Montag, 18. Juni 2012
Gemessen und gefragt – Die Gesundheit der Deutschen unter der Lupe
Werden die Deutschen immer dicker? Wie belastet sind wir eigentlich durch Stress, Schlafstörungen, Depression und Burn-out? Und wie hoch ist die Zahl der Erwachsenen mit Diabetes in Deutschland? Aktuelle Antworten auf diese Fragen liefern jetzt erste Ergebnisse aus der „Studie zur Gesundheit Erwachsener in Deutschland“ (DEGS), die Mitte Juni auf einem Symposium in Berlin vorgestellt wurden.
Das Robert Koch-Institut (RKI) hat erste Ergebnisse des neuen großen Erwachsenen-Gesundheitssurveys vorgestellt, mit Daten zu Übergewicht, Diabetes, körperlicher Aktivität, psychischer Gesundheit und Funktionseinschränkungen im Alter. Das Erhebungsprogramm der "Studie zur Gesundheit Erwachsener in Deutschland" (DEGS) bestand aus mehreren Befragungen und körperlichen Untersuchungen und Tests sowie Laboruntersuchungen von Blut- und Urinproben. Zuletzt war ein solcher Survey Ende der Neunzigerjahre durchgeführt worden ("BGS98"). Die Datenerhebung bei DEGS fand von November 2008 bis Januar 2012 statt.
Beim Anteil der Übergewichtigen (67,1 % bei Männern, 53,0 % bei Frauen) gab es keine großen Veränderungen gegenüber 1998. Bei Adipositas ist dagegen ein deutlicher Anstieg zu beobachten, vor allem bei Männern (von 18,9 % auf 23,3 %), bei Frauen ist der Anteil nur leicht gestiegen (von 22,5 % auf 23,9 %).
Daten zur psychischen Gesundheit wurden mit einem Fragebogen und einem computergestützten ärztlichen Interview erhoben. 8,1 % der DEGS-Teilnehmenden berichteten von aktuellen Symptomen einer Depression, 1,5 % der Teilnehmenden gaben an, dass ein Arzt oder Psychotherapeut bei ihnen in den letzten zwölf Monaten ein Burn-out-Syndrom festgestellt hat.
In DEGS wurde sowohl die Häufigkeit (Prävalenz) eines bekannten Diabetes mellitus als auch die Häufigkeit bislang nicht erkannter Diabetes-Fälle untersucht. Die Definition eines bekannten Diabetes beruht auf Selbstangaben der Befragten zu einem jemals ärztlich diagnostizierten Diabetes oder der Einnahme von entsprechenden Medikamenten in den letzten sieben Tagen, die zu diesem Zweck ins Studienzentrum mitgebracht und über ein computergestütztes Verfahren genau erfasst wurden. Die Prävalenz eines bekannten Diabetes beträgt insgesamt 7,2 % und hat damit seit dem BGS98 um 2 Prozentpunkte zugenommen.
Regelmäßige körperliche Aktivität kann in jedem Alter einen positiven Einfluss auf Gesundheit und Wohlbefinden haben. Die DEGS-Ergebnisse zeigen, dass 51,7 % der Männer und 49,5 % der Frauen regelmäßig mindestens einmal pro Woche sportlich aktiv sind. Der Anteil der sportlich Aktiven ist seit dem BGS98 deutlich gestiegen (um 14,1 Prozentpunkte bei Männern, um 16,0 Prozentpunkte bei Frauen). Allerdings erreichen nur 25,4 % der Männer und 15,5 % der Frauen die von der WHO empfohlene körperliche Mindestaktivitätszeit von 2,5 Stunden pro Woche.
Insgesamt absolvierten bei DEGS 7.328 Personen in einem der 180 Studienorte das Untersuchungs- und Befragungsprogramm, weitere 914 absolvierten ausschließlich das Befragungsprogramm. Für Querschnitt- und Trendanalysen werden generell Teilnehmende im Alter von 18 bis 79 Jahren berücksichtigt. Knapp die Hälfte (3.959) war bereits beim Bundesgesundheitssurvey dabei, dies ermöglicht über die Jahre "Längsschnitt-Analysen", die für die Ursachenanalyse von Erkrankungen wichtig sind. Eine ausführliche und alle Themen umfassende Basispublikation zu DEGS-Ergebnissen erfolgt 2013 im Bundesgesundheitsblatt.
Weitere Informationen, insbesondere Vortragsabstracts zu den Ergebnissen gibt es hier:
www.rki.de/degs
www.degs-studie.de
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Seite erstellt am: 18.06.2012 15:41:00
Autor der Seite: Dr. Beate Grossmann
Quelle: www.rki.de