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BVPG-Statuskonferenz 'Frühkindliche Gesundheitsförderung'


Dienstag, 29. November 2011

BVPG-Statuskonferenz 'Frühkindliche Gesundheitsförderung': Erfolg durch gemeinsames Handeln!


Logo der BVPGVon der kommunalen Praxis lernen: das könnte der Ausgangspunkt für eine bessere Vernetzung und einen verstärkten Austausch aller relevanten Akteure im Bereich der frühkindlichen Gesundheitsförderung sein – auch für die Landes- und Bundesebene. Dies war die einhellige Meinung der Teilnehmerinnen und Teilnehmer der 4. Statuskonferenz der Bundesvereinigung Prävention und Gesundheitsförderung e.V. (BVPG), die Ende Oktober in Hamburg stattfand und unter dem Thema „Frühkindliche Gesundheitsförderung“ stand.

Bereits im frühesten Kindesalter werden die Grundlagen für ein gesundes und beschwerdefreies Leben gelegt. Psychische Auffälligkeiten, Übergewicht und Misshandlungen gehören zu den zentralen Herausforderungen, denen sich eine frühkindliche Gesundheitsförderung heutzutage in Deutschland stellen muss. Gesundheitsförderung und Prävention im Kindesalter gehören seit jeher zum Aufgabengebiet der Bundesvereinigung Prävention und Gesundheitsförderung e.V. (BVPG) - erstmals wurde nun in einer eigenen Statuskonferenz der Fokus auf die Altersgruppe der 0-3-Jährigen gelegt.

Klaus-Peter Stender, Fachabteilungsleiter für Gesundheitsförderung, begrüßte die Teilnehmerinnen und Teilnehmer im Namen der Hamburgischen Behörde für Gesundheit und Verbraucherschutz. In seinem Grußwort wies er auf die besondere Bedeutung der frühkindlichen Gesundheit auch für die Arbeit der Hansestadt hin. So habe Hamburg etwa im Bundesrat an der Novellierung des Kinderschutzgesetzes mitgewirkt.

Dass das Thema "Frühkindliche Gesundheitsförderung" auch auf großes Interesses seitens der BVPG-Mitgliedsorganisationen stößt, stellte Christoph Nachtigäller, Vorstandsmitglied der BVPG, fest. Die große Teilnehmerzahl zeuge vom Engagement der BVPG-Mitgliedsorganisationen und ihrem Interesse an Beispielen guter Praxis sowie am Stand der Umsetzung beschlossener Ziele.

Die Grundlagen für informierte Diskussionen legte Christiane Liebald von der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA), die zugleich auch für das Nationale Zentrum Frühe Hilfen tätig ist. In ihrem Vortrag zeichnete sie eine kurze Historie der frühkindlichen Gesundheitsförderung nach und erläuterte zentrale Begrifflichkeiten.

"Kinder sind heute so gesund wie noch nie!" - auf diese positive Entwicklung machte  Prof. Dr. Raimund Geene von der Hochschule Magdeburg-Stendal aufmerksam. So sind die Aussichten auf ein langes, beschwerdefreies Leben ohne Gewalt zu keinem Zeitpunkt besser gewesen. Dennoch gibt es nach wie vor Handlungsbedarf. Aus einem aktuellen Forschungsprojekt konnte Prof. Geene berichten, dass sozial benachteiligte Mütter zwar in hohem Maße die Vorsorgeuntersuchungen für Kinder ("U-Untersuchungen") wahrnehmen. Unterstützungsangebote dagegen, bei denen sie selbst stärker im Mittelpunkt stehen - beispielsweise Mutter-Kind-Gruppen - werden von dieser Zielgruppe deutlich seltener nachgefragt. Dieser Sachverhalt sollte bei Maßnahmen der frühkindlichen Gesundheitsförderung zukünftig stärker berücksichtigt werden.

Ein Praxisbeispiel zur frühen Förderung lieferte Ines Albrecht-Engel von der Gesellschaft für Geburtsvorbereitung - Familienbildung und Familiengesundheit - Bundesverband e.V. (GfG). Mit "Fabel - Das familienzentrierte Baby-Eltern-Konzept" wird jungen Eltern eine frühestmögliche Unterstützung angeboten, im Umgang mit dem eigenen Kind Sicherheit zu gewinnen. Der Abbau von elterlicher Überforderung und die Stärkung der Eltern-Kind-Bindung tragen wesentlich zu einem gesunden Aufwachsen der Kinder bei.

