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Erste randomisiert-kontrollierte Studie


Donnerstag, 7. Mai 2015

Gesundes Leben bremst geistigen Abbau


Ältere Frauen spielen DominoGesunde Ernährung, ausreichend körperliche und geistige Aktivität sowie die Kontrolle kardiovaskulärer Risikofaktoren wirken sich nicht nur positiv auf die Gesundheit aus – sie bremsen auch den geistigen Abbau im Alter, wie nun erstmals in einer großen randomisiert-kontrollierten Studie bestätigt werden konnte.

Gesunde Kost, geistige und körperliche Aktivität sowie die fortlaufende Kontrolle kardiovaskulärer Risikofaktoren bewahren die geistigen Fähigkeiten - so das Ergebnis der Finnish Geriatric Intervention-Study (FINGER). Dass diese Faktoren einen positive Einfluss auf die Entwicklung kognitiver Fähigkeiten nehmen, legten bereits zahlreiche epidemiologische Studien nahe; mit der FINGER-Studie liegt nun jedoch die erste randomisiert-kontrollierte Interventionsstudie vor, die zugleich mehrere Risikofaktoren berücksichtigt.

1.260 ältere Menschen aus ganz Finnland wurden in die Studie einbezogen. Die Teilnehmenden waren 60 bis 77 Jahre alt und wiesen Kognitionstests zufolge ein leicht erhöhtes Demenzrisiko auf.

Im Rahmen der Studie erhielten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer Informationen zu einer gesunden Lebensweise und wurden von einer Fachkraft zu Risikofaktoren für kardiovaskuläre und dementielle Erkrankungen beraten. Darüber hinaus bekam die eine Hälfte der Teilnehmenden eine zusätzliche Intervention (Interventionsgruppe), basierend auf vier Modulen:

  • Gesunde Ernährung: Gruppensitzungen zu den Bestandteilen gesunder Ernährung
  • Körperliche Fitness: Training zur Stärkung der Muskulatur und Aerobic-Übungen
  • Geistige Fähigkeiten: Training von Gedächtnis und logischem Denken in Sitzungen und zusätzlich mit einem Computerprogramm auch zu Hause
  • Kardiovaskuläre Risiken: Regelmäßige Überprüfung von Blutdruck, Blutzucker und BMI; bei Bedarf Verweis zum Hausarzt

Im Laufe des Untersuchungszeitraums verbesserte sich die kognitive Leistungsfähigkeit in beiden Gruppen, jedoch war diese in der Interventionsgruppe signifikant stärker ausgeprägt. Insbesondere im Hinblick auf das strategische Handeln, die Aufmerksamkeitssteuerung sowie die Verarbeitungsgeschwindigkeit zeigten sich bei den Teilnehmenden der Interventionsgruppe ausgeprägtere Veränderungen als in der Kontrollgruppe.

Nach zwei Jahren stellten die WissenschaftlerInnen bei etwa einem Viertel der Teilnehmenden einen geistigen Abbau fest. Dieser ließ sich in der Kontrollgruppe signifikant häufiger beobachten.

Ob sich der verminderte Rückgang geistiger Fähigkeiten nun auch in einer geringeren Anzahl an Demenz- und Alzheimer-Diagnosen niederschlagen wird, gilt es folglich zu untersuchen. Zu diesem Zweck werden die StudienteilnehmerInnen für mindestens sieben weitere Jahre beobachtet.


Quelle

Kivipelto M et al. (2015): A 2 year multidomain intervention of diet, exercise, cognitive training, and vascular risk monitoring versus control to prevent cognitive decline in at-risk elderly people (FINGER): a randomised controlled trial. In: The Lancet 2015, Link...



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Seite erstellt am: 07.05.2015 08:57:00
Autor/-in der Seite: Ann-Cathrin Hellwig






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