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Startseite : Gesunde Kinder und Jugendliche : Beiträge - 2012 : Gesundheit und sozialer Status in der Jugend


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Gesundheit in der Jugend beeinflusst Leistungsfähigkeit im Alter


Donnerstag, 5. April 2012

Gesundheit und sozialer Status in der Jugend beeinflussen Leistungsfähigkeit im Alter


Kinder aus niedrigen sozialen Schichten haben ein höheres Risiko, auch im Alter gesundheitliche Nachteile zu haben. Dieser Effekt ist unabhängig vom ethnischen Hintergrund oder dem Geburtsort einer Person. Darauf macht eine Analyse der US-amerikanischen Health and Retirement Study aufmerksam. Dieser Zusammenhang ist allerdings nicht unveränderlich. Der Abbau sozialer Benachteiligungen in der Kindheit sowie im weiteren Lebensverlauf kann den Effekt deutlich abschwächen.

Ungleiche körperliche Leistungsfähigkeit hängt bei älteren Menschen verschiedener rassischer, ethnischer oder regionaler Herkunft zum größten Teil von gesundheitlichen und sozioökonomischen Nachteilen in sehr jungen Jahren und im weiteren Erwachsenenleben ab. Zu diesem Schluss kommt eine Untersuchung der Daten von 14.564 vor 1947 geborenen Teilnehmer/-innen in der für die USA-Bevölkerung repräsentativen "Health and Retirement Study (HRS)".

Unter deren Teilnehmer/-innen finden sich sowohl in den USA als auch in anderen Ländern geborene Weiße, Schwarze und Lateinamerikaner oder "Hispanics". Die körperliche Leistungsfähigkeit wurde für die meisten Teilnehmer/-innen durch die Messung der Geschwindigkeit bestimmt, mit der sie ausatmen, sowie durch die Festigkeit ihres Händedrucks und ihrer Gehgeschwindigkeit. Ein schlechter körperlicher Zustand spielt eine erhebliche Rolle bei der Entstehung und dem Verlauf von Behinderungen.

Für jede Person wurden zusätzlich eine Reihe von sozioökonomischen Merkmalen (z.B. Ausbildung, Einkommen, frühere Beschäftigung) und Kennziffern des Gesundheitsverhaltens (z.B. Rauchverhalten, Gewicht) erhoben. Ein besonderes Augenmerk lag auf der Entwicklung der sozioökonomischen und gesundheitlichen Situation vom Kindesalter bis in das Erwachsenenalter.


Die komplexe statistische Analyse der Daten lieferte signifikante Belege für drei sozial relevante Sachverhalte:

  • In den USA gibt es im höheren Lebensalter große Ungleichheiten bei der körperlichen Leistungsfähigkeit und zwar je nachdem welcher Rasse und Ethnie die Personen angehören sowie nach ihrem Geburtsort (innerhalb versus außerhalb der USA). Neben erwartbaren gibt es aber auch paradoxe Ergebnisse: So haben z.B. die überwiegend in körperlich beanspruchenden Berufen arbeitenden "Hispanics" einen schwächeren Händedruck als ihre weißen Landsleute, die weit häufiger Bürotätigkeiten ausübten.
  • Die gesundheitliche und materielle Situation im Kindesalter, die darauf aufbauende Gesundheit im Erwachsenenalter sowie die sozioökonomische Situation im Lebensverlauf erweisen sich als signifikante Prädiktoren für die Ungleichheiten der körperlichen Leistungsfähigkeit im Alter. Die ungleiche körperliche Leistungsfähigkeit von älteren Menschen ist also nur zu einem kleinen Teil alterungsbedingt.
  • Die Studie liefert aber auch Hinweise, dass gesundheitliche und sozioökonomische Nachteile im Kindesalter durch gegenläufige Bedingungen im Erwachsenenalter abgeschwächt werden können. Es handelt sich also nicht um unveränderliche Zusammenhänge. Die Autor/-innen der Studie empfehlen stattdessen, sowohl im Kindesalter als auch im Erwachsenenalter vielfältige und als wirksam nachgewiesene Interventionen umzusetzen. Diese sollten sich auf den Abbau von sozialen Nachteilen und den Stopp - oder gar die Umkehr - einer "Abwärtsspirale" richten.

Haas, S.A., Krueger, P.M., & Rohlfsen, L. (2012): Race/ethnic and nativity disparities in later life physical performance: the role of health and socioeconomic status over the life course. The Journals of Gerontology, Series B: Psychological Sciences and Social Sciences, 67(2): 238-248.
Das kostenlosen Abstract finden Sie hier.






Seite erstellt am: 05.04.2012 08:38:00
Autor/-in der Seite: Dr. Bernard Braun






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