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BVPG-Statuskonferenz 'Frühkindliche Gesundheitsförderung'
BVPG-Statuskonferenz 'Frühkindliche Gesundheitsförderung': Erfolg durch gemeinsames Handeln!
Bereits im frühesten Kindesalter werden die Grundlagen für
ein gesundes und beschwerdefreies Leben gelegt. Psychische Auffälligkeiten,
Übergewicht und Misshandlungen gehören zu den zentralen Herausforderungen,
denen sich eine frühkindliche Gesundheitsförderung heutzutage in Deutschland
stellen muss. Gesundheitsförderung und Prävention im Kindesalter gehören seit
jeher zum Aufgabengebiet der Bundesvereinigung Prävention und
Gesundheitsförderung e.V. (BVPG) - erstmals wurde nun in einer eigenen
Statuskonferenz der Fokus auf die Altersgruppe der 0-3-Jährigen gelegt.
Klaus-Peter Stender, Fachabteilungsleiter für
Gesundheitsförderung, begrüßte die Teilnehmerinnen und Teilnehmer im Namen der
Hamburgischen Behörde für Gesundheit und Verbraucherschutz. In seinem Grußwort
wies er auf die besondere Bedeutung der frühkindlichen Gesundheit auch für die
Arbeit der Hansestadt hin. So habe Hamburg etwa im Bundesrat an der
Novellierung des Kinderschutzgesetzes mitgewirkt.
Dass das Thema "Frühkindliche Gesundheitsförderung" auch auf
großes Interesses seitens der BVPG-Mitgliedsorganisationen stößt, stellte Christoph
Nachtigäller, Vorstandsmitglied der BVPG, fest. Die große Teilnehmerzahl zeuge
vom Engagement der BVPG-Mitgliedsorganisationen und ihrem Interesse an
Beispielen guter Praxis sowie am Stand der Umsetzung beschlossener Ziele.
Die Grundlagen für informierte Diskussionen legte Christiane
Liebald von der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA), die
zugleich auch für das Nationale Zentrum Frühe Hilfen tätig ist. In ihrem
Vortrag zeichnete sie eine kurze Historie der frühkindlichen
Gesundheitsförderung nach und erläuterte zentrale Begrifflichkeiten.
"Kinder sind heute so gesund wie noch nie!" - auf diese
positive Entwicklung machte Prof. Dr.
Raimund Geene von der Hochschule Magdeburg-Stendal aufmerksam. So sind die
Aussichten auf ein langes, beschwerdefreies Leben ohne Gewalt zu keinem
Zeitpunkt besser gewesen. Dennoch gibt es nach wie vor Handlungsbedarf. Aus
einem aktuellen Forschungsprojekt konnte Prof. Geene berichten, dass sozial
benachteiligte Mütter zwar in hohem Maße die Vorsorgeuntersuchungen für Kinder
("U-Untersuchungen") wahrnehmen. Unterstützungsangebote dagegen, bei denen sie
selbst stärker im Mittelpunkt stehen - beispielsweise Mutter-Kind-Gruppen - werden
von dieser Zielgruppe deutlich seltener nachgefragt. Dieser Sachverhalt sollte bei
Maßnahmen der frühkindlichen Gesundheitsförderung zukünftig stärker berücksichtigt
werden.
Ein Praxisbeispiel zur frühen Förderung lieferte Ines
Albrecht-Engel von der Gesellschaft für Geburtsvorbereitung - Familienbildung
und Familiengesundheit - Bundesverband e.V. (GfG). Mit "Fabel - Das
familienzentrierte Baby-Eltern-Konzept" wird jungen Eltern eine frühestmögliche
Unterstützung angeboten, im Umgang mit dem eigenen Kind Sicherheit zu gewinnen.
Der Abbau von elterlicher Überforderung und die Stärkung der
Eltern-Kind-Bindung tragen wesentlich zu einem gesunden Aufwachsen der Kinder
bei.
Von den Erfolgen der Kariesprophylaxe im Land Brandenburg
berichtete Dr. Gudrun Rojas vom dortigen Ministerium für Umwelt, Gesundheit und
Verbraucherschutz. Gute Vernetzungsstrukturen und klare finanzielle
Rahmenbedingungen haben dort zu nachweisbaren Verbesserungen in der
Mundgesundheit von Kindern geführt. Die anschließende Diskussion beschäftigte
sich mit der Frage, inwieweit die Prävention von oralen Erkrankungen ein
Vorbild für andere Bereiche der Prävention und Gesundheitsförderung sein könnte.