Von den Erfolgen der Kariesprophylaxe im Land Brandenburg berichtete Dr. Gudrun Rojas vom dortigen Ministerium für Umwelt, Gesundheit und Verbraucherschutz. Gute Vernetzungsstrukturen und klare finanzielle Rahmenbedingungen haben dort zu nachweisbaren Verbesserungen in der Mundgesundheit von Kindern geführt. Die anschließende Diskussion beschäftigte sich mit der Frage, inwieweit die Prävention von oralen Erkrankungen ein Vorbild für andere Bereiche der Prävention und Gesundheitsförderung sein könnte.

Die besondere Bedeutung von Vernetzungsstrukturen hob auch Martina Hermann-Biert, Leiterin des Jugendamtes Dormagen, hervor. Die enge Zusammenarbeit mit Ärzt(inn)en, Schulen, Kitas, Tagesmüttern und Beratungseinrichtungen hat in Dormagen zu einem deutlichen Rückgang der In-Obhut-Nahmen und damit zu einer Kostenreduktion geführt. Basis für die gelingende Vernetzung sei die gegenseitige Wertschätzung aller Akteure und Akteurinnen.

Bislang, so das Fazit der Teilnehmerinnen und Teilnehmer, zeichnet sich das Feld der frühkindlichen Gesundheitsförderung eher durch eine Zersplitterung der (politischen und fachlichen) Zuständigkeiten und eine ungeklärte Finanzierungslage aus; doch die vorgestellten Beispiele aus der Praxis zeigten auch, dass erfolgreiche Zusammenarbeit möglich ist und nachhaltige Veränderungen erreicht werden können.


Die ausführliche Dokumentation der BVPG-Statuskonferenz "Frühkindliche Gesundheitsförderung" wird im Rahmen der BVPG-Publikationsreihe "Statusbericht" im nächsten Jahr veröffentlicht werden und kann dann über die Geschäftsstelle der Bundesvereinigung Prävention und Gesundheitsförderung e.V. kostenfrei bestellt werden.  


Redaktionshinweise:

Die Statuskonferenzen der Bundesvereinigung Prävention und Gesundheitsförderung e.V. (BVPG) richten sich in erster Linie an die 129 BVPG-Mitgliedsorganisationen - darunter vor allem Bundesverbände des Gesundheitswesens (wie z.B. die Bundesärztekammer, die Spitzenverbände der Sozialversicherungsträger sowie Verbände der Heil- und Hilfsberufe), aber auch Sozial- und Wohlfahrtsverbände, Bildungseinrichtungen und Akademien, die einen Arbeitsschwerpunkt im Bereich "Prävention und Gesundheitsförderung" aufweisen - und weitere Kooperationspartner. Ziel ist es, die Umsetzung von Präventions- und Gesundheitsförderungszielen durch fachlichen Austausch zu fördern und ein gemeinsames Vorgehen zu ermöglichen.

Die Bundesvereinigung Prävention und Gesundheitsförderung e.V. (BVPG) mit Geschäftsstelle in Bonn wurde 1954 gegründet und ist ein gemeinnütziger, politisch und konfessionell unabhängiger Verband. Als 'Brückeninstanz' zwischen den Kooperationspartnern aus Praxis, Wissenschaft, Wirtschaft und Politik stehen die Vernetzung kompetenter Partnerorganisationen, die Bündelung von Ressourcen, das Erreichen von Synergien und die langfristige oder dauerhafte Verfestigung der dadurch entstehenden Plattformen oder Aktionsbündnisse an der ersten Stelle.  


Kontakt:

Bundesvereinigung Prävention und
Gesundheitsförderung e.V. (BVPG)
Felix Lüken
Heilsbachstraße 30
53123 Bonn
fl@bvpraevention.de






Seite zuletzt geändert am: 29.11.2011 14:28:00, ursprünglich angelegt am: 28.11.2011 11:11:00
Autor der Seite: Felix Lüken
Quelle: eigene Darstellung