Donnerstag, 16. Februar 2012
Gesund beginnt im Mund - Mit Aufbiss-Schiene chronischen Schmerzen vorbeugen
Dreidimensionale Beweglichkeit und bis zu 800 Newton punktuelle Kraft: Das Kausystem leistet hoch komplexe Gelenkbewegungen – und in diesem Potenzial liegt auch die Gefahr von Schädigungen durch das Pressen und Knirschen mit den Zähnen. Das kann zu einem „falschen Biss“, zu einem gestörten Zusammenspiel von Schädel (lat. Cranium) und Unterkiefer (lat. Mandibula) führen. Ergebnis sind oft Schmerzsymptome im Bereich von Kopf, Schultern und Rücken. Die Medizin fasst sie unter dem Oberbegriff Cranio Mandibuläre Dysfunktion (CMD) zusammen und schätzt, dass rund 20 Prozent der Bevölkerung betroffen sind. Wie man einer Chronifizierung von Schmerzsymptomen vorbeugen kann, zeigt eine aktuelle Auswertung von 78 Patientenfällen.
Dr. Hinderk Ohling, Zahnarzt in München, behandelte 78 an CMD erkrankte Patienten mit der sog. "DROS"-Schiene. Der Name dieser zweiphasigen Oberkiefer-Aufbiss-Schiene leitet sich aus den Behandlungsstufen Diagnose, Relaxierung, Orientierung und Stabilisierung ab. Nun hat Ohling die Daten von 78 Patientenfällen aus den Jahren 2008 bis 2011 mit folgendem Ergebnis ausgewertet: Während der ersten Phase, der Relaxierung, zeigen sich bei den Symptomen zu 86 Prozent Verbesserungen. In der zweiten Phase, also während der Orientierung und Stabilisierung der Kiefergelenkposition, verspüren die Patienten zu 58 Prozent weitere Verbesserungen. Zu 34 Prozent treten die Symptome gar nicht mehr auf.
Bei der Anamnese werden meist mehrere der typischen CMD-Symptome erfasst. Entsprechend liegen auch bei dieser Auswertung Mehrfachnennungen vor. Ihre Häufigkeit lässt sich grob in drei Gruppen einteilen. Demnach litten die CMD-Patienten am häufigsten unter Schmerzen an Zähnen (32) und Kaumuskeln (43) sowie im Bereich von Kopf (36), Schultern und Rücken (49). Auch Gelenkgeräusche, allerdings in der nicht schmerzhaften Variante (33), zählen mit zur Gruppe der Spitzenreiter. Allein diese Beschwerden nannten die Patienten insgesamt 193 Mal. Relativ häufig kamen die Patienten mit Schmerzen an Kiefergelenk (25) und Ohren (15) oder mit Tinnitus (19) in die Praxis. Diese Beschwerden schlugen beim Symptomenkomplex 59 Mal zu Buche. Seltener litten die Patienten unter Symptomen im orofazialen (2) und craniosacralen (9) Bereich oder unter schmerzhaften Gelenkgeräuschen (4). Noch seltener trat bei den Patienten ein Taubheitsgefühl (1) oder Knieschmerzen (1) auf.
Insgesamt, so das Fazit von Dr. Ohling, können Zahnärzte Funktionsdiagnostik und -therapie innerhalb von sechs bis acht Wochen erfolgreich durchführen. Die typische Symptomatik eines erkrankten Kausystems, der Cranio Mandibulären Dysfunktion (CMD), verbessert sich oder verschwindet ganz.
Weitere Informationen finden Sie hier:
www.gzfa.de
www.zahnak.de
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Seite zuletzt geändert am: 16.02.2012 13:36:00, ursprünglich angelegt am: 13.02.2012 13:36:00
Autor der Seite: Dr. Beate Grossmann
Quelle: www.gzfa.de, www.zahnak.de, www.pr-by-edelmann.de