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Selbstbeschränkung der Lebensmittelindustrie wirkungslos


Donnerstag, 27. August 2015

Kindermarketing für Lebensmittel – Freiwillige Selbstverpflichtung auf dem Prüfstand


BonbonsDass die freiwillige Selbstbeschränkung der Lebensmittelindustrie bei Kindermarketing wirkungslos ist, zeigt eine aktuelle Studie der Verbraucherorganisation foodwatch. Medizinische Fachgesellschaften und Gesundheitsorganisationen fordern daher stattdessen endlich eine klare gesetzliche Regelung.

Die freiwillige Selbstbeschränkung der Lebensmittelindustrie beim Kindermarketing ist wirkungslos - so das Ergebnis einer aktuellen Studie von foodwatch. Demnach bewerben die Hersteller in Deutschland gezielt ungesunde Produkte bei Kindern - obwohl sie sich mit der Unterzeichnung des "EU Pledge" zu einem verantwortungsvollen Marketing verpflichtet haben. Dies teilte  foodwatch in einer gemeinsamen Pressemitteilung mit der Deutschen Adipositas Gesellschaft, der Deutschen Diabetes Gesellschaft und diabetesDE - Deutsche Diabetes-Hilfe mit.

Im Rahmen der Studie hat foodwatch alle an Kinder vermarkteten Produkte derjenigen Hersteller untersucht, die den "EU Pledge" unterzeichnet haben. Danach sind 90 Prozent von insgesamt 281 untersuchten Produkten keine ausgewogenen Kinderlebensmittel nach den Anforderungen der Weltgesundheitsorganisation (WHO). Lediglich 29 Produkte im Test dürften nach den Kriterien der WHO an Kinder vermarktet werden.

 

Verantwortungsvolles Lebensmittelmarketing notwendig

Wie das Studienergebnis belegt, hat die freiwillige Selbstverpflichtung der Lebensmittelindustrie nicht zu einem verantwortungsvollen Marketing geführt, sondern stellt vielmehr eine Irreführung der Verbraucher dar. Foodwatch und medizinische Fachgesellschaften sowie Patientenorganisationen kritisieren, dass der "EU Pledge" aus mehreren Gründen wirkungslos ist:

  1. Die Nährwertgrenzen, wonach ein Produkt als ungesund gilt, sind zu lasch. Die WHO erlaubt beispielsweise einen Zuckergehalt bei Kinder-Frühstücksflocken von maximal 15 Prozent - im "EU Pledge" sind bis zu 30 Prozent erlaubt. Auch fettig-salzige Chips sind gemäß der EU Pledge-Nährwertkriterien für das Kindermarketing zugelassen.
  2. Zwar gibt es für klassische Werbung, beispielsweise im Fernsehen, Einschränkungen. Wichtige Marketingkanäle wie die Gestaltung der Verpackung oder Aktionen direkt im Supermarkt sind aber ausgenommen - hier ist Kindermarketing für alle Produkte möglich.
  3. Längst nicht alle Unternehmen haben die Selbstverpflichtung unterzeichnet. Zahlreiche Branchengrößen wie Dr. Oetker, Haribo, Bahlsen, Ehrmann oder Hipp fehlen ebenso wie der Lebensmitteleinzelhandel mit seinen Eigenmarken.
  4. Die Altersgrenze ist mit 12 Jahren zu niedrig gewählt. Das Werbeverbot sollte für Kinder bis mindestens 16 Jahre gelten.

Die Deutsche Adipositas Gesellschaft, die Deutsche Diabetes Gesellschaft, DiabetesDE - Deutsche Diabetes-Hilfe und foodwatch forderten Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe und Bundesernährungsminister Christian Schmidt im Rahmen einer gemeinsamen Pressekonferenz am 24. August 2015 in Berlin auf, an Kinder gerichtetes Marketing nur noch für Lebensmittel zu erlauben, die den WHO-Kriterien entsprechen. Rein freiwillige Maßnahmen der Lebensmittelindustrie reichten nicht aus, wie das Studienergebnis deutlich zeige. 

  

Weiterführende Informationen
  • foodwatch-Studie zu Kindermarketing für Lebensmittel mit allen untersuchten Produkten im Überblick. Link...
  • Gemeinsame Erklärung der Deutschen Adipositas Gesellschaft, der Deutschen Diabetes Gesellschaft und diabetesDE - Deutsche Diabetes Hilfe. Link...
  • Hintergrundpapier der Deutschen Adipositas Gesellschaft, der Deutschen Diabetes Gesellschaft und diabetesDE - Deutsche Diabetes Hilfe zum WHO-Nährwertmodell. Link...

 

Quelle

Gemeinsame Pressemitteilung von Deutscher Adipositas Gesellschaft, Deutscher Diabetes Gesellschaft, diabetes DE, Deutsche Diabetes Hilfe und foodwatch vom 24. August 2015. Link...

 

 


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Seite erstellt am: 27.08.2015 13:07:00
Autor/-in der Seite: Ann-Cathrin Hellwig






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