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Bedeutung der Ernährungsbildung


Donnerstag, 19. März 2015

Gesunde Ernährung trotz Armut?!


Mutter und Kind beim EinkaufenInternationale Studien zeigen, dass von Armut bedrohte Menschen sich ungesünder ernähren als solche, die nicht von Armut gefährdet sind. Auswertungen der Nationalen Verzehrsstudie II belegen diesen Zusammenhang auch für Deutschland und weisen darüber hinaus auf die besondere Bedeutung der Ernährungsbildung hin.

Dem aktuellen Armuts- und Reichtumsbericht der Bundesregierung zufolge leben 14 bis 16 Prozent (je nach Berechnungsgrundlage) der deutschen Bevölkerung in Armut oder sind unmittelbar von ihr gefährdet. Doch inwiefern unterscheiden sich der Lebensmittelverzehr und das Ernährungsverhalten von Personen aus Armutshaushalten von Personen, die nicht armutsgefährdet sind? Dieser Frage gehen Prof. Petra Lührmann und Faith Simpson, Pädagogische Hochschule Schwäbisch Gmünd, im Rahmen ihrer Auswertungen von Daten der Nationalen Verzehrstudie II nach.

Wie die Wissenschaftlerinnen aufzeigen, weisen Personen aus Armutshaushalten ein ungünstigeres Ernährungsverhalten auf, als solche, die nicht durch Armut gefährdet sind: Sie konsumieren weniger Obst, Wasser und Fisch sowie deutlich mehr Limonaden als nicht von Armut gefährdete Personen.

Werden jedoch Aspekte wie Schulbildung und Ernährungswissen im Rahmen der Berechnungen berücksichtigt, so nehmen diese einen weitaus größeren Einfluss auf das Ernährungsverhalten als das Armutsrisiko. Unter anderem in Bezug auf den Konsum von Gemüse, Obst und Getreide stellte sich heraus, dass das Ernährungsverhalten umso günstiger ist, je höher das Ernährungswissen und/oder die Schulbildung sind – unabhängig vom Armutsrisiko.

Eine Ausnahme bildet jedoch der Konsum von Wasser und Limonade. Armutsrisikogruppen trinken täglich – unabhängig von Schulbildung und Ernährungswissen – 152 ml weniger Wasser und 42 ml mehr Limonade. Letzteres ist den Wissenschaftlerinnen zufolge besonders bedenklich, da der Konsum von Limonaden als bedeutender Risikofaktor für Übergewicht und Adipositas gilt.

Vor dem Hintergrund ihrer Ergebnisse heben die Autorinnen die Relevanz einer umfassenden Ernährungsbildung hervor; diese liefere einen wichtigen Beitrag zur ernährungsbezogenen Gesundheitsförderung und damit auch zum Abbau von einkommensbezogenen Chancenungleichheiten.


Quelle

Simpson F, Lührmann P (2015): The nutritional situation of adults from low-income households at risk of poverty. An analysis of data from the National Nutrition Survey II with particular emphasis on nutritional education. Ernährungs Umschau 62(3): 34-43.




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Seite erstellt am: 19.03.2015 08:44:00
Autor/-in der Seite: Ann-Cathrin Hellwig






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