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Evidenzbasierte Informationen als Grundlage fundierter Entscheidungen


Dienstag, 22. Oktober 2013

Wo ist der Beweis?


Hand im LaborUm eine fundierte Entscheidung für oder gegen eine Therapie oder ein Medikament treffen zu können, sind evidenzbasierte Informationen unumgänglich. Doch nicht immer sind diese (frei) verfügbar. Mit der Veröffentlichung „Wo ist der Beweis?“ hält das Team um Imogen Evans ein Plädoyer für eine evidenzbasierte Medizin.

„Neue Behandlungen sind nicht automatisch besser; mehr ist nicht notwendigerweise besser; das frühe Erkennen einer Krankheit ist keinesfalls immer besser; und etabliert bedeutet nicht bewährt!" (S. 11). Mit diesen Sätzen umreißt Gerd Antes, Herausgeber der deutschsprachigen Ausgabe der Veröffentlichung „Wo ist der Beweis? Plädoyer für eine evidenzbasierte Medizin", die wesentlichen Erkenntnisse des neu erschienenen Buches.

Die Publikation greift aus der internationalen Gesundheitsversorgung vielfältige Beispiele auf und macht anhand dieser deutlich, welche Gründe es für medizinische Fehlentscheidungen gibt, wie die Wirksamkeit eines Medikaments oder einer Therapie verschleiert dargestellt werden kann und wie Therapien fair getestet werden sollten (aber nicht immer werden). Inhaltlich widmet sich die Veröffentlichung u.a. der Überprüfung von Therapien durch klinische Studien, der Evidenzgrundlage von Screening-Verfahren sowie der Darstellung von Studienergebnissen und medizinischen Therapien.

Die Veröffentlichung stellt nach Antes, einen „konsequente(n) Versuch (dar,) die strengen Regeln für verlässliche Information für Patienten und Betroffene verständlich und nutzbar zu machen." (S. 11). Das 260 Seiten starke Werk soll zu einer kritischeren öffentlichen Bewertung von Therapieeffekten beitragen und Patientinnen und Patienten dabei helfen, hinsichtlich ihrer eigenen Gesundheit fundierte Entscheidungen zu treffen. Darüber hinaus sollen Patientinnen und Patienten, aber auch Ärztinnen und Ärzte sowie weitere Gesundheitsberufe durch das beispielhafte Aufzeigen verzerrter Ergebnisdarstellungen für „die Tricks der Branche" (S. 17) sensibilisiert werden.

Im Geleitwort der deutschsprachigen Ausgabe heißt es „Die Medizin ist, war und bleibt ein Risikogebiet, dessen müssen wir uns bewusst sein. Entscheidungen und Handlungen sind mit einem unvermeidlichen Maß an Unsicherheit behaftet, das deswegen immer berücksichtigt werden muss." (S. 9). Durch die Beschreibung zahlreicher praxisbezogener Beispiele gelingt es dem Autorenteam, die LeserInnen für diese Unsicherheiten zu sensibilisieren und sie auf Verbesserungspotenzial in der Forschung und in der eigenen Entscheidungsfindung aufmerksam zu machen. Durch den verständlichen Sprachstil und die nachvollziehbare Darstellung der Praxisbeispiele ist dieses Werk auch für eine thematisch ungeschulte Leserschaft geeignet. Positiv hervorzuheben sind weiterhin die prägnanten inhaltlichen Zusammenfassungen am Ende eines jeden Kapitels, die dem Leser/der Leserin die wesentlichen Erkenntnisse in aller Kürze aufzeigen. Abgeschlossen wird das Buch durch ein ergänzendes Kapitel, in dem Interessierten weiterführende Internetquellen zum Themengebiet aufgezeigt werden.


Quelle:

Evans I., Thornton H., Chalmers I., Glasziou P. (2013): Wo ist der Beweis? Plädoyer für eine evidenzbasierte Medizin. Verlag Hans Huber; 260 Seiten. Preis: 24,95 Euro.




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Seite erstellt am: 22.10.2013 13:41:00
Autor/-in der Seite: Ann-Cathrin Hellwig






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