| Direkt zum Inhalt springen |

Logo und Funktionslinks:

Slogan der BVPG: Gemeinsam Gesundheit foerdern

Volltextsuche:


Horizontale Navigation:


Brotkruemelnavigation:


Vertikale Navigation:


Inhalte:

Weniger Verhaltensauffälligkeiten, mehr emotionale Kompetenz


Dienstag, 21. Juli 2015

Papilio in Kindergärten: „Lernen mit Gefühlen umzugehen“


Spielen in KitaWeniger Verhaltensauffälligkeiten, mehr emotionale Kompetenz – darauf zielt das Sucht- und Gewaltpräventionsprogramm „Papilio“. Im Interview erläutert Initiatorin und Entwicklerin Heidrun Mayer Inhalte und Ziele des Programms und macht auf zukünftigen Entwicklungsbedarf aufmerksam.

"Wer sich mit Papilio auf den Weg macht, legt den Grundstein für ganzheitliche Gesundheitsförderung" - so beschreibt Heidrun Mayer, erste Vorsitzende des Vereins Papilio e.V., der seit 2015 Mitglied der Bundesvereinigung Prävention und Gesundheitsförderung ist, das gleichnamige Sucht- und Gewaltpräventionsprogramm. Dieses setzt bereits im Kindergarten an, daSucht und Gewalt mit schon früh erkennbaren Risiken wie Aggression oder Rückzugsverhalten einhergehen. Mit Papilio soll diesen Risiken entgegengewirkt werden, indem Kinder in ihrer normalen Entwicklung unterstützt sowie Ressourcen und Schutzbedingungen gefördert werden.

Die Kinder erlernen spielerisch soziale und emotionale Basiskompetenzen wie Empathie und Mitgefühl sowie soziale Regeln, den Umgang miteinander und gewaltfreies Lösen von Konflikten.

Charakteristisch für das Programm ist sein Ansatz auf drei Ebenen: ErzieherInnen, Kinder und Eltern werden mit bestimmten Maßnahmen angesprochen und einbezogen. ErzieherInnen sind die zentralen VermittlerInnen des Programms. Sie bilden sich im entwicklungsfördernden Erziehungsverhalten fort,führen die Maßnahmen mit den Kindern durch und beziehen auch die Eltern mit ein. So findet Papilio über den Kindergarten hinaus auch Eingang in die Familien.

Ein besonderer Aspekt ist Frau Mayer zufolge der integrierende Ansatz: Papilio ist kein spezielles Programm für verhaltensauffällige Kinder, sondern begleitet alle Kinder über drei Jahre in ihrem Alltag. Damit werden Kinder in ihrem Umfeld abgeholt und gefördert; Stigmatisierungen Einzelner können somit vermieden werden.

Das speziell für Kindergärten entwickelte Programm ist vielfach praxiserprobt; seine Wirksamkeit ist wissenschaftlich belegt: Es steigert nachweislich die sozial-emotionalen Kompetenzen bei Kindern und reduziert erste Verhaltensauffälligkeiten. So wiesen Kinder, die die entsprechenden Maßnahmen durchlaufen hatten, signifikant weniger Hyperaktivitäts- und Aufmerksamkeitsprobleme auf als Kinder einer Kontrollgruppe. Häufig beobachtet wurde darüber hinaus, dass zurückgezogene Kinder besser in die Gruppe integriert wurden.

In Deutschland wurde Papilio inzwischen in zwölf Bundesländern eingeführt, mehr als 5.900 pädagogische Fachkräfte haben sich in dem Programm fortbilden lassen - sie erreichen bundesweit mehr als 119.000 Kinder.

Trotz dieses Erfolges sieht Heidrun Mayer weiteren Handlungsbedarf und spricht sich für eine entwicklungsbegleitende Prävention bis ins Jugendalter aus. Einen ersten Schritt in diese Richtung will das Sozialunternehmen nun mit einem weiterführenden Projekt gehen: Angedacht ist es, ein Papilio-Modul zu entwickeln, das den Übergang vom Kindergarten in die Grundschule begleitet. "Das Interesse dafür ist da", bekräftigt Heidrun Mayer. "Wir erhalten immer wieder Anfragen von Lehrerkräften, die erleben, dass ‚Papilio-Kinder’ besondere Kompetenzen mitbringen. Dieses Potenzial gilt es zu nutzen." Außerdem soll das Programm für Kinder unter drei Jahren erweitert werden, da die Entwicklung der sozial-emotionalen Kompetenzen im zweiten Lebensjahr beginnt und immer mehr Unter-Dreijährige Kitas besuchen.


Quellen

Interview mit Frau Heidrun Mayer, geschäftsführende 1. Vorsitzende von Papilio e.V.

Internetauftritt Papilio e.V. www.papilio.de




Dieser Beitrag gefällt 57 Person(en)


Seite erstellt am: 21.07.2015 11:09:00
Autor/-in der Seite: Ann-Cathrin Hellwig






Termine und Ankuendigungen: