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Was sind lebenswerte Quartiere?


Donnerstag, 27. August 2015

Städtische Quartiere gestalten


WohnblöckeWas sind lebenswerte Quartiere? Welche Möglichkeiten und Grenzen der städtischen Quartiersentwicklung gibt es? U.a. diese Fragen greifen die Autorinnen und Autoren der Publikation „Städtische Quartiere gestalten“ auf und zeigen kommunale Herausforderungen und Chancen – auch für die Gesundheit(sförderung) – auf.

Vor dem Hintergrund einer sich wandelnden Alters- und Sozialstruktur sowie der Verschärfung sozialer Ungleichheiten muss die Frage nach der Gestaltung städtischer Quartiere neu gestellt werden - so die Forderung von Judith Knabe, Anna von Rießen und Rolf Blandow. Mit ihrer Publikation "Städtische Quartiere gestalten" liefern sie einen Aufschlag für neue interdisziplinäre Perspektiven zum Thema "Quartiersentwicklung" - aus der Sicht z.B. der Soziologie, der Sozialarbeit, der Pädagogik, der kommunalen Verwaltung und der Stadtentwicklung werden Fragen zur Gestaltung des städtischen Zusammenlebens aufgeworfen und Lösungsansätze diskutiert.

Das Werk liefert neben theoretischen Grundlagen der Quartiersarbeit auch zahlreiche Praxisbezüge, im deren Rahmen erfolgreiche Konzepte der Quartiersentwicklung thematisiert werden. Eines dieser Projekte - das auch die Aspekte "Prävention" und "Gesundheitsförderung" aufgreift - ist das Projekt "Lebenswerte Veedel - Bürger- und Sozialraumorientierung in Köln".

 

"Lebenswerte Veedel"

Ziel des Projekts ist es, die Lebensbedingungen der BewohnerInnen ausgewählter Wohnräume zu verbessern. Dies soll durch eine ressort- und fachübergreifende Praxis bewirkt werden, die die Vernetzung vorhandener Dienste und Angebote fördert und den Präventionsgedanken in den Vordergrund rückt. Eine bedeutende Rolle spielen hier die sogenannten Sozialraumkoordinatoren und -koordinatorinnen, die eine Vermittlungsinstanz zwischen den beteiligten Akteuren/Akteurinnen und den Bewohnern/Bewohnerinnen des Quartiers darstellen.

Evaluiert wurde das Projekt von der Universität Duisburg-Essen. Eine Befragung von Schlüsselpersonen aus den jeweiligen Wohngebieten machte deutlich, dass das Projekt dazu beitragen konnte, die örtlichen Lebensbedingungen zu verbessern. Dies zeigte sich sowohl anhand der quantitativen Zunahme bewohnerorientierter Hilfen und Angebote als auch an der Steigerung ihrer Qualität. Auch konnten Erfolge im Hinblick auf die direkte gesundheitliche Versorgung erzielt werden. So sorgte der Zusammenschluss relevanter Akteurinnen und Akteure für die Initiierung kriminalpräventiver Maßnahmen, für den Ausbau gesundheitlicher Versorgungsstrukturen sowie für die Initiierung einer Gesundheitswoche, die neben der Sensibilisierung der Bevölkerung für das Thema "Gesundheit" auch die Verbesserung des Stadtteil-Image zum Ziel hatte. 

 

Schlussbetrachtung

Das 270-Seiten umfassende Buch greift mit dem Thema "Quartiersentwicklung" ein aktuelles Handlungsfeld auf und beleuchtet dieses aus der Perspektive unterschiedlicher Wissenschaftsdisziplinen. Zwar wird - wie oben aufgezeigt­ - auch der Zusammenhang zwischen den Handlungsfeldern "Quartiersentwicklung" und "Gesundheitsförderung/Prävention" thematisiert, jedoch spielt die Public Health- Perspektive hier keine Hauptrolle. Einen Schwerpunkt bilden stattdessen Ansätze und  Konzepte der Sozialarbeit, die auf Aktivierung, Selbststeuerung und Beteiligung abzielen - Aspekte, die jedoch gleichermaßen für Prävention und Gesundheitsförderung von Bedeutung sind.   

 

Buch

Knabe J, van Rießen A, Blandow R (2015): Städtische Quartiere gestalten. Kommunale Herausforderungen und Chancen im transformierten Wohlfahrtsstaat. Transcript Verlag, Bielefeld. 270 Seiten. Preis: 29,99 Euro.    

 

 


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Seite erstellt am: 27.08.2015 15:15:00
Autor/-in der Seite: Ann-Cathrin Hellwig






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