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Interview mit Prof. Eberhard Göpel, Hochschulen für Gesundheit


Mittwoch, 26. Juni 2013

'Gesundheits-Wende' in der Hochschul-Bildung. Neuer Web-Blog gestartet


KompassGesundheitsförderung spielt in der Hochschul-Bildung der Gesundheitsberufe bislang eine untergeordnete Rolle. Doch das soll sich ändern, wie Prof. Dr. Göpel, Vorstandsmitglied des Kooperationsverbunds „Hochschulen für Gesundheit“ e.V., im Interview fordert.

BVPG: Sehr geehrter Herr Prof. Dr. Göpel, was sind die Aufgaben und Ziele des Kooperationsverbunds "Hochschulen für Gesundheit"?

Der Kooperationsverbund "Hochschulen für Gesundheit" ist ein Zusammenschluss von gegenwärtig 42 Hochschulen aus Deutschland, Österreich und der Schweiz, die sich für eine "Gesundheits-Wende" in der Hochschul-Bildung der Gesundheitsberufe engagieren.


BVPG: Wozu brauchen wir eine "Gesundheits-Wende"?

Für die Versorgung der BürgerInnen und Bewältigung des demografischen Wandels brauchen wir eine Neuorientierung der Hochschul-Bildung der Gesundheitsberufeund andere Qualifikationen, als sie gegenwärtig an den Medizinischen Fakultäten vermittelt werden. Gesucht werden Hausärzte, Pflegefachkräfte, therapeutische und psychosoziale Berufe und PraktikerInnen der Gesundheitsförderung in Schulen, Betrieben und Verwaltungen sowie in der Kommunalplanung. Das von der WHO/OECD bereits vor 40 Jahren entwickelte Leitbildregionaler "Universities for Health" beinhaltet dieses breite Qualifikations-Spektrum und eine gesundheitswissenschaftliche Neuausrichtung der medizinischen Forschung.


BVPG: Künftig wird von der Homepage des Kooperationsverbundes auf einen Web-Blog verwiesen. An wen richtet sich dieser Blog und was wollen Sie damit erreichen?

Mit dem Blog richten wir uns an Studierende und HochschullehrerInnen, an BerufspraktikerInnen und eine interessierte Fachöffentlichkeit auch in den Mitgliedsverbänden der BVPG. Die Gesundheits-Wende in der Hochschul-Bildung der Gesundheitsberufe benötigt ähnlich wie die Energie- und die Ernährungs-Wende eine breite gesellschaftliche Diskussion und hartnäckige Umsteuerungen gegenüber etablierten Interessen. Die BürgerInnen wollen den Weg in eine gentechnologische Industrialisierung der Medizin mehrheitlich nicht. Regenerative Gesundheitsenergien werden in den kommunalen Lebenswelten gewonnen, die es nachhaltig zu gestalten gilt. Regionale Hochschulen für Gesundheit können diese Umsteuerungsprozesse begleiten und unterstützen. Sie bilden daher die Zukunfts-Investition einer vorausschauenden Gesundheitspolitik. Mit dem Web-Blog wollen wir eine öffentliche Diskussion dazu in den deutschsprachigen Ländern führen.


BVPG: Welche Verwendung finden zukünftige Einträge auf dem Blog?

Wir werden die Kommentierungen und Anregungen in dem Blog auswerten und zu den zentralen Diskussionspunkten öffentliche Werkstatt-Tagungen veranstalten. Im Herbst werden wir einen "Zukunftsrat Gesundheit 2025" einberufen, der die Diskussion in einer systematischen Form öffentlich fortführen wird. Wir laden ein, an dieser Zukunfts-Diskussion aktiv teilzunehmen und den Blog als öffentliches Kommunikationsmedium dafür zu nutzen.


BVPG: Herr Prof. Dr. Göpel, vielen Dank für das Interview!



Das Interview führte Ann-Cathrin Hellwig.


Zum Internetauftritt des Kooperationsverbunds "Hochschulen für Gesundheit" gelangen Sie hier.

Zum Web-Blog der "Hochschulen für Gesundheit" gelangen Sie hier.




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Seite erstellt am: 26.06.2013 08:30:00
Autor/-in der Seite: Ann-Cathrin Hellwig