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Studie belegt: Wandern wirkt!


Mittwoch, 9. Mai 2012

Studie belegt: Wandern wirkt!


Dass das Wandern, wie es in einem bekannten deutschsprachigen Volkslied heißt, nicht nur des „Müllers Lust“ ist, sondern ganz allgemein zur Freizeitgestaltung dazu gehören sollte, legen jetzt die Ergebnisse einer vom Deutschen Wanderverband (DWV) initiierten Studie zum „Gesundheitswandern“ nahe. Die Studie zeigte: schon nach sieben Wochen regelmäßigen Wanderns verringern sich Körpergewicht, Body Mass Index, Blutdruck und Körperfett signifikant. Das ist eine gute Nachricht für die Gesundheit und ein schönes Ergebnis für den DWV, der sich zudem noch darüber freuen kann, dass Bundespräsident Gauck die Schirmherrschaft über den DWV übernommen hat und dass die Maßnahme „Let’s go – jeder Schritt hält fit“ zum „IN FORM-Projekt des Monats“ gekürt wurde.

In einer unter der Leitung von Professor Kuno Hottenrott vom Institut für Leistungsdiagnostik und Gesundheitsförderung e.V. (ILUG) der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg durchgeführten Studie zum Gesundheitswandern wurden neben einer Reihe von gesundheitsbezogenen Parametern die Entwicklung der körperlichen Leistungsfähigkeit sowie das Wohlbefinden von Personen, die sieben Wochen regelmäßig an so genannten Gesundheitswanderungen teilnahmen, untersucht. Diese Gesundheitswanderungen sind durch physiotherapeutische Übungen aufgelockerte Wanderungen, die von eigens dafür zertifizierten Gesundheitswanderführern angeboten werden. Die Ergebnisse der aktiven Gruppe verglich Hottenrott mit den Untersuchungen an einer Personengruppe, die nicht gewandert war.

Die aktive Gruppe verbesserte im Untersuchungszeitraum nicht nur die Ausdauerfähigkeit. Auch Koordination, Blutdruck und köperbezogene Daten wurden positiv durch das Wandern beeinflusst. Der Body Mass Index (BMI), der die Relation des Körpergewichts eines Menschen zu seiner Körpergröße angibt, und das Körpergewicht nahmen signifikant ab. Bei Studienbeginn lag das Gewicht im Schnitt bei 91,8 Kilo, am Ende waren es im Mittel 1,3 Kilo weniger. Annika Lösche aus dem Forscherteam um Hottenrott ergänzt: "In der Kontrollgruppe hatte sich hier nichts getan."

Dem Wissenschaftler zufolge war auch die Verringerung des Blutdrucks in der Wandergruppe so deutlich nicht zu erwarten. Hottenrott: "Der systolische Wert fiel durchschnittlich von 151 auf 142, der diastolische Wert von von 92 auf 84."

Auch der Walking-Index veränderte sich in der aktiven Gruppe im Durchschnitt von 70,1 auf 75,1. Der Walking-Index ist ein Wert, in den ganz unterschiedliche Faktoren eingehen. Berücksichtigt werden u.a. das Alter der Probanden, ihr BMI sowie die Herzfrequenz nach einer exakt definierten Belastung. Für die Untersuchung mussten die Probanden 2.000 Meter walken. Frauen mit einer Geschwindigkeit von sechs und Männer in einer Geschwindigkeit von sieben Kilometer pro Stunde. Einfluss auf das Ergebnis hatte vor allem die Abnahme der Herzfrequenz. Für das gleiche Wandertempo verringerte sich der Wert von 131 auf 122 Schläge pro Minute.

Unterm Strich ist Studienleiter Hottenrott von der Wirksamkeit des Gesundheitswanderns überzeugt: "Die Wanderungen sind eine wirklich erfolgreiche Intervention."

Das Konzept und die Ausbildung zum zertifizierten Gesundheitswandern haben der Deutschen Wanderverband und die Fachhochschule Osnabrück, Fachbereich Physiotherapie, vor rund zwei Jahren entwickelt. Begleitet wurde die Entwicklung u.a. durch einen Fachbeirat aus Experten, wie dem Bundesverband selbstständiger Physiotherapeuten, (IFK), dem Deutschen Heilbäderverband, dem AOK Bundesverband und Wanderexperten.

Um das "Gesundheitswandern" geht es auch im DWV-Projekt "Let’s go - jeder Schritt hält fit", das kürzlich zum "IN FORM-Projekt des Monats" gewählt wurde. Damit verbunden ist eine prominente Darstellung des zertifizierten Gesundheitswanderns und des Deutschen Wanderabzeichens in den Veröffentlichungen von "In Form" bis Mitte Mai.
Weitere Informationen dazu gibt es hier.

Mehr zum Gesundheitswandern und über den Deutschen Wanderverband finden Sie hier.




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Seite erstellt am: 09.05.2012 08:41:00
Autor/-in der Seite: Jens Kuhr