64. wissenschaftliche Kongress des BVÖGD


Dienstag, 18. März 2014

Kongress „Der Öffentliche Gesundheitsdienst – Professionell auf dem Weg“


Zuschauer während eines VortragsVom 15. bis zum 17. Mai findet der 64. wissenschaftliche Kongress der Bundesverbände der Ärztinnen und Ärzte sowie der Zahnärzte des öffentlichen Gesundheitsdienstes in Magdeburg statt. Hintergrundinformationen gibt Dr. Ute Teichert-Barthel, Vorsitzende des Bundesverbands der Ärztinnen und Ärzte des öffentlichen Gesundheitsdienstes e.V., im Interview.

BVPG: Sehr geehrte Frau Dr. Teichert-Barthel, was erwartet die Teilnehmerinnen und Teilnehmer auf dem Kongress?

Der Wissenschaftliche Kongress des Bundesverbands der Ärztinnen und Ärzte des öffentlichen Gesundheitsdienstes e. V. (BVÖGD) und des Bundesverbands der Zahnärzte des Öffentlichen Gesundheitsdienstes e.V. (BZÖG) findet einmal jährlich an wechselnden Orten in Deutschland statt. Der Kongress bietet die Möglichkeit, sich zu wissenschaftlichen Fragestellungen und berufspolitischen Aspekten im Öffentlichen Gesundheitswesen auszutauschen. Der diesjährige Kongressaustragungsort ist Magdeburg; die Stadt war im letzten Jahr vom Elbe-Hochwasser betroffen. Die dort gemachten Erfahrungen sowie die damit einhergehenden Herausforderungen für den Öffentlichen Gesundheitsdienst werden als ein zentrales Thema im Plenum "ÖGD meets Katastrophenschutz" behandelt.

Darüber hinaus können sich die Teilnehmerinnen und Teilnehmer auf ein breit gefächertes Programmangebot freuen, das vielfältig die Aufgaben des ÖGD in allen Facetten widerspiegelt. Dazu zählen spannende Vorträge aus den Bereichen Kinder- und Jugendmedizin, Sozialpsychiatrie, Infektionsschutz und Hygiene, Umwelt, Begutachtungswesen und Zahnmedizin. Lassen Sie sich überraschen, sicher ist für jeden etwas dabei.


BVPG: Welche Ziele verfolgt der Kongress und an wen richtet er sich?

Ziel des Kongresses ist es, auf neue fachliche und wissenschaftliche Aspekte im öffentlichen Gesundheitswesen hinzuweisen. Der Kongress steht im besonderen Maße unter dem inhaltlichen Schwerpunkt des Klimawandels und den damit im Zusammenhang stehenden neuen Aufgaben des ÖGD.

Der Kongress richtet sich primär an die ärztlichen und zahnärztlichen Kolleginnen und Kollegen, die im Öffentlichen Gesundheitswesen auf allen Ebenen tätig sind. Er spricht aber darüber hinaus ausdrücklich auch andere Berufsgruppen an und ist auch für Kolleginnen und Kollegen aus dem Ausland interessant.


BVPG: Das Motto des diesjährigen Kongresses " Der Öffentliche Gesundheitsdienst - Professionell auf dem Weg" spiegelt den Wandel wider, den der ÖGD in den letzten Jahrzehnten vollzogen hat. Wie zeigt sich dies in der täglichen Arbeit des ÖGD?

Der ÖGD ist auf vielfältigen sich verändernden Arbeitsfeldern tätig, dafür sind hochqualifizierte Ärztinnen und Ärzte mit einer breit angelegten Aus- und Weiterbildung gefordert. Der ÖGD ist in bestimmten regionalen und überregionalen gesundheitlichen Risikosituationen einziger fachlicher Ansprechpartner und Motor für notwendige Entscheidungen. Einer Tatsache, dem auch diejenigen, die für den ÖGD in der gesundheitspolitischen Verantwortung stehen, durch die Bereitstellung adäquater personeller und finanzieller Ressourcen Rechnung tragen müssen. Die tägliche Arbeit des ÖGD vor Ort ist vor allem geprägt durch die hohen Anforderungen von außen und das breite Aufgabenspektrum. Dies hat dazu geführt, dass sich in den letzten Jahrzehnten ein Wandel von der staatlichen Kontrollbehörde hin zu einerserviceorientierten öffentlichen Einrichtung für die Bürgerinnen und Bürger vor Ort vollzogen hat.


BVPG: Das Motto impliziert zudem eine zukunftsorientierte Ausrichtung des ÖGD. Wo also soll dieser Weg noch hinführen, welche zukünftigen Ziele verfolgt der ÖGD? Und welche Rolle spielt Prävention und Gesundheitsforderung?

Die meisten Projekte für Gesundheitsförderung haben einen settingbezogenen Ansatz und werden in Gemeinden, Stadtteilen und Kommunen umgesetzt. Daher ist eine starke Praxisorientierung erforderlich. Gerade in dieses Feld kann der ÖGD seine Expertise einbringen, um eine enge Verzahnung auch mit der Ärzteschaft sowie anderen Akteuren zu erreichen. Gegenüber einer Präventionsstrategie, die sich auf bundesweite oder regionale Präventionsansätze bezieht, haben die Gesundheitsämter den Vorteil, dass sie direkten Zugang zu Lebenswelten haben und somit über eine ausgewiesene Expertise vor Ort verfügen.

Bereits angelegte bundesweite Kampagnen drohen zu verpuffen, wenn sie nicht vor Ort in Schulen und Kitas transportiert werden. Daher ist es unbedingt erforderlich, bei großen Präventionskampagnen auch in den Gesundheitsämtern vor Ort finanzielle Mittel zur Personalaufstockung bereit zu stellen. Nur so lässt sich die spezifische Expertise des ÖGD und der dort tätigen Ärztinnen und Ärzte in adäquater Weise einbinden. Die Gefahr, dass in unserem föderal angelegten Gesundheitswesen die verantwortlichen Akteure Zuständigkeiten und finanzielle Ressourcen hin und her schieben, ist in Deutschland besonders groß. Diese Gefahr kann nur durch eine sachgerechte Aufgabenverteilung und die Bereitschaft zur Kooperation auf allen Ebenen überwunden werden.


BVPG: Frau Dr. Teichert-Barthel, vielen Dank für das Interview!


Das Interview führte Ann-Cathrin Hellwig.



Zum ausführlichen Interview gelangen Sie hier.

Weitere Informationen zum Kongress "Der Öffentliche Gesundheitsdienst - Professionell auf dem Weg" finden Sie hier.

Das Programm des Kongresses können Sie hier als PDF-Datei herunterladen.




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Seite erstellt am: 18.03.2014 09:05:00
Autor/-in der Seite: Ann-Cathrin Hellwig