anleitung für Internet-Nutzer(innen) ist notwendig, um die Qualität der Information bewerten zu können. Diese Check-Liste sollte im Browserfenster direkt verfügbar sein. Im Projekt "gesundheitsziele.de" ist eine solche Kriterienliste unter Einbeziehung vieler ähnlicher Vorlagen erstellt worden. Sie wird derzeit publiziert und auf den Internetseiten der Partner von "gesundheitsziele.de" verfügbar gemacht. Daneben sind verbindliche Qualitäts- und Transparenzanforderungen an die Informationsanbieter zu richten.
(AW): Eine Entscheidung, die mit den eigenen Präferenzen und der eigenen Lebenssituation im Einklang steht, setzt neutrale, nicht direktive und verlässliche Informationen voraus, die systematisch erstellt und nach wissenschaftlichen Kriterien, auch durch die Nutzer, geprüft wurden. Um Gesundheitsinformationen leserorientierter zu gestalten, müssen deren Informationsbedürfnisse stärker beachtet werden, zum Beispiel durch die Berücksichtigung von qualitativer Forschung oder die Zusammenarbeit mit Patienten und deren Vertretern. Die Evidenzbasis, auf der die jeweilige Information beruht, muss klar ausgewiesen werden.
(EH): Als Qualitäts- und Qualifizierungsnetzwerk setzt sich afgis für die transparente und qualitätsgesicherte Erstellung von Gesundheitsinformation ein. Ein weiterer wichtiger Bestandteil der prozessorientierten Qualitätssicherung ist die Beteiligung der Nutzer und Anbieter von Gesundheitsinformation an der Fortentwicklung der Qualitätskriterien. Das von afgis entwickelte Zertifizierungsverfahren für geprüfte Gesundheitsinformation ermöglicht Nutzern, sich mit dem Klick auf das Qualitätslogo Klarheit über das Angebot und seine Ersteller zu verschaffen. Die Transparenzkriterien umfassen neben der Prüfung des Erstellungsprozesses und der Offenlegung von Zielen und Finanzierung auch die Beachtung der informationellen Selbstbestimmung der User.
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Seite erstellt am: 28.02.2011 16:04:00
Autor der Seite: Inga Jesinghaus
Quelle: eigene Darstellung
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Bei Fragen zu gesundheitlichen Problemen, konkreten Krankheitsbildern, Präventionsmöglichkeiten und Behandlungsmethoden ist das Internet inzwischen die erste und primäre Informationsquelle. Wie sieht es aber mit der Qualität der Informationen, die man dort erhält, aus? Was kann zu ihrer Verbesserung getan werden? Wir haben Expertinnen und Experten befragt. Geantwortet haben uns Günter Hölling (GH), Sprecher der AG „Patient(inn)ensouverenität und Gesundheitskompetenz“ von „gesundheitsziele.de“, Dr. med. Andreas Waltering (AW), stellv. Leiter des Ressorts Gesundheitsinformation im Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) und Evelyne Hohmann (EH), Vorstandsmitglied im Aktionsforum Gesundheitsinformationssystem (afgis) e.V.