Donnerstag, 8. September 2011
Geburtenrate in Deutschland höher als bislang angenommen?
Ein Forscherteam des Max-Planck-Instituts für demografische Forschung kommt zu dem Ergebnis, dass bisherige Schätzungen der durchschnittlichen Geburtenrate pro Frau zu niedrig lagen. So berücksichtigten gängige Schätzungen nicht, dass Frauen die Geburt ihrer Kinder zunehmend in spätere Lebensjahre verlagerten.
Endgültige Angaben zur Geburtenrate einer Frau können immer
erst gemacht werden, wenn Frauen nicht mehr im gebärfähigen Alter sind - also
etwa ab dem 50. Lebensjahr. Damit können derzeit endgültige Aussagen lediglich
zu den Geburtsjahrgängen bis 1961 getroffen werden. Um aktuelle Entwicklungen
abbilden zu können, greifen Statistiker daher zu Schätzungsverfahren.
Die Demografieforscher Joshua Goldstein und Michaela Kreyenfeld vom
Max-Planck-Institut für demografische Forschung zeigen in ihrer jüngst
veröffentlichten Studie, dass das gängige Schätzverfahren der
"zusammengefassten Geburtenziffer" (zur Berechnungsweise siehe Statistisches
Bundesamt)
nicht berücksichtigt, dass Frauen ihre Kinder immer später zur Welt bringen -
seit 2001 jedes Jahr um durchschnittlich zwei Monate später.
Werden
diese Veränderungen in die Berechnungen mit einbezogen, ergibt sich eine höhere
Geburtenrate. Gingen die Schätzungen bislang von etwa 1,4 Kindern pro Frau aus,
kommt die aktuelle Studie auf 1,6 Kinder pro Frau. Damit ist die Geburtenrate
immer noch zu niedrig um ein Schrumpfen der Bevölkerung zu vermeiden. Nach den
Schätzungen von Goldstein und Kreyenfeld scheint sich aber ab den Geburtsjahrgängen
von 1970 eine Trendwende hin zu mehr Kindern abzuzeichnen.
Zur
Pressemitteilung des Max-Planck-Institutes gelangen Sie hier.
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Seite erstellt am: 08.09.2011 10:39:00
Autor der Seite: Felix Lüken
Quelle: www.demogr.mpg.de