Die besondere Bedeutung von Vernetzungsstrukturen hob auch
Martina Hermann-Biert, Leiterin des Jugendamtes Dormagen, hervor. Die enge
Zusammenarbeit mit Ärzt(inn)en, Schulen, Kitas, Tagesmüttern und
Beratungseinrichtungen hat in Dormagen zu einem deutlichen Rückgang der
In-Obhut-Nahmen und damit zu einer Kostenreduktion geführt. Basis für die
gelingende Vernetzung sei die gegenseitige Wertschätzung aller Akteure und
Akteurinnen.
Bislang, so das Fazit
der Teilnehmerinnen und Teilnehmer, zeichnet sich das Feld der frühkindlichen
Gesundheitsförderung eher durch eine Zersplitterung der (politischen und
fachlichen) Zuständigkeiten und eine ungeklärte Finanzierungslage aus; doch die
vorgestellten Beispiele aus der Praxis zeigten auch, dass erfolgreiche Zusammenarbeit
möglich ist und nachhaltige Veränderungen erreicht werden können.
Die
ausführliche Dokumentation der BVPG-Statuskonferenz "Frühkindliche
Gesundheitsförderung" wird im Rahmen der BVPG-Publikationsreihe
"Statusbericht" im nächsten Jahr veröffentlicht werden und kann dann über
die Geschäftsstelle der Bundesvereinigung Prävention und Gesundheitsförderung
e.V. kostenfrei bestellt werden.
Redaktionshinweise:
Die Statuskonferenzen der Bundesvereinigung Prävention und
Gesundheitsförderung e.V. (BVPG) richten sich in erster Linie an die 129
BVPG-Mitgliedsorganisationen - darunter vor allem Bundesverbände des
Gesundheitswesens (wie z.B. die Bundesärztekammer, die Spitzenverbände der
Sozialversicherungsträger sowie Verbände der Heil- und Hilfsberufe), aber auch
Sozial- und Wohlfahrtsverbände, Bildungseinrichtungen und Akademien, die einen
Arbeitsschwerpunkt im Bereich "Prävention und Gesundheitsförderung"
aufweisen - und weitere Kooperationspartner. Ziel ist es, die Umsetzung von
Präventions- und Gesundheitsförderungszielen durch fachlichen Austausch zu
fördern und ein gemeinsames Vorgehen zu ermöglichen.
Die Bundesvereinigung Prävention und Gesundheitsförderung
e.V. (BVPG) mit Geschäftsstelle in Bonn wurde 1954 gegründet und ist ein
gemeinnütziger, politisch und konfessionell unabhängiger Verband. Als
'Brückeninstanz' zwischen den Kooperationspartnern aus Praxis, Wissenschaft,
Wirtschaft und Politik stehen die Vernetzung kompetenter Partnerorganisationen,
die Bündelung von Ressourcen, das Erreichen von Synergien und die langfristige
oder dauerhafte Verfestigung der dadurch entstehenden Plattformen oder
Aktionsbündnisse an der ersten Stelle.
Kontakt:
Bundesvereinigung Prävention und
Gesundheitsförderung e.V.
(BVPG)
Felix Lüken
Heilsbachstraße 30
53123 Bonn
fl@bvpraevention.de
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Seite zuletzt geändert am: 29.11.2011 14:28:00, ursprünglich angelegt am: 28.11.2011 11:11:00
Autor der Seite: Felix Lüken
Quelle: eigene Darstellung
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Von der kommunalen Praxis lernen: das könnte der Ausgangspunkt für eine bessere Vernetzung und einen verstärkten Austausch aller relevanten Akteure im Bereich der frühkindlichen Gesundheitsförderung sein – auch für die Landes- und Bundesebene. Dies war die einhellige Meinung der Teilnehmerinnen und Teilnehmer der 4. Statuskonferenz der Bundesvereinigung Prävention und Gesundheitsförderung e.V. (BVPG), die Ende Oktober in Hamburg stattfand und unter dem Thema „Frühkindliche Gesundheitsförderung“ stand.