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Steigende Anforderungen fördern selbstgefährdendes Verhalten


Dienstag, 7. April 2015

Stress im Job: Selbstgefährdung durch überhöhte Ziele


Tafel mit der Aufschrift Steigende Anforderungen beeinträchtigen nicht nur das Wohlbefinden der Beschäftigten, sondern fördern auch selbstgefährdendes Verhalten – so das Ergebnis einer Studie der Bertelsmann Stiftung und der BARMER GEK, für die rund 1.000 Erwerbstätige repräsentativ befragt wurden.

Die jüngst im „Gesundheitsmonitor" veröffentlichten Ergebnisse zeigen es deutlich: Freiheiten am Arbeitsplatz haben ihren Preis. Inzwischen weit verbreitet sind Modelle flexibler Arbeitszeitgestaltung; auch werden Beschäftigten zunehmend mehr Handlungs- und Entscheidungsfreiheiten eingeräumt. Allerdings stehen diesen erhöhte Anforderungen in Bezug auf Eigenverantwortlichkeit und Selbstorganisation gegenüber.


„Nebenwirkungen" erhöhter Selbstständigkeit

So gibt knapp ein Viertel der befragten Beschäftigten an, in ihrem derzeitigen Beruf ein Tempo vorzulegen, das sie langfristig nicht durchhalten können. 18 Prozent der ArbeitnehmerInnen erreichen regelmäßig die Grenze ihrer Leistungsfähigkeit; um diese zu steigern, konsumieren sechs Prozent regelmäßig Genussmittel oder Medikamente. Darüber hinaus zeigen die Auswertungen, dass 22 Prozent der ArbeitnehmerInnen „oft" bzw. „sehr oft" auf Pausen verzichten; etwa jede/r Siebte erscheint regelmäßig trotz Krankheit am Arbeitsplatz.


Selbstgefährdung durch überhöhte Ziele

Der Verzicht auf Regenerationszeiten, der Konsum von scheinbar leistungssteigernden Substanzen oder Präsentismus sind dem Bericht zufolge Ausdruck eines selbstgefährdenden Verhaltens. Dieses gilt den Auswertungen zufolge als besonders wahrscheinlich, wenn Beschäftigte mit unrealistischen und ständig steigenden Zielvorgaben konfrontiert werden.

Realistische Zielvereinbarungen hingegen können Unsicherheit reduzieren, indem sie Orientierung und Struktur vermitteln und helfen, Prioritäten zu setzen und bestenfalls sinn- und identitätsstiftend wirken. Lassen sich Ziele weiterhin innerhalb der vertraglichen Arbeitszeit umsetzen, so wirken sie den Auswertungen zufolge selbstgefährdendem Verhalten entgegen.


Unternehmen sind gefordert

Um ein gesundheitsförderliches Arbeiten zu ermöglichen, müssen Arbeits- und Leistungskulturen im Unternehmen entsprechend gestaltet werden. Dazu zählt auch, Anreizsysteme zu schaffen, die sich nicht allein am Markt bzw. am ökonomischen Wachstum orientieren, sondern am individuellen Leistungspotenzial der Beschäftigten.

Darüber hinaus appellieren die Autorinnen und Autoren an die Verantwortung der MitarbeiterInnen. Diese müssen eigene Leistungsgrenzen wahrnehmen, kommunizieren und durchsetzen. Grundlage dafür ist jedoch eine Kultur der Achtsamkeit im Unternehmen.


Quelle

Bertelsmann Stiftung (2015): Gesundheitsmonitor. Selbstgefährdendes Verhalten. Link...



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Seite zuletzt geändert am: 07.04.2015 08:30:00, ursprünglich angelegt am: 09.04.2015 13:30:00
Autor/-in der Seite: Ann-Cathrin Hellwig






